
Die Gewinnerinnen und Gewinner des Deutschen Kurzfilmpreises 2024 mit Kulturstaatsministerin Claudia Roth. © Maximilian Probst
Am 21. November wurden in der Internationalen Kulturfabrik Kampnagel in Hamburg die Deutschen Kurzfilmpreise 2024 verliehen. Kulturstaatsministerin Claudia Roth sagte in ihrer Rede:
„In 68 Jahren Deutscher Kurzfilmpreis war und ist allen Nominierten eines gemein: Die Liebe zum Kurzfilm als das filmische Format der Vielfalt und der Kreativität. Kurzfilme haben ihre eigene Ästhetik, ihre eigene Sprache und entfalten damit auch eine ganz eigene Wirkmacht auf der Leinwand. Von der experimentellen Pionierarbeit der Kurzfilmkünstlerinnen und -künstler profitiert die Filmkunst in Deutschland und der Welt. Insbesondere die großartigen Werke, die wir heute mit dem Deutschen Kurzfilmpreis ehren, sind cineastische Entdeckungsreisen mit bleibendem Wert“
Die Filmschaffenden, die am Donnerstagabend mit dem Deutschen Kurzfilmpreis ausgezeichnet wurden, freuten sich über jeweils 30.000 €.

MELODIES OF BARKING DOGS © Filmakademie Baden-Württemberg
Die Auszeichnung für den besten Spielfilm bis 10 Minuten Laufzeit ging an Rebecca Hartung, Alexia Wallemacq und Daniel Huss für den Film MELODIES OF BARKING DOGS. Die Jury würdigte:
Die originelle Erzählung, in Kombination mit einem starken Ensemble und einer sensiblen Kamera-Arbeit, sorgen für einen stimmungsvollen Kurzfilm, der uns von Beginn an in die filmische Welt hinein gezogen hat und der einen ganz besonderen Humor zelebriert.

FIRE DRILL © Marco Müller
In der Kategorie Kurzspielfilm bis 30 Minuten wurde Maximilian Villwock (Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF) für den Film FIRE DRILL ausgezeichnet. Die Jury bemerkte:
„Regisseur und Autor Maximilian Villwock ist tief in jene Welt eingetaucht, aus der er seine Geschichten schöpft. In der scheinbaren Leichtigkeit seiner präzisen Beobachtungen spüren wir die Monate der intensiven Milieurecherche auf dem offenen Meer. […] FIRE DRILL ist kein radikaler Film, sondern ein leises, lyrisches Werk voller Hoffnung. Es schöpft aus der Wirklichkeit die poetische Kraft des Kinos. “

DETOURS WHILE SPEAKING OF MONSTER © Deniz Şimşek
In der Kategorie Experimentalfilm ging der Deutsche Kurzfilmpreis an DETOURS WHILE SPEAKING OF MONSTERS von Deniz Şimşek. Die Jury begründete ihre Entscheidung:
„Ein Film, der die vielstimmige Geschichte einer Landschaft in der Türkei behutsam zum Sprechen bringt. Sein Rhythmus ist komplex wie die historischen Ereignisse und mythischen Erzählungen, die sich in ihm verschränken. […] Es scheint, als versuche der Film in diesen Bewegungen Ausmaß und Schwere einer Geschichte von Repression, Vertreibung und Genozid nachzuzeichnen, die an diesem Ort bis heute nachwirkt, und damit anzudeuten, was die Grenzen der Vernunft übersteigt.”

DULL SPOTS OF GREENISH COLOURS © Wait a Second! GbR
Als bester Animationsfilm wurde DULL SPOTS OF GREENISH COLOURS von Sasha Svirsky (Produzent Karsten Matern) ausgezeichnet. Die Jury lobte:
„Zwischen wimmelnden Strichzeichnungen und sich ausdehnenden granularen Massen wird der Film immer wieder heimgesucht von Gesichtern, die sich permanent verformen und vervielfachen – vom anonymen Social-Media-Grinsen über kubistisch verzerrte Guernica-Wiedergänger bis hin zum maskenhaften Starren eines russischen Diktators. […] Mit DULL SPOTS OF GREENISH COLOURS gelingt Sasha Svirsky ein visuell und erzählerisch eigenwilliges politisches Tagebuch, ein Film gegen die Betäubung und Hoffnungslosigkeit. ”

EINE EINZELNE TAT © radpaar films
Als bester Dokumentarfilm wurde Constanze Wolpers EINE EINZELNE TAT prämiert – die Jury bemerkte:
„In ihrem vielschichtigen Werk verbindet Wolpers virtuos Aspekte deutscher Identitätsbildung durch TV-Fußballübertragungen mit Migrationsgeschichte und strukturellem Rassismus, ohne dabei ihre eigenen Privilegien aus den Augen zu verlieren.”

HOME SWEET HOME © Majmun Films
In der Kategorie Bester mittellanger Film, der mit 20.000 € dotiert ist, gewann Annika Mayer mit HOME SWEET HOME. Hierzu befand die Jury:
„Der Film erlaubt es uns, der zugewandten Nähe zwischen der Filmemacherin und ihrer Protagonistin beizuwohnen und sich diesem schwierigen und schmerzhaften Thema in all seiner Komplexität zu nähern. Rose berichtet schonungslos trocken und mit teils beißendem Humor. Die kluge Montage und das bedachte Sounddesign verweigern sich der Sensationsheischerei. […] Ein hochaktueller Film.”
Wir gratulieren allen Preisträger*innen ganz herzlich!
Weitere Informationen, auch zu allen Nominierten unter: www.deutscher-kurzfilmpreis.de
2025 werden alle nominierten und ausgezeichneten Filme im Rahmen der KURZ.FILM.TOUR. bundesweit in den Kinos zu sehen sein.
In Partnerschaft mit der BKM und der Kurzfilmagentur Hamburg zeigt ARTE aktuell noch zwei Gewinner und drei Nominierte der Lola 2024: MELODIES OF BARKING DOGS, Preis in der Kategorie Kurzspielfilm bis 10 Minuten, DULL SPOTS OF GREENISH COLOURS, Preis in der Kategorie Animationsfilm, THAT’S ALL FROM ME, nominiert in der Kategorie Experimentalfilm, BULL’S HEART, nominiert in der Kategorie Kurzspielfilm bis 10 Minuten sowie TAKO TSUBO, nominiert in der Kategorie Animationsfilm. Die Filme sind bis zum 22.12.2024 in der Mediathek zu sehen.