Am 4. September 2008 erhielt der Film „Tierra y pan“ von Carlos Armella den Goldenen Löwen im Kurzfilmwettbewerb des Filmfestivals Venedig. Die von Armella zuhause in einem Interview nach der Bekanntgabe des Preises geäußerte Kritik am staatlichen Instituto Mexicano de Cinematografia (Imcine) wirbelte viel Staub auf und dominierte die Schlagzeilen der Berichterstattung über den Preis. Armella kritisierte, dass IMCINE ihm keine Unterstützung gewährte, auch nachdem sein Film die Einladung nach Venedig erhielt. Bereits zuvor konnte er eine Einladung zur Teilnahme am Festival in Locarno nicht wahrnehmen, weil ihm die Mittel fehlten den Film rechtzeitig fertigzustellen.
„Tierra y pan“ (Boden und Brot) ist eine Reflektion über Elend und Armut in Mexiko. Carlos Armella drehte zuvor unter anderem in London während seines Filmstudiums den mittellangen Film „A Dead End Store“ und in Mexiko den Dokumentarfilm „Toro negro“ sowie einen Film über die Dreharbeiten von Alejandro Gonzalez Inarritu’s Film „Babel“.
In Rahmen der Readership Conference für Zeitungsverlage (WAN Amsterdam) referierte Marcel Fenez, Global Leader for the Entertainment & Media practice bei PricewaterhouseCoopers Hong Kong, über die Zukunftsaussichten für traditionelle Medien. Fenez sagte, die Behauptung traditionelle Medien seien tot, wäre übertrieben. Er gab ihnen vielmehr noch mindestens fünf Jahre Lebenszeit! Grund: vorerst würden die über Fünfzigjährigen die traditionellen Medien noch stützen.
Dies würde sich erst ändern, wenn die erste Internet-Medien-Generation erwachsen wird, also im Jahr 2012. Fenez meinte aber tröstend, dass auch diese Generation noch Qualitätsinhalte schätzen würde und merkte an: »They’re tired of watching videos of a dog running up a tree«.
Die von Fenez vorgetragene These basiert auf der neuesten Studie der renommierten Unternehmensberaterfirma PricewaterhouseCoopers über die Zukunft der Medien und Unterhaltungsindustrie.
Animate Projects und RSA Arts & Ecology haben sieben internationale Künstler mit der Herstellung von animierten Kurzfilmen zu ökologischen Themen beauftragt. Die im September 2008 fertig gestellten Arbeiten nähern sich auf unterschiedliche Weise – manche melancholisch, manche humorvoll – dem Thema ökologischer Ausnahmezuständen wie, unter anderem, dem Klimawandel, dem Waldsterben oder der Manipulation von Landschaften. Unter dem Einsatz unterschiedlichster Techniken wie animierter Zeichnung, Super-8-Film und Textanimation brechen die Arbeit mit Sehgewohnheiten und Klischees in der gegenwärtigen Diskussion über Umweltkrisen und ihre Folgen für die Menschheit.
Die Filme und Künstler kommen aus Großbritannien (Jordan Baseman, Phil Coy, Simon Woolham), der Schweiz (Elodie Pong), Österreich (Manu Luksch), Schweden (Christine Ödlund) und Korea (Young-Hae Chang).
STOP. WATCH tourt ab September in Großbritannien und ist anschließend bis Anfang 2009 international zu sehen. In Deutschland wird das Projekt im ZKM Karlsruhe vorgestellt. Ab November 2008 können die Filme auch online betrachtet werden.
URL: Animate Projects
Eine der Aufgaben des dänischen Filminstituts Det Danske Filminstitut (DFI) ist der Vertrieb von Kurz- und Dokumentarfilmen für den Einsatz in öffentlichen Institutionen, wie Schulen oder Bibliotheken. Früher waren 16mm-Filme das gängige Verbreitungsformat. Dies wurde von der VHS-Kassette und der DVD abgelöst. Seit Anfang dieses Jahres ist aber auch dies Geschichte ...
Kurz- und Dokumentarfilme für den öffentlichen Sektor werden nun ausschließlich online vertrieben. Hierzu wurde die Plattform Filmstriben gegründet. Inzwischen liegen dort mehr als 400 Filme und pädagogisches Begleitmaterial in digitaler Form bereit. Der Dienst kann von öffentlichen Institutionen auf der Basis eines pauschalen Jahresabonnements genutzt werden. Es spielt dabei keine Rolle wie viele Filme wie oft aufgerufen werden.
Die Filme können – wegen des Digital Right Managements – nur mit Windows Media 9 Player abgerufen werden.
Das DFI verabschiedet sich damit auch vom nichtgewerblichen DVD-Vertrieb. Produzenten wird empfohlen beide Vertriebswege zu nutzen und den DVD-Vertrieb selbst zu organisieren, wozu unter bestimmten Umständen Fördermittel zur Verfügung gestellt werden können.
Quelle: DFI Nachrichtendienst
Der Kölner Gaming-Sender GIGA startet zusammen mit dem europäischen Kurzfilmsender SHORTSTV die wöchentliche Kurzfilm-Show ’SCREEN SHORTSTV’. Das eigens für die GIGA Zuschauer kreierte Format wird prominent zur Prime Time ausgestrahlt (Samstag ab 22:00 Uhr. Zweitausstrahlung: Sonntag ab 22:00 Uhr).
’SCREEN SHORTSTV’ präsentiert eine Auswahl an qualitativ hochwertigen Kurzfilmen aus ganz Europa, Dokumentationen und Berichte von internationalen Kurzfilmfestivals (z.B. Oberhausen oder Hamburg), sowie einen Blick hinter die Kulissen von Filmsets. Interviews mit bekannten Filmexperten und aufstrebenden Nachwuchsfilmern sowie Tipps und Tricks zum Filmemachen runden die neue Show ab. Unter dem Motto ‘Everyone can be a filmmaker’ sind Zuschauer und junge Filmemacher eingeladen, eigene Kurzfilme einzusenden und andere Beiträge zu bewerten. Die Gewinner dieses permanenten Kurzfilmwettbewerbes werden nach einem monatlichen Online-Voting durch die GIGA-Community auf giga.de in der Show gezeigt.
In den ersten beiden Ausgaben von SCREEN SHORTSTV zeigt GIGA u.a. den britischen Kurzfilm DESSERTS mit Ewan McGregor und den deutschen Kurzfilm GONE UNDERGROUND mit Katja Flint, der von dem Hollywood-Kameramann Michael Ballhaus mit HD-Kameras inszeniert wurde.
Shorts International verfügt über einen Katalog von 3.000 Filmen, die an über 120 Medien & Plattformen (TV, Kino, DVD, Video-on-Demand, Breitband/Internet, Mobile, Fluggesellschaften) geliefert werden . Shorts International betreibt außerdem die Kurzfilmsender SHORTSTV, SHORTSTV France und SHORTSTV Corto, die per Kabel, Satellit oder Mobiltelefon zu empfangen sind. Shorts International ist ferner Partner von iTunes. Hauptsitz der Firma ist London (UK) mit angeschlossenen Büros in Paris, München, New York und San Diego.
GIGA Digital ist ein deutsches Fernsehunternehmen mit Sendungen über die Welt der Computer- und Video-Spiele. Das Programm wird über Satellit, im digitalen Kabelnetz sowie online verbreitet. Die GIGA Digital Television GmbH ist ein Unternehmen der Premiere Gruppe. Die Aktie der Premiere AG brach im Oktober 2008 um über 50% ein. Aktuell wird über eine Übernahme durch Murdochs News Corp, die bereits mehr als ein Viertel der Anteile an Premiere hält, spekuliert. Die Zukunft von GIGA ist insofern ungewiss.
http://www.giga.de
http://www.shortsinternational.com
http://www.shortstv.fr/
Mehr und mehr Filmemacher aus dem Nahen Osten finanzieren ihre Filme mit europäischem Geld. Einige stellen direkt Anträge bei entsprechenden europäischen Fördermaßnahmen, andere suchen dafür Koproduktionspartner in Europa. Beide Wege stellen eine große Herausforderung für die Filmemacher dar. Sie sehen sich mit schwierigen Fragen konfrontiert, wenn sie abwägen sollen, wie sie ihr Projekt am Besten konzipieren um in Europa erfolgreich zu sein.
Irit Neidhardt, die den Vertrieb und Verleih mec film mit Sitz in Münster (D) leitet, bietet nun speziell für Regisseure und Regisseurinnen aus dem Nahen Osten ihre Dienste an. Die Hilfe kann durch die Teilnahme an Workshops, aber auch als individuelle, begleitende Beratung einzelner Projekte wahrgenommen werden.
Die seit 2002 bestehende mec film (middle eastern cinemas) ist eine Verleih-, Vertriebs- und Beratungsfirma für Filme aus dem Nahen Osten. Mecfilm repräsentiert kurze, mittellange und abendfüllende Filme, die einen anderen Blick auf die Region ermöglichen – immer aus der Innenperspektive. Zum Repertoire von mec film gehören unter anderem Filme von Amos Gitai, Michel Khleifi und Eyal Sivan sowie israelische und palästinensische Kurzfilme.
Schon wieder verabschiedet sich ein Veranstalter aus der Festivallandschaft. Nach 15 Jahren fand im April 2008 im Anthology Archive zum letzten Mal das New York Underground Film Festival statt.
Das 1996 gegründete Festival wurde zunächst in der New York Film Academy und ab 1998 im Anthology Archive veranstaltet. Konzeptionell dem filmischen Underground verpflichtet, institutionalisierte und bündelte es nach dem überschreiten ihres Zeniths die Bewegung des Cinema of Transgression, die sich bis dahin in Clubs und Bars der Lower East Side entfaltet hatte. "The New York Underground Film Festival seeks to go beyond the mainstream of film and video and present works of a countercultural, provocative and at times controversial nature", hieß es damals; und 1998 wurde noch die Warnung ausgesprochen: "These films are not for the timid or weak of heart. They will shock, surprise, enrage and offend you."
In den Anfangsjahren zeigte das NYUFF überwiegend lange Filme. Bald wurde es aber zum wichtigsten Kurzfilmfestival New Yorks. Bis zuletzt beibehalten wurde aber die Kombination von Programmen mit provokativen Dokumentar-, Experimental- und Trashspielfilmen. Ebenfalls von Anfang an fester und mindestens ebenso wichtiger Bestandteil des Festivals waren die Special Events und Partys nach den Filmprogrammen.
Viele der in den letzten 15 Jahren präsentierten Filme und Filmemacher - überwiegend aus New York und dem Rest der Vereinigten Staaten - sind heute wohl nur noch lokal oder in einschlägigen Szenen bekannt. Darunter sind aber auch Namen wie Martha Colburn, Matt McCormick, Miranda July, Bill Brown, Jeann Liotta, Jennet Thomas, Deborah Stratman, James Fotopoulos, Kent Lambert und Jeff Krulik, die allesamt dem Festival eng verbunden waren.
Getragen wurde das Festival - ohne in Förderstrukturen eingebunden zu sein - immer nur durch den Enthusiasmus einzelner Personen in wechselnden Konstellationen, wie insbesondere dem langjährigen Leiter Ed Halter. Er spann ein Netz von Programmmachern, von denen einige immer wieder im Screening Committee oder als Gastkurator für das Festival arbeiteten, wie zum Beispiel Seth Price, Peggy Awash, Bradley Eros, Noel Lawrence oder Astria Suparak. Zwei von ihnen, Nellie Killian und Kevin McGarry, beabsichtigen nächstes Jahr eine neue Organisation mit dem Namen ‚Migrating Forms’ (nach dem gleichnamigen Film von James Fotopoulos) zu gründen, die nächstes Jahr mit einem neuen, anderen Festival und ganzjährigen Veranstaltungen starten möchte.
Im Verlauf seiner Geschichte wurde das NYUFF zu einer anti-institutionellen Institution, die das Abseitige, Verbotene und Verpönte so gut propagierte, dass es als Cutting Edge hoffähig oder nicht mehr als provokant empfunden wurde.
URL: http://www.nyuff.com
Migrating Forms: http://www.migratingforms.org
Im Juni 2008 öffnete das Tribeca Film Institute (TFI) das Filmportal Reframe. Ziel des Portals ist es das filmkulturelle Erbe durch Digitalisierung zu erhalten und zu verbreiten. Reframe hilft Filmemachern, Verleihen und Archiven bei der Digitalisierung und ermöglicht über den Verkauf als DVD oder per digitalem Download deren Finanzierung. Reframe zielt mit kulturell wertvollen und künstlerisch wichtigen Filmen vor allem auf den nicht-gewerblichen edukativen Markt.
Zugleich soll Reframe aber auch eine Informationsquelle für die filminteressierte öffentlichkeit werden. Reframe richtet sich auch an Filmwissenschaftler und Pädagogen, die mit oder über Film arbeiten. Im Rahmen des Portals können registrierte Nutzer Blogs zu bestimmten Filmemachern, Genres oder Themen einrichten. Zum Start des Portals haben die Betreiber bereits eine Reihe namhafter Filmkritiker, Filmemacher und Filmwissenschaftler gewonnen, die fundierte Informationen bereitstellen und kuratorische Empfehlungen aussprechen.
Die Auswahl des Angebots beziehungsweise des Vertrieb-Repertoires erfolgt unter filmkuratorischen Gesichtspunkten. Reframe ist deshalb dezidiert keine Plattform für user-generated Content. Die Filme im Reframe-Katalog können gegen Gebühr als DVD-on-Demand bestellt oder heruntergeladen werden. An den Einnahmen sind die Filmemacher bis zu 50% beteiligt.
Bislang wurden 500 Filme digitalisiert und in das Repertoire aufgenommen. Darunter zum Beispiel Experimentalfilme von Sally Potter oder Ken Jacobs, Dokumentarfilme von The Maysles Brothers oder D. A. Pennebaker, aber auch internationale Spielfilme, wie zum Beispiel Werke von Godard, Greenaway und Wong Kar-Wai. Die Organisatoren des Projekts hoffen innerhalb eines Jahres den Katalog auf 10.000 Titel erweitern zu können.
Reframe wurde ermöglicht durch eine großzügige Unterstützung der MacArthur Foundation und die Kooperation mit CreateSpace und Amazon.
Das Tribeca Film Institute ist eine gemeinnützige Einrichtung zur Förderung und Verbreitung von Filmkultur, die von Robert De Niro, Jane Rosenthal und Craig Hatkoff gegründet wurde. Zu den weiteren Projekten des TFI gehören unter anderem das Tribeca Film Festival, die TFI Youth Programs und die Tribeca Cinemas in Lower Manhattan.
URL TFI: http://www.tribecafilminstitute.org/
URL Reframe: http://reframecollection.org
FilmPlatform in Kopenhagen ist eine neue Einrichtung für unabhängige, dänische und internationale Filme, die keinen Zugang zu den gängigen Distributionskanälen finden.
Mindestens einmal im Monat veranstaltet FilmPlatform einen Filmabend. Die jeweilige Auswahl wird von verschiedenen Mitgliedern des Netzwerks kuratiert. Es sind meist Länder- oder Themenprogramme - wie zum Beispiel im September 2008 ein Programm mit baskischen Kurzfilmen und im Oktober ein Experimentalfilmprogramm. Die Veranstaltungen finden in Szenelokalen und Cafés in der Innenstadt Kopenhagens statt.
Neben den monatlichen Filmabenden organisiert FilmPlatform auch besondere Events und Projekte. FilmPlatform versteht sich als Netzwerk für Filmemacher, die sich untereinander und mit dem Publikum austauschen möchten. Der Trägerverein wird von vier Frauen geleitet, die mit internationalen Erfahrungen aus unterschiedlichen Film- und Kunstbereichen kommen. Dem erweiterten Netzwerk gehört unter anderem der amerikanische Kurator Jack Stevenson an.
URL: http://www.filmplatform.dk
Der dänische Zusammenschluss europäischer Filmemacher und Produzenten Filmmakers' Independent Digital Distribution (FIDD), der bereits den regionalen Fernsehkanal Skandinavia betreibt, ist nun auch Betreiber eines Video-on-Demand-Portals mit weltweiter Reichweite.
Movieurope bietet europäische Kurz-, Dokumentar- und Spielfilme online gegen Bezahlung von 15 bis 35 dänischen Kronen je Aufruf an. In der ersten Etappe wurde das Portal in dänischer Sprache gestartet. Eine Förderung der Europäischen Union in Höhe von 1 Million Euro ermöglicht die Erweiterung auf ganz Europa. Bis Ende 2008 soll das Portal in englischer und deutscher Sprache etwa 500 Filme anbieten. Für 2009 sind zehn weitere Sprachversionen geplant.
Bis zum Jahr 2010 sollen 50 Millionen dänische Kronen aus Eigenmittel der FIDD, öffentlichen Förderungen und Venture-Kapital investiert werden, um zum weltweit größten Vertrieb für europäische Filme zu avancieren. Ein Katalog von 50.000 Filmen wird angepeilt. Die nicht-exklusiven Rechte werden den Teilnehmern mit 50% der Einnahmen entgolten.
Initiator von Movieurope und der FIDD, der inzwischen knapp 300 Filmemacher als Anteilseigner angehören, ist der dänische Regisseur und ehemalige Zentropa-Geschäftsführer Niels Aalb?k Jensen.
URL Online-Portal: http://www.movieurope.dk
URL TV: http://www.skandinavia.tv
Die vom MEDIA Programm der Europäischen Kommission unterstützte Informations-Plattform für den europäischen Film Cineuropa.org mit Sitz in Brüssel plant die Einrichtung eines VoD-Service für europäische Spielfilme.
Zu diesem Zweck ruft Cineuropa.org jetzt Rechteinhaber auf Filme auf DVD zur Verbreitung auf der neuen Plattform zur Verf�gung zu stellen. Cineuropa.org übernimmt die Digitalisierung und das Digital Rights Management sowie das Streaming und die Systempflege. Die Einnahmen werden 50:50 mit den Rechteinhabern geteilt.
Ausführender Partner von Cineuropa.org ist die in Berlin ansässige Moviepilot GmbH - eine Kooperation zwischen der Verleih- und Produktionsfirma Jetfilm und den Softwareentwicklern Das Büro am Draht. Moviepilot betreibt eine deutschsprachige DVD-Verkaufs- und Video-on-Demand-Plattform. Eine Besonderheit von moviepilot.de sind individuelle Filmempfehlungen, die mit Hilfe eines Algorithmus aus dem Vergleich der eigenen Vorlieben mit den Vorlieben anderer registrierter Nutzer und Filmkritiker errechnet werden. Damit werden auch jeweils noch unbekannte Filme entdeckt und empfohlen.
Die Cineuropa-Plattform soll nach diesem Modell speziell für europäische Spielfilme entwickelt werden. Auch dieses Projekt wurde vom MEDIA-Programm unterstützt.
Quelle: http://www.cineuropa.org/vod.aspx?lang=en&treeID=1542
Der internationale Pharmakonzern Lundbeck (Sitz: Dänemark) hat in Spanien einen Kurzfilmwettbewerb mit dem Motto „Combate la depresión con creatividad“ ausgeschrieben. Interessierte Filmemacher konnten sich mit Drehbuchentwürfen für Filme, die sich gegen die Stigmatisierung von Krankheiten des Zentralnervensystems wenden, bewerben. Eine Jury wählt drei Projekte aus, die eine Produktionsf�rderung von 15.000 Euro erhalten.
URL: http://www.sncfilm.com/
In jüngster Zeit sind weltweit nicht wenige Filmfestivals sang- und klanglos aus der Festivallandschaft verschwunden - oft gab es nur eine kurze aufgeregte nationale oder gar nur regionale Diskussion und ansonsten in der internationalen Presse allenfalls eine Kurzmeldung. So auch im Falle des Festivals im nordschwedischen Ume?.
Im Februar-Newsletter des Filmkontakt Nord stand lapidar: "Umeå Filmfestival Closes - The cultural department of the municipality in Umeå has decided, after 22 years, to stop its financial support for Ume? International Film Festival. As a direct consequence, the festival is closing down." Wie man auf der Website des Festivals herausfinden kann, wurde diese Entscheidung aber bereits im November 2007 getroffen.
Wie in vielen anderen Füllen - gleich in welchem Land - wurde die öffentliche Förderung dem Festival in Umeå ohne fachlich fundierte Diskussion und ohne Rücksicht auf die Betroffenen durch eine kurzfristige Entscheidung in kommunalen Gremien entzogen. Mit der Folge, dass die Organisatoren und Festivalleiter Thom Palmen nach 22 Festivaljahren plötzlich vor einem Scherbenhaufen standen und auch noch in kürzester Zeit die eigene Abwicklung besorgen mussten.
Auch die Argumente für den Rückzug der Kommune sind - bis auf wenige lokale Besonderheiten - leicht übertragbar und klingen vertraut: das Festival würde zu viel kosten, habe zu wenig öffentliche Aufmerksamkeit und zu wenige Zuschauer (zuletzt 14.000 Besucher). Auch habe sich der Veranstalter nicht ausreichend um finanzielle Entlastung durch Zusammenarbeit mit potentiellen Partnern bemüht. Ausschlaggebend für die Entscheidung der Kommune auszusteigen, war aber wohl der Rückzug eines anderen Förderers, das Schwedische Filminstitut (Svenska Filminstitut). Lokalspezifisch ist bei diesem Fall der Abwicklung eines Festivals wohl nur die konkrete Kritik der Kommune, das Festival habe einen Vorschlag des Schwedischen Filminstituts zur Trägerschaft filmischer Aktivitäten mit regionalem Schwerpunkt ausgeschlagen und sich damit selbst geschadet.
Letzteres ist aus der Ferne schwer zu beurteilen. Fest steht aber, dass ein Festival von der Landkarte verschwunden ist, das in den letzten Jahrzehnten internationale Filmkultur in eine der abgelegensten Regionen Schwedens (Vøsterbotten) gebracht hat. In Zukunft sollen aber - so bemühten sich die Verantwortlichen die Kritik an den filmkulturellen Folgen des Festivalausfalls abzuwiegeln - die Mittel für eine Vielzahl filmischer Aktivitäten und ehrenamtlich arbeitender Initiativen eingesetzt werden.
Auf der legendären griechischen Insel Santorini hat ein internationaler Freundeskreis ein Festival für Super-8-Filme gegründet: D?TOURS soll vom 20. bis 23. Juni in der Ortschaft Oia stattfinden. Oia ist kinolos verfügt aber über viele weiße Wände, die als nüchtliche Projektionsflächen dienen sollen. An vier Abenden sollen 10 Projektoren an verschiedenen Stellen aufgestellt werden und stumme Super-8-Filme auf die alten Gemäuer zu werfen.
In Ergänzung zu den Open-Air-Projektionen, wird es als After-Midnight-Veranstaltung, die Möglichkeit geben auf der Terrasse eines Bücherladens Tonfilme zu zeigen oder stumme Filme live zu vertonen.
Eingereicht werden k�nnen Super-8-Filme aller Genre bis zu einer Laufzeit von 20 Minuten, die noch nicht auf anderen Festivals gezeigt wurden. Anmeldeschluss ist der 1. Juni 2008.
URL: http://www.festivaldetours.org/
Der indische Regisseur Shekkar Kapur ("Elizabeth") übernimmt die Regie des von Anthony Minghella geplanten Kurzfilmbeitrag für den Episodenfilm "New York, I Love You". Der Beitrag sollte mit Minghella's Sohn Max im April in der Upper East Side gedreht werden. Minghella selbst hat vor seiner Krebsoperation, die er nicht überlebte, seinen Freund Kapur darum gebeten.
"New York, I Love You" ist ein Nachfolgeprojekt des Episodenfilms "Paris, Je t'aime" (2006) mit 12 Kurzfilmen von renommierten Spielfilmregisseuren.
Quelle: www.shekharkapur.com/blog/archives/2008/03/my_last_convers.htm
Seit 2003 schreibt MTV weltweit Wettbewerbe für 30-Sekunden-Spots aus. Ein Gewinner je regionalem MTV-Kanal wird weltweit auf MTV ausgestrahlt und im Internet im Portal www.breakmtv.com beworben. Seit April 2008 schreibt nun auch MTV Arabia einen solchen Wettbewerb aus.
Der Wettbewerb richtet sich an Kunststudenten, Videokünstler und angehende Filmemachermacher. Den Gewinnern wird außerdem ein Workshop oder Praktikum beim lokalen MTV-Sender angeboten. MTV Arabia möchte mit dem Wettbewerb auch den Nachwuchs im Nahen Osten fördern. Der Regionalmanager Samir Al Marzouki betonte anläßlich des Starts des Wettbewerbs, "MTV bringt nicht nur internationale Kultur in den Mittleren Osten - das Network ermöglicht auch den Fluss in umgekehrter Richtung".
MTV Arabia ist der jüngste Zugang bei MTV Networks International und ist ein Joint Venture mit der Arab Media Group, dem größten Medienkonzern in den Arabischen Emiraten mit Sitz in Dubai. MTV Arabia ging im November 2007 auf Sendung. Anmeldeschluss für den Kurzfilmwettbewerb ist der 1. Juli 2008.
In Folge umfassender filmpolitischer Änderungen, die letztes Jahr vom Parlament verabschiedet wurden, sind die vormals eigenstündigen filmkulturellen Institutionen und Filmfördereinrichtungen Norwegian Film Institute, Norwegian Film Development und Norwegian Film Fund zusammengelegt geworden. Die verschiedenen kulturellen und filmindustriellen Bereiche firmieren jetzt unter dem gemeinsamen Dach des Norwegian Filminstitute (Norsk Filminstitutt). Kulturminister Trond Giske spricht von der größten Veränderung in der Geschichte des norwegischen Films.
Das neue Filminstitut nahm am 1. April 2008 seine Arbeit auf. Tags zuvor hatte der Kulturminister die neue Leitung öffentlich vorgestellt. Als Chefin wurde Nina Refseth berufen. Sie steht fünf Fachabteilungen vor. Vier der fünf neuen Positionen sind besetzt, die Berufung für eine Stelle steht noch aus. Der bislang in der neuen Struktur übergangene, ehemalige Leiter der Auslandsabteilung, Jan Erik Holst, hat einen Rechtsanspruch auf eine Position in der Leitung geltend gemacht. Zum Hintergrund gehört, dass alle bisherigen Mitarbeiter der alten Institutionen sich neu um eine Stelle bewerben mussten. Unter den neuen Führungskräften sind einige, die keinen Filmhintergrund haben und aus anderen Branchen (Manager aus Finanzwirtschaft, Telekommunikation und Verlagswesen) kommen. Ihre Aufgabe wird auch sein, die neue Leitlinie norwegischer Filmpolitik umzusetzen: mehr Geld für weniger Filme!
Die neue Institution hat 100 Mitarbeiter, einen Betriebsetat von 100 Millionen Kronen und verwaltet Fördermittel in Höhe von 300 Millionen Kronen. Sitz ist das Filmhus in unmittelbarer Nachbarschaft des Rathauses von Oslo. Aktueller Nachtrag: Inzwischen wurde die noch offene Abteilungsleiterstelle besetzt und Jan Erik Holst als Koordinator internationaler filmkultureller Ereignisse in Norwegen angestellt.
URL: http://www.nfi.noInfo über die Umstrukturierung (nur in der norwegischen Fassung): http://www.nfi.no/nyheter/_nyheter/vis.html?id=2924
Seit März 2008 bietet YouTube ein neues Analyse-Tool an, das Filmemachern, die einen Account bei YouTube haben, hilft mehr über die Zuschauer ihrer Videos zu erfahren. Mit diesem, Insight genannten Tool lässt sich zum Beispiel herausfinden aus welchem Land oder welcher geografischen Region die meisten Betrachter eines Films auf YouTube herkommen. Auch lässt sich die Popularität des Films in einer Region messen und die Rankings in verschiedenen Regionen vergleichen. Wie YouTube mitteilte soll das Tool ständig um weitere Analyse-Instrumente erweitert werden.
Am Interessantesten dürfte Insight für kommerzielle Anwender sein, die damit zum Beispiel Werbekontakte auswerten können. In diese Richtung geht auch die jüngste Erweiterung des Tools: Im April wurde Insight um ein Feature ergänzt, das Auskunft darüber gibt, wie und wo die Betrachter den betreffenden Film gefunden.
Bislang profitieren bei YouTube nur die sogenannten Partner an Werbeeinnahmen. Die Frage der Werbung ist in Social Networks heiß umstritten. Grundsätzlich wäre YouTube daran interessiert, dass sich auch die normalen Nutzer dem Schalten von Werbung öffnen, denn an den Einnahmen ist YouTube immer beteiligt. Außerdem würde eine solche Akzeptanz ganz allgemein ein besseres Umfeld für die Werbewirtschaft schaffen.
Im April gab YouTube erstmals Zahlen über die anteiligen Ausschüttungen von Werbeeinnahmen bekannt: seit dem Start des sogenannten Partnerprogramms im Mai vergangenen Jahres seien $ 1 Million an die Teilnehmer ausgezahlt worden.
Quelle/Info: www.youtube.com/blog

Seit Oktober 2007 präsentiert das Virtual Museum Zuidas in Amsterdam auf der Contemporary Art Screen Zuidas (CASZuidas) ein täglich wechselndes Programm mit internationaler Film- und Videokunst. Das Projekt versteht sich als Erweiterung des Konzepts von Kunst im öffentlichen Raum auf Bewegtbilder.
Der 7 x 4 Meter große LED-Bildschirm CASZuidas wurde auf der Zuidplein - ein belebter Platz in der Nähe des Südbahnhofs - aufgerichtet. Vom frühen Morgen bis spät in die Nacht wird den Passanten ein Programm angeboten, das auf die Tageszeit und die Aufmerksamkeitsspannen der Passanten abgestimmt ist. Den passenden Synchronton zu den Filmen liefert eine Mobiltelefonleitung. Zu besonderen Anlässen werden, insbesondere abends auch Spielfilme und längere Musikfilme wie in einem Open-Air-Kino mit Ton ausgestrahlt.
Bei der Auswahl des Programms arbeiten die Veranstalter mit Institutionen, Festivals und Verleihen zusammen. Zu diesen gehörten bislang unter anderem Montevideo, Impakt Festival, Argos, Tank.TV und Loop-Pool. Für das Konzept und die Produktion des Programms ist der Kurator Jan Schuijren verantwortlich. Unterstützt wird das Projekt von der Foundation Art and Public Space (SKOR).
Info und Programm
Im Januar 2008 hat die französische Kulturministerin bekannt gegeben, dass die Fördermittel im Sektor „culture multimédia“ gestrichen werden. Die Entscheidung fiel ohne Vorankündigung oder Rücksprache mit den Betroffenen. Nun sind mehr als 100 Kulturzentren sowie Festivals, Workshops und Projekte in ihrer Existenz bedroht. Teilweise oder indirekt betroffen sind landesweit außerdem fast 20.000 kulturelle Initiativen.
Um dies abzuwenden haben die wichtigsten Verbände der Öffentlichen Bildung (fédérations d’education populaire pour les arts et la culture) einen gemeinsamen Aufruf zum Widerstand gegen diese Maßnahme aufgerufen. Außerdem hat die Fédération nationale des acteurs, „culture multimédia“, zu einer Generalversammlung (Assemblée Générale) in Paris eingeladen.
Infolge der Mittelkürzungen mussten inzwischen Anfang des Jahres schon einige Institutionen und Vereine ihre Arbeit einstellen, wie zum Beispiel die Association du Multimédia Jeunesse.
Die multimediale Kulturförderung wurde 1998 eingeführt, um die neuen Kulturtechniken zu demokratisieren und die künstlerische Produktion zu fördern. Eine Abschaffung dieser Förderung stehe, so die Betroffenen, im krassen Widerspruch zur Regierungserklärung des französischen Präsidenten zur Entwicklung der Informationsgesellschaft.
Appell
Communiqué in Englisch

Das spanische, öffentlich-rechtliche Internetportal Filmotech bietet anläßlich der 22. Goya-Verleihung auf ihren Sonderseiten zu diesem wichtigsten spanischen Filmpreis eine Auswahl der nominierten Kurzfilme zum Download an. Die Gebühr beträgt 0,60 Euro.
Außerdem stehen kurze Trailer der nominierten Filme – auch der anderen Kategorien – online als Streaming Videos zur Verfügung. Zu jedem Film gibt es eine Informationsseite mit Stabangaben und einer Synopsis.
Filmotech ist die Filmplattform der spanischen Urheberrechts-Organisation EGEDA. Siehe auch unser Bericht vom Dezember 2007.
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Im Januar 2008 trat die Arbeitsgemeinschaft „bild-rausch“ in Saarbrücken mit ihrem ersten Videofestival an die Öffentlichkeit. Im Kommunalen Kino 8 1/2 zeigten die Veranstalter zwei Tage lang internationale Videoarbeiten und Installationen von jungen Medienkünstlerinnen. Das Programm bestand aus einer Auswahl von etwa 50 Arbeiten von verschiedenen Künstlerinnen, die in der Online-Datenbank von „bild-rausch“ vertreten sind. Anlass war die Verabschiedung der Videokünstlerin und langjährigen Professorin für Neue Künstlerische Medien an der Hochschule der Bildenden Künste Saar (Saarbrücken), Ulrike Rosenbach, die „bild-rausch“ im Jahr 2003 als studentisches Projekt gründete.
Die Arbeitsgemeinschaft bietet auch in Zukunft eine Online-Plattform für den Dialog und die Vernetzung von Medienkünstlerinnen, KuratorInnen, KunstvermittlerInnen und Galerien. „Bild-rausch“ sammelt Arbeitsinformationen und aktuelle Webseiten von Künstlerinnen und stellt diese als Online-Archiv mit einer Kurzbiografie, einer kleinen Bildauswahl sowie dem Weblink zur Verfügung. Die Datenbank umfasst mittlerweile einen umfangreichen Bestand von etwa 180 internationalen Künstlerinnen, die sich mit eigenem Profil im Internet präsentieren.
Interessierte Künstlerinnen, die mit modernen Medien arbeiten (z.B. Fotokunst, Videokunst, Performance- und Aktionskunst, Computerkunst, Netzkunst , Klangkunst, GameArt) sind eingeladen, sich bei „bild-rausch“ anzumelden. Anmeldeformulare finden Sie unter: http://bild-rausch.de/CMS/index.php?option=com_content&task=view&id=517&Itemid=92
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Die neue digitale Plattform SEEDOX.org bietet zum aktuellen Dokumentarfilmschaffen Südosteuropas Länderessays über Albanien, Bosnien, Kroatien, Mazedonien, Montenegro, der Republik Moldau, Serbien und UNMI Kosovo an.
Mit SEEDOX.org werden Informationen zu Dokumentarfilmen aus Südosteuropa erstmals auch international für Festivals und Programmmacher zugänglich gemacht. SEEDOX.org bietet komfortable Suchfunktionen.
Von rund 250 Filmen sind bereits jetzt filmografische Daten abrufbar, darunter bei 150 zusätzlich Fotos und Inhaltsangaben. Die Angaben wurden eigens für das Projekt recherchiert. Die Datenbank versteht sich als "work in progress". Weitere Texte und Interviews mit Akteuren der Dokumentarfilmszene ergänzen die Länderessays.
SEEDOX.org ist eine Initiative, die sich beim 7. goEast Filmfestival gegründet hat und durch die Unterstützung des Balkan Fund der European Cultural Foundation und des Goethe Instituts ermöglicht wird.
Quelle: goEast Filmfestival Newsletter
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