#07 | shortfilm.de x Indiefilmtalk | Festivals in Zeiten von Krisen, Krieg und Konfrontationen – Teil 3

Filmfestivals: Räume für Dialog und Verständigung in Krisenzeiten

Seit Juni 2023 kooperieren wir mit Indiefilmtalk, dem Podcast übers Filmemachen und möchten in loser Folge gemeinsam (kurz)filmrelevante Themen besprechen, die uns besonders am Herzen liegen.

 

 

In unserer heutigen Kooperationsfolge geht es erneut um Filmfestivals und ihren Weg in Zeiten von Krisen und Kriegen ihrer besondere Verantwortung, als Plattform für Dialog und Reflexion gerecht zu werden. Sie nehmen die Rolle wahr, gesellschaftliche Konflikte sichtbar zu machen und zugleich Räume für Verständigung zu schaffen. Darüber, wie Festivals mit diesem Thema umgehen können,  sprechen wir heute mit Heleen Gerritsen, Leiterin des goEast Filmfestivals, und Daniel Sponsel, künstlerischer Leiter des DOK.fest München. Beide legen großen Wert auf die Schaffung eines Raumes für Dialog und berichten über die Herausforderungen und Unwägbarkeiten, die sie in den vergangenen Jahren erlebt haben.

Dies ist die dritte Folge einer mehrteiligen Reihe zum Thema „Festivals in Zeiten von Krisen, Krieg und Konfrontationen“.

 

Umgang mit geopolitischen Konflikten: Ein immerwährender Prozess

Für das goEast Festival stellten sich bereits wenige Monate nach Beginn des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine zahlreiche herausfordernde Fragen. Eine zentrale Überlegung war, ob russische Filme weiterhin gezeigt werden sollten und welche Filme genau als „russisch“ gelten. Diese Debatte war äußerst schwierig, da viele ukrainische Filmschaffende eine klare Distanzierung von allem, was russisch konnotiert ist, forderten. Gleichzeitig betonte das Festival seine Solidarität mit der Ukraine, was bei einigen in der Community das Gefühl verstärkte, nicht mehr willkommen zu sein. Heleen Gerritsen erklärt, wie schwer es ist, solche radikal unterschiedlichen Positionen in einem Raum zu vereinen.

 

Respektvolle Diskussionen: Die Rolle von Moderation und Konfliktmanagement

Daniel Sponsel betont in diesem Zusammenhang die enorme Bedeutung eines guten Konfliktmanagements bei Podiumsdiskussionen oder Publikumsgesprächen. Eine deeskalierende Moderation sei entscheidend, um Spannungen zu lösen, ohne neue zu schaffen. Sponsel berichtet von speziellen Workshops und Coachings, die sein Team im Umgang mit solchen Situationen vorbereitet haben. Eine respektvolle und sachliche Gesprächskultur ist dabei essentiell, um echte Verständigung zu ermöglichen.

 

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