Porträt

Der deutsche Kurzfilm zeichnet sich durch eine Vielzahl innovativer Filmemacher und Filmemacherinnen aus, die sich bewusst für eine unabhängige Produktionsweise entschieden haben oder neben Langfilmprojekten immer wieder Kurzfilme drehen. shortfilm.de widmet sich diesen in der Rubrik “Porträt”, die regelmäßig ergänzt wird.

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Nervöse Landschaften.
Über die Filme von Ojoboca

Ojoboca (Anja Dornieden und Juan David González Monroy) machen zugleich mehr und weniger als „Kurzfilme“. Mehr, weil sie neben Filmen auch Performances und Installationen entwickeln, derzeit an ihrem zweiter Langfilm arbeiten und Texte von einer eigenwilligen Literarizität fast alle ihre Bewegtbildarbeiten begleiten. mehr

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Jonatan Schwenk
Erst die Geschichte, dann die Animation

Verzückt pflückt der Zweibeiner den ebenfalls selig lächelnden Axolotl von der Erde und steckt ihn sich in den Mund. Das reine Glück. Die Hände, filigrane Stabpuppen-Hände, greifen dabei erst tastend, dann gierig nach den süßen Stop-Motion-Wesen. So viel Nuancen und Animationstechniken in einem kleinen Moment finden sich ständig in Jonatan Schwenks ZOON. mehr

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Chemnitzer Filmwerkstatt

Es kostet nur wenig Mühe, sich über verfügbare Datenbanken die Fakten zu ziehen. Schnell wird man dort erfahren, dass der Chemnitzer Filmwerkstatt e.V. eine medienpädagogische Einrichtung ist, die „den filmischen Nachwuchs fördert. Sitz ist das Clubkino Siegmar, das der Verein 1996 in freier Trägerschaft übernommen hat.“ mehr

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Adrian Figueroa

Für den kurzen Film mit dem auffallenden Titel PROLL! erhält der Filmemacher Adrian Figueroa im November 2021 den Deutschen Kurzfilmpreis: ein goldenes, sich spiralig hochschraubendes Metallband auf einem Sockel, etwa so hoch wie eine Champagnerflasche. Glückwunsch!

Adrian Figueroa kommt vom Theater. Aufgewachsen in Frankfurt am Main hat er in England drama studies und applied theatre studiert, in einer ebenso theoretisch wie praktisch orientierten Ausbildung. mehr

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Anne Isensee

Anne Isensee kommt gern direkt auf den Punkt. In ihren Arbeiten, aber auch im Gespräch. Mit ihren teils sehr kurzen Filmen ist die in Berlin lebende Animationskünstlerin seit Jahren erfolgreich auf vielen Festivals präsent. mehr

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Die Wunde klafft – Jovana Reisingers humoristische Entlarvungen gegenwärtiger Rolleneinschreibungen

„Jeder kann sehen, dass dein Körper high-class ist. Du machst doch was aus dir. Du bist nicht vor dem Fernseher des Lebens gesessen, sondern hast Sport getrieben. Ein toller Bursche!” – eine männliche Stimme aus dem Off begleitet das umherirrende Model Max auf der Suche nach seinem Hotel in einer Stadt, in der ein Männermodelmörder sein Unwesen treibt. Die Videoarbeit „pretty boyz don´t die“ (2016) ist der Beginn der insgesamt vierteiligen Kurzfilmreihe „pretty pretty mad sad“ (2016-18) und die erste filmische Arbeit der Autorin und Filmemacherin Jovana Reisinger mehr

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Nicolaas Schmidt und das mikroskopische Kino

Nicolaas Schmidt war Musiker, hat eine virtuelle Selbsthilfegruppe zum Sonnenuntergang gegründet, stellte Farben, Gegenstände und Fotos aus. Er arbeitet meist alleine, begann beinahe zeitgleich mit Fotografie und Filmemachen, bald folgten installative Arbeiten in realen und virtuellen Räumen. Menschen stehen in seiner Arbeit Räumen, Objekten und nichtmenschlichen Tieren nahezu auf Augenhöhe gegenüber, denn Schmidt ist ein Forscher der Balance. mehr

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Schritte in die Krise
Notizen zum Aufeinandertreffen von Clara Winter und Miiel Ferráez

Bereits fünf Filme entstanden aus der mittlerweile mehrjährigen Zusammenarbeit von Clara Winter und Miguel Ferráez, tatsächlich ist das dynamische Duo in allen selbst vor der Kamera aktiv und versucht, sich an zunehmend ausgestellten Positionierungen, Halbfiktionen und Zeichenspielen. Bei ihrer Begegnung trafen filmische Stile aufeinander, die verschiedener kaum sein konnten – das Resultat waren neue Fragen und Methoden. Die Filme der beiden protokollieren neben ihren expliziten Fragestellungen zu sozialem Status und Nationalität allem voran eine künstlerische Evolution und die Entwicklung eines transkulturellen Stils. Ihre Experimente wirken sowohl im Verhältnis zum deutschen, als auch mexikanischen Kino erfreulich deplatziert. mehr

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Alltägliches Wundern: der Filmemacher Gunter Deller

Wundern über Alltägliches, wie zufällige Lichtbrechungen, vorbeiziehende Schatten, oder ein achtlos fallengelassenes Taschentuch, das vom Wind fast schon anmutig über den Boden geweht wird, diese kurzen Beobachtungen von beliebigen Phänomenen erscheinen angesichts der schnelllebigen Welt immer weniger von Bedeutung. Ein Innehalten und Wahrnehmen all dessen, was sich unmittelbar um uns herum leise abspielt, findet kaum noch Platz im Alltag. Nicht so bei Gunter Deller, der das Wundern über alltägliche Phänomene zu seiner filmischen Praxis gemacht hat. mehr

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In Gefahr und größter Not, bringt der Mittelweg den Tod:
Zum Filmkollektiv Spengemann / Eichberg / Goldkamp / Hans

Spengemann, Eichberg, Goldkamp, Hans – vier Namen erscheinen kreisförmig angeordnet nach dem Abspann einiger Kurzfilme, die seit 2014 im Kontext der HFBK Hamburg entstanden sind. Die vier Filmemacher beschreiben das aus ihren Nachnamen zusammengesetzte Logo flapsig als „Sticker“: Ein Sticker lässt sich einem Film anheften, soll ihm aber nichts überstülpen. mehr

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Brenda Lien – Erzählen vom Kino

„Ich bin ein Fan von schnellen Filmen“, meint Brenda Lien. Sie schätzt ästhetische Entwürfe, die auf den Punkt kommen. Schönheitsvideos und Make-Up Tutorials, Katzenvideos, digitale Meditations-Sessions: Die Filmemacherin, Animationskünstlerin und… mehr

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Fast ohnmächtig oder sowas. Die Videoarbeiten von Stefan Panhans

Ein junger Mann mit rot-schwarzer Kappe schaut in die Kamera. Er trägt eine Kapuze mit Fellbesatz

In Stefan Panhans’ Videoarbeiten durchdringen und überlagern sich Film, Fotografie, Theater, Musik, Literatur und Computerspiele. Katrin Mundt gibt einen Überblick über sein vielgestaltiges und vielstimmiges Werk.

Stefan Panhans hat sich seit Beginn der 2000er Jahre mit Arbeiten einen Namen gemacht, die sich einer eindeutigen Zuordnung zu künstlerischen Genres und Praxisfeldern verweigern, die in stets wechselnden Konstellationen bewegte und statische, gefundene und neu erfundene Bilder und Räume verschränken. mehr

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Erik Schmitt

Kurzfilm Nun sehen Sie Folgendes von Erik Schmitt: ein Mann mit Brille und Schnurrbart schaut durch eine Lupe in die Kamera. Durch die Lupe wirkt sein rechtes Auge unnatürlich vergrößert.

Erik Schmitt ist mit seinen unterhaltsamen und visuell stets überraschenden Filmen seit Jahren in der Kurzfilmwelt etabliert. Wir stellen ihn und sein vielfältiges Schaffen vor.

Schon die ersten Sekunden dieses Films reichen aus, um einer raumgreifenden Beklemmung Platz zu schaffen, die sich in den folgenden 15 Minuten nicht mehr zerstreut. „Berlin Metanoia“ ist ein dunkler, fast (alp)traumhafter Trip ins Innerste einer Stadt, die sich selbst gern als jung und cool vermarktet, aber irgendwo zwischen Hipstertum, Touristenflut und Hype ihre Seele verloren hat. mehr

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Kyne Uhlig und Nikolaus Hillebrand – Digital ist nicht immer besser

Filmstill GRÜN © niky-bilder Trickfilmwerkstatt Köln

Kyne Uhlig und Nikolas Hillebrand leben und arbeiten gemeinsam in Köln. In ihren Animationsfilmen für Kinder und Erwachsene werden Dinge des Alltags lebendig. Luc Carolin Ziemann porträtiert das NiKy-Filmbilder-Kollektiv.

In den Filmen von Kyne Uhlig und Nikolaus Hillebrand wimmelt es von Dingen, die man normalerweise in der Küche oder im Kleiderschrank findet. Gurken tanzen im Gleichschritt, Löffel entwickeln ein bedenkliches Eigenleben und einzelne Socken suchen verzweifelt nach ihrer besseren Hälfte. mehr

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Matthias Wermke und Mischa Leinkauf

Auf die Frage, wie man zu der Kunst sagen soll, die Matthias Wermke und Mischa Leinkauf machen, antworten die beiden nach längerem Reden: Bildhauerei. Ist natürlich nicht ganz ernst gemeint, klingt komisch, trifft die Sache aber erstaunlich gut. Zum einen steckt in der Beschreibung der trockene Humor, ohne den die Arbeiten des Berliner Künstlerduos nicht denkbar wären. mehr

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Jan Soldat

Susan Sontag sprach einmal vom „Betrachten“, als sie über das abgebildete Leid in der Welt schrieb. In „Das Leiden anderer betrachten“ thematisiert sie Reaktionen auf Bilder, auf die Verantwortlichkeit während des Sehens und philosophische Positionen auf einer realpolitischen Landkarte. mehr

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Ulu Braun

Der in Berlin ansässige Ulu Braun ist mit seinen Arbeiten sowohl auf Filmfestivals als auch in der Kunstwelt vertreten. Er begreift diese Zweigleisigkeit als Privileg, weil sie ihm die Freiheit zum Experimentieren gibt, und es ihm ermöglicht, den eigenen Horizont durch regelmäßige Grenzgänge zu erweitern. mehr

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Ute Aurand

Ihre Filme besitzen eine besondere Konsistenz: Sie bestehen aus Licht und Farbe, selbst da, wo sie schwarz/weiß sind. Die Kamera tastet Oberflächen ab und lässt uns an Textur und Materialität teilhaben, sie genießen, anders wahrnehmen. mehr