Frankfurter Filmfestivals fordern Festivalhaus – Machbarkeitsstudie veröffentlicht

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Grafik zur Machbarkeitsstudie, “Ein Filmfestivalhaus für Frankfurt”, © bb22 architekten+stadtplaner

 

Seit Jahren fordert das Filmhaus Frankfurt zusammen mit lokalen Festivalveranstaltern neben einem höheren Förderetat für die Festivals in der Stadt ein gemeinsam nutzbares Festivalzentrum. Die Erwartungen sind so unterschiedlich wie die Interessen der verschiedenen Festivals. Im Kern geht es aber allen um einen großen Veranstaltungsraum, also um ein geeignetes Kino.

 

Infolge der Forderungen hat das Kulturamt Frankfurt 2018 eine 50.000 € teure Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, die jetzt veröffentlicht wurde. Das beauftragte Büro bb22 Architekten Stadtplaner schlägt darin fünf mögliche Varianten, die ähnlich Kleidergrößen von XS bis XL unterschiedlich dimensioniert sind. Die Szenarien reichen von einem Kinoschiff über Co-working Spaces bis zu einem dauerhaft nutzbaren großen Festivalzentrum (Nachnutzung eines noch nicht existierenden Interimsbaus des Schauspielhauses, was das Projekt in weite Ferne schieben würde). »Nun ist zu befürchten, dass die mittel- und langfristigen Lösungsvorschläge in den Aktenschränken verschwinden, im Zweifelsfall aufgrund mangelnder Finanzierbarkeit«, heißt es dazu in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift des Filmhaus Frankfurt[1].

 

In Frankfurt gibt es 22 “Filmfestivals” mit sehr unterschiedlichen Konzeptionen und Reichweiten. Darunter das Lichter Filmfestival und Nippon Connection, aber auch jährlich wiederkehrende Filmveranstaltungen, die nur zwei Tage dauern. Laut Machbarkeitsstudie gibt es 120 Filmfestivaltage und kein Monat ohne Filmfestival. Dem entsprächen nur drei Orte, die sich bezüglich Sitzplatzkapazität und Bekanntheitsgrad eignen würden.

 

Das weitest gehende Konzept haben die Veranstalter des Lichter Filmfests im Mai vorgestellt. Lichter fordert ein “Haus der Filmkulturen” als Heimat für Festivals, Ort für Filmpremieren und Preisverleihungen, Plattform für Filmschaffende, Medienpädagogisches Zentrum für Kinder und Jugendliche und Spielwiese für Initiativen und Projekte sowie ein Forschungslabor immersiver Techniken und narrativer Medien. Was als “Neuerfindung des Kulturraums Kino”, auch aus dem Kontext der Lichter-Initiative Zukunft Deutscher Film, propagiert wird, ist im Grunde ein großes, gut ausgestattetes Kommunales Kino.

 

 

Mitteilung der Stadt Frankfurt: Film- und Festivalstudie

Vorstellung der Studie: bb22 Architekten Stadtplaner

Studie: PDF zum Download 

 

 

Bildquellen

Beitragsbild: Kurzfilmprogramm, Lichter Filmfest 2019, © LICHTER Impressionen/Christopher Gosch

Titelgrafik: “Ein Filmfestivalhaus für Frankfurt”, © bb22 architekten+stadtplaner

[1] GRIP 63, Wenig Lärm um viel, Andrea Wenzek, 14.07.21

 

Zum Verhältnis Filmfestivals/Kinos siehe auch unser Artikel “Neue Festivaltypen als Verwerter der Filmflut”