Bei ARTE wird der Kurzspielfilm von der Redaktion Spielfilm (L´unité cinema) betreut, die sowohl für Koproduktionen als auch für Lizenzankäufe verantwortlich ist. Kurzspielfilme werden von den Anstalten der ARD, dem ZDF und ARTE France eingebracht. Die Redaktion schlägt den Partnersendern Kurzfilme zur Koproduktion bzw. zum Ankauf vor und prüft die Programmvorschläge der Redakteure der Sender. über den Ankauf bzw. die Koproduktion der vorgeschlagenen Kurzspielfilme entscheidet in letzter Instanz die redaktionsunabhängige und paritätisch besetzte Programmkonferenz.
Pro Jahr werden für das ARTE-Programm auf diesem Weg insgesamt zwischen 35 und 40 Kurzspielfilme koproduziert und ca. 60 Lizenzen angekauft. Die Kurzfilmkoordination auf deutscher Seite liegt bei ARTE Deutschland, die für Produzenten wichtigen Ansprechpartner befinden sich jedoch in den einzelnen Rundfunkanstalten des öffentlich-rechtlichen Systems.
Hauptzulieferer für das ARTE-Kurzfilmprogramm ist ARTE France, gefolgt vom ZDF. Der ARD-Anteil gliedert sich weiter in die Anteile der Landesrundfunkanstalten auf, die entsprechend ihrer Größe zu Programmzulieferungen verpflichtet sind. Von den 10 Anstalten der ARD beteiligt sich der WDR, der jährlich rund ein Dutzend Ankäufe für ARTE tätigt, am umfangreichsten. Der WDR ist neben ARTE France und dem ZDF auch ein Produzent des Kurzfilmmagazins "Kurz-Schluss". Die Zahl der von den übrigen ARD-Anstalten eingebrachten Kurzspielfilme schwankt.
ARTE Deutschland TV GmbH
Thomas Neuhauser (Koordination)
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Seit etlichen Jahren engagiert sich der Sender mit großem Erfolg im Bereich der Nachwuchsförderung, unter die auch seine Kurzfilmaktivitäten fallen. Die Redaktion steigt auch mit großem finanziellem Engagement in Kurzfilmproduktionen ein. Zu den 16 Koproduktionen im Jahr kommen noch ca. 5 Lizenzen jährlich, die der BR für 5-6 thematische Kurzfilmnächte wie bspw. die "BR-Fußball-Kurzfilmnacht" oder der "BR-Mystery-Kurzfilmnacht" erwirbt. Eigens zu diesen Zwecken wurde vor einigen Jahren auch eine Redaktion mit dem programmatischen Namen "Kurzfilm und Debut" eingerichtet. Schwerpunkt der Koproduktionen sind dem Nachwuchsauftrag entsprechend Hochschulproduktionen, insbesondere mit der Hochschule für Fernsehen und Film München. Der BR scheut sich nicht vor Genre-Produktionen wie "Cyber-Heidi 3D" (Ingo Sanden, D 2002), "Wichtig is´ auf´m Platz" (Tilmann Sanden, D 2001) oder "Der Templer" (Sebastian u. Florian Henckel v. Donnersmarck, D 2002). Die Regisseure haben oftmals aufstrebende Produktionsfirmen an der Hand, die von der Kooperation mit dem Sender im günstigsten Fall mit Nachfolgeaufträgen profitieren. Die Redaktion hat aber auch mehrfach ein glückliches Händchen bei der Pflege außergewöhnlicher Filmemacher bewiesen, als Beispiel sei "Der Atemkünstler" (D 2000) genannt, bei dem der Autodidakt Marco Kreuzpaintner zum Zug kam.
BR
Redaktion "Kurzfilm und Debut"
Dr. Claudia Gladziejewski
Rundfunkplatz 1
80300 München
Tel: +49 (89) 3806-5243
Fax: +49 (89) 3806-7602
Claudia.Gladziejewski@brnet.de
Von der HR-Redaktion "Fernsehspiel und Spielfilm" werden mit einem "klitzekleinen Etat" als Teil der Nachwuchsförderung auch Kurzspielfilme produziert. Entstanden sind Koproduktionen mit der Filmakademie Baden-Württemberg, beispielsweise die Kurzfilme "Always crashing in the same car" von Marcus Weiler (D 2001), "Shadowman" von Phillip Stennert (D 2001) und jüngst "Das Zeitbombenprinzip" von Christof Reiling (D 2003). Die Kurzfilmproduktion des HR ist mit insgesamt drei Produktionen in ebenso vielen Jahren allerdings recht "exklusiv".
HR-Latelounge
Die HR-Latelounge kauft regelmäßig die Rechte Ankäufe zur Ausstrahlung von Kurzfilmen, nutzt dafür allerdings fast ausschließlich Angebote von Kurzfilmvertrieben wie der "Kurzfilmagentur Hamburg" (KFA) oder "Kreck Filmproduktion". Es werden bevorzugt Kurzfilme mit Längen unter fünf Minuten angekauft, pro Jahr werden so circa 40 Kurzfilme in "Latelounge-Zapping" ausgestrahlt.
HR
Jörg Himstedt
Bertramstraße 8
60320 Frankfurt a.M.
Tel. +49 (0) 69 155 2552
Fax. +49 (0) 69 1554096
Die Redaktion Film/Serie innerhalb des Programmbereichs "Fernsehfilm, Serie und Kinder" koproduziert nur in Ausnahmefällen Kurzfilme, beispielsweise bei Finanzierungsproblemen oder Anfragen anderer ARD-Redaktionen. In den letzten Jahren beteiligte sich der MDR auf diese Weise an vier Hochschulkurzfilmen, die unter Federführung des ORB entstanden sind
Seit Ende 2002 gibt es ein Budget für die Produktion einer jährlichen Kurzfilmnacht, das allerdings ausschließlich für den Ankauf von Kurzfilmen regionaler Produzenten bzw. Filmen mit regionalem Bezug genutzt werden darf.
Mitteldeutscher Rundfunk
Programmbereich Fernsehfilm, Serie und Kinder
Lutz Müller
Kantstraße 71-73
04275 Leipzig
Tel.: 0341-300 78 09
Fax.: 0341-300 78 30
Die Redaktion Fernsehfilm des NDR schließt Koproduktionen von Kurzfilmen nicht aus, war aber in den letzten Jahren nur äußerst selten an der Finanzierung eines Kurzfilmprojekts beteiligt. Der Ankauf von Lizenzen geschieht ausschließlich in Zusammenarbeit mit der ARTE-Redaktion in Straßburg. Dabei werden je nach Angebotslage rund vier Kurzspielfilme pro Jahr angekauft.
NDR FernsehenRedaktion FernsehfilmBernd-Michael FinkeHugh-Greene-Weg 122504 HamburgTel: +49.(0)40.41564750Fax: +49.(0)40.41565449
rbb movies – die Hochschulfilmreihe des rbb-Fernsehens in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Film- und Fernsehen (HFF) "Konrad Wolf" und der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb)
Seit 2004 besteht im Rundfunk Berlin-Brandenburg die Hochschulfilmreihe "rbb movies". Damit setzt der rbb die Hochschulfilmkooperationen seiner Vorgängersender "Boomtown" vom SFB und "Durchbruch" vom ORB fort. In Zusammenarbeit mit der Babelsberger Hochschule für Film und Fernsehen "Konrad Wolf" (HFF) und der Deutschen Film und Fernsehakademie Berlin (dffb) entstehen jedes Jahr sechs 30-minütige Spielfilme, die im rbb-Fernsehen während des Studentenfilmfestivals "Sehsüchte" ausgestrahlt werden.
Ansprechpartnerin "rbb movies" im rbb:
Martina Nix
Abteilung Film Masurenallee 8-14
14057 Berlin
Tel: +49.(0)30.9799324107 Fax: +49.(0)30.9799324119
Martina.Nix
rbb-online.de
www.rbb-online.de
Die Fernsehfilmredaktion fördert innerhalb ihrer Nachwuchsreihe "Debüt im Dritten" junge Regisseure und Drehbuchautoren. Insgesamt werden neben fünf Langfilmen jährlich rund zehn Kurzspielfilme koproduziert, angekauft oder von anderen Dritten Programmen übernommen. Die Produktionen werden alle mit ARTE Geldern finanziert, was vor allem heißt, dass gleich zwei Redakteure in Baden-Baden und Straßburg von der Qualität des Projekts überzeugt werden müssen. Der SWR bietet zudem "Beistellungen", indem er beispielsweise Leistungen des hauseigenen Kopierwerks offeriert. Ziel ist, Talente an den Sender zu binden und mit ihnen weitere Projekte im "Grand Format" zu realisieren. Ein fast schon idealtypisches Beispiel ist der vom SWR koproduzierte Kurzspielfilm "Ballett ist ausgefallen" (Anne Wild, D 2001), dem etwas später der ebenfalls vom SWR produzierte Langfilm "Mein erstes Wunder" (Anne Wild, D 2002) folgte.
Südwestrundfunk (SWR)
Brigitte Dithard
Hans-Bredow-Straße
76530 Baden-Baden
Tel: +49.(0)7221.9293899
Die größte ARD-Anstalt, der WDR, hält sich aus der Produktion von Kurzfilmen weitgehend heraus, auch wenn sich die Fernsehfilm-Redaktion stark im Nachwuchsbereich engagiert.
Die Redaktion Spielfilm und die ARTE-Redaktion kaufen allerdings in einem im Vergleich zu anderen ARD-Sendern großen Umfang Kurzfilme für Sendeplätze im Programm des WDR und für ARTE. Insgesamt werden vom WDR rund 10 Kurzfilme jährlich für das eigene Programm angekauft, die Ankäufe für ARTE liegen ebenfalls bei 10 jährlich.
Kontakt:
WDR (Fernsehfilm-Redaktion)
Andrea Hanke
Dramaturgin/Redakteurin
WDR Fernsehfilm - 50600 Köln
Tel.: +49 (0)221 - 220 2996
Fax. +49 (0)221 - 220 6938
WDR (ARTE-Redaktion)
Dr. Sabine Rollberg
Appelhofplatz 1
50665 Köln
Tel: +49.(0)221.2204593
Fax: +49.(0)221.2202309
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