Relaunch: Änderungen bei der Einreichplattform Reelport

Screenshot Festival Call - Zugriff 25.05.17

Screenshot Festival Call – Zugriff 25.05.17

Nach mehr als 10 Jahren hat Europas größte Einreichplattform Reelport im Jahr 2016 ihre Online-Schnittstelle komplett überarbeitet. Grund war, dass die alte Struktur nicht mehr mit neuen Funktionen aktualisiert werden konnte. Und diese sind nötig, um mit neuen Playern auf dem Markt konkurrieren zu können. Nach einer Beta-Phase haben die Kölner im Februar 2017 schließlich ihre Filmemacher-Kunden aufgerufen einen neuen Account zu eröffnen und die Entries aus ihrem bisherigen Accounts in den neuen Reelport zu importieren. Inzwischen ist die alte Website nicht mehr zugänglich.

Was ist neu? Zunächst fällt natürlich die neue Optik auf. Mit dem Relaunch hat die Plattform ein neues Gesicht bekommen – wie zum Beispiel die schlichte, noch etwas hakelige Seitengestaltung und hellere, freundlichere Farbtöne. Aber die Gestaltung der Website ist nur eine von vielen Veränderungen und natürlich nicht die Wesentlichste.

Da Reelport Dienstleister sowohl für Einreicher wie Filmemacher und Distributoren als auch für Festivals, die über die Plattform Einreichungen sichten und verwalten, ist, gibt es nach wie vor zwei getrennte Bereiche mit je eigenen neuen Features.

Filmemacher wird es freuen, dass Uploads kostenfrei sind und eine Einreichung nur noch 2 € kostet. Neu ist auch, dass Filme nicht hochgeladen werden müssen, sondern stattdessen Links von Vimeo eingebettet werden können. Auf Wunsch können Filmemacher festlegen, ob ihre Filme in Reelport eingebettet sind oder auf ihrer Vimeo-Seite gesichtet werden, um zum Beispiel statistische Auswertungen, die Vimeo anbietet, bekommen zu können. Abgeschafft wurde hingegen die virtuelle Währung „reels“. Bezahlt werden kann jetzt via PayPal oder Kreditkarte. Weitere Zahlungsmöglichkeiten sind noch in Arbeit.

Nicht unwichtig für Filmemacher ist, dass Reelport Filmfestivals auf ihre Seriosität prüft, was unter anderem der amerikanische Konkurrent Withoutabox bislang unterlassen hat. Dies bietet eine gewisse Sicherheit nicht auf einem der inzwischen vielen Fake-Festivals zu landen. Also Schein-Festivals, die nur virtuell online existieren – mit dem einzigen Zweck Einreichgebühren abzukassieren. Reelport hat sich deshalb auch „Fair Submissions“ angeschlossen – einem Bündnis zusammen mit den Plattformen Festhome/Uptofest, FilmFestivalLife und Shortfilmdepot.

Im Festivalbereich sind die Veränderungen umfangreicher. Auch hier wurden die Kosten für die Leistungen reduziert. Unter anderem entfällt die jährliche Grundgebühr. Die Abrechnungen für Festivals sind komplexer als für Filmemacher, da zum Beispiel eventuell auch Einreichgebühren verrechnet werden müssen und damit der Verwaltungsaufwand höher ist. Eine einfache Preisliste wie für die Einreicher gibt es auf der Website von Reelport nicht. Die Konditionen müssen im direkten Kontakt ausgehandelt werden. Das gilt auch für Rabatte und Fee Waivers.

Neu für Festivals ist, dass sie ihren Call selbst erstellen – je nachdem wie man es sieht – dürfen beziehungsweise müssen. Neu ist auch, dass Einreicher den Zugang von Filmsichtern selbst verwalten können, also nicht mehr den Service in Köln kontaktieren und dazu beauftragen müssen. Auch andere Funktionen, die eher im Hintergrund arbeiten und sowohl die Einreicher als auch die Plattformbetreiber entlasten, wurden an Algorithmen abgegeben, welche Prozesse automatisch auslösen statt wie bisher manuell, also ressourcen- und zeitintensiv, veranlasst werden mussten.

Verbesserungen gibt es auch bezüglich der Kommunikationsmöglichkeiten zwischen Festivals und Filmemacher direkt über Schnittstellen der Plattform – wie zum Beispiel Statusmeldungen zum Stand von Sichtungen und deren Ergebnisse. Eines hat sich nicht geändert: die Filme werden wie zuvor auf Serverfarmen von Amazon gehostet.

Reelport arbeitet stetig an der Weiterentwicklung der neuen Plattform. So sind für Ende des Jahres neue Features für Distributoren in der Pipeline. Permante Innovationen sind auch nötig, denn der Markt für Einreichplattformen, Filmportfolio-Verwalter und Filmvermittler mit Funktionen, die nicht mehr eindeutig auseinander zu halten sind, ist nach Jahren der Stagnation aktuell stark in Bewegung geraten.

rww

URL: www.reelport.com/