VR China verschärft Regeln für Kurzfilme – jetzt Langfilmen gleichgestellt

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Teilnehmer Asian New Talent Programm beim SIFF @Shanhai International Film Festival

Die chinesische Aufsichtsbehörde China Film Administration (CFA) kündigte am 4. Juli an, dass Kurzfilme aus China nur noch mit Genehmigung im Ausland gezeigt werden dürfen.

 

Nach der neuen Regel dürfen Filme keine Inhalte enthalten, welche die »nationale Einheit, Souveränität oder territoriale Integrität gefährden (…) Chinas Würde, Ehre und Interessen verletzen«.

 

Durch diesen Schritt der chinesischen Filmverwaltung gelten jetzt für chinesische Kurzfilme dieselben Regeln wie für im Inland produzierte abendfüllende Spielfilme. Kurzfilme müssen eine Genehmigung beantragen, bevor sie im Ausland gezeigt werden dürfen.

 

Die South China Morning Post zieht einen Zusammenhang der Maßnahme mit der Diskussion um die Cannes-Premiere (Mai, 2024) des fiktiven Dokumentarfilm „An Unfinished Film“[1] von Lou Ye. Der Regisseur verwendet Outtakes aus älteren Indie-Filmen, um Entwicklungen in China darzustellen und behandelt kritisch die Einmischung des Staates während der Corona-Pandemie.

 

Unabhängige chinesische Kurzfilme waren in den letzten Jahren immer häufiger auf internationalen Filmfestivals zu sehen und erfolgreich. Es ist bereits von einer Erneuerung der sogenannten Sechsten Generation chinesischer AutorInnen die Rede.

Im Rahmen des Cannes Festiv1l 2024 bemühten sich die chinesischen Behörden in einem eigenen Pavillon in Selbstdarstellungen der Branche und bewarben internationale Beteiligungen, wie in dem Seminar „New Talents Going Global Program“ der China Film Foundation und eine Podiumsdiskussion über die „Stimme und Ausdauer von Filmemacherinnen“.

Trotz der Kampagnen für eine globale Verbreitung dürfen ab sofort auch Kurzfilme nur auf Antrag, mit offizieller Erlaubnis, auf ausländischen Festivals eingereicht werden.

 

 

Quellen:

Global Times (englischsprachige Zeitung der KP China mit dem Ziel »das globale Informationsdefizit zu eliminieren«) https://www.globaltimes.cn/page/202407/1315575.shtml

South China Morning Post (Hong Kongs größtes englischsprachiges Medium): https://www.scmp.com/news/china/politics/article/3269352/china-regulator-says-short-films-must-now-follow-script-overseas-screenings?campaign=3269352&module=perpetual_scroll_0&pgtype=article

Channel News Asia (englischsprachiges Medium der Mediacorp Singapur): https://www.channelnewsasia.com/east-asia/china-short-films-obtain-permits-overseas-screening-movie-regulator-4464991?utm_source=shortverse.beehiiv.com&utm_medium=newsletter&utm_campaign=having-a-bal

 

 

[1] Der in Mandarin gedrehte Film hat in China keine Erlaubnis für öffentliche Kinovorführungen. Offizielle Produktionsländer sind Singapur und Deutschland (ZDF/Arte).

 

Bild: Broschüre „The Public Screening Guide“ @Shanghai International Film Festival