Immer öfter werden Kurzfilme nicht nur digital aufgenommen oder digital postproduziert, sondern auch auf digitalen Trägern verbreitet. Gleichzeitig boomt weltweit die Entwicklung von Breitbandnetzen, die bis zur letzten Meile, also bis zum Endverbraucher, schnelle Übertragungen großer Datenmengen zulassen. Deshalb können auch digitale Filme in immer besserer Ton- und Bildqualität über Telefonleitungen oder Kabelnetze verbreitet werden.
Diese beiden Entwicklungen konvergieren zu Video-on-Demand-Systemen. Der Prozess wird zusätzlich durch das wirtschaftliche Interesse von Netzbetreibern, also vor allem der Telecoms und Internet-Provider beschleunigt, die neue Dienste und neue Inhalte brauchen, um den Traffic auf ihren Netzen gewinnbringend zu erhöhen. In diese Marktlücke stossen neue Content Provider, die sich auf digitale netzgeeignete Produkte spezialisieren. Zu diesen Produkten gehört der Kurzfilm. Video-on-Demand-Systeme brauchen den Kurzfilm insbesondere in der Markteinführungsphase und für Pilotprojekte.
Grundsätzlich lassen sich zwei Nutzungsarten von Video-on-Demand unterscheiden: Produktangebote für Konsumenten und Serviceangebote für die Branche. Motor der Entwicklung ist der Consumer-Markt. Die Entwicklung von professionellen Tools für die Branche hinkt hinterher und ist wenig entwickelt.
Alle technischen Neuerungen wie etwa Verbesserung der Netzwerkarchitekturen, bessere Komprimierungs-Codes oder Bandbreitenoptimierung konzentrieren sich auf die Verbreitung zum Endverbraucher. Filmemacher und Produzenten blieben bisher in doppelter Hinsicht außen vor. Erstens profitieren sie kaum von den Umsätzen auf dem Online- oder Video-on-Demand-Markt. Denn diese Verbreitungsdienste werden den Filmemachern zwar ‘kostenlos’ offeriert, doch bringt die Auswertung ihrer Filme in der Regel keine Einnahmen aus der Wertschöpfungskette zwischen Providern und Konsumenten. Zweitens sind sie bislang ausgeschlossen, insofern die technischen Möglichkeiten von Business-to-Business-Strukturen für die Branche unterwickelt sind.
Insbesondere für den Kurzfilmbereich gab es bislang keine Branchenlösungen, obwohl er Hauptlieferant für die neuen VoD-Systeme ist. Erst in jüngster Zeit läßt sich auch im Bereich netzbasierter Dienste für die Branche eine Beschleunigung der Entwicklung feststellen. So wurden allein in den letzten Monaten in kurzen Abständen mehrere Anwendungen - auch für den Kurzfilmsektor - öffentlich präsentiert. Motoren und Träger dieser Entwicklung sind vor allem die organisierten Institutionen der Kurzfilmszene, also Festivals, Verleihe und Kurzfilmagenturen. Einige Vorläufer und Beispiele für B2B-Anwendungen sollen im Folgenden vorgestellt werden.
Beispiel AtomFilms - Filmhandel auf Umwegen
AtomFilms ist das bislang erfolgreichste Unternehmen im Bereich Streaming Video-on-Demand (SVoD). Auf den ersten Blick ist nicht erkennbar, dass AtomFilms einen lebhaften Filmhandel betreibt. Denn AtomFilms ist vor allem unter Konsumenten als Website bekannt und populär, weil dort eine große Auswahl unterschiedlichster Kurzfilme kostenlos gestreamt werden. Im Unterschied zu anderen Internetanbietern ist AtomFilms, wie man vermuten könnte, wirtschaftlich nicht von Werbung und Werbeeinnahmen abhängig. Denn das Hauptgeschäft wird hinter der netz-öffentlichen Fassade abgewickelt: der Handel mit Kurzfilmen. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in einer sehr geschickten Auswertung der eigenen Netzaktivitäten als Marktforschungsinstrument. Durch die Statistiken über die Besucher der eigenen Seiten und deren Nutzungsverhalten erhält AtomFilms sehr genaue Daten und aufschlussreiche Informationen über den Bedarf und die Struktur des Marktes. Zu diesem System gehören auch die Abfragen, ob und warum ein Filme gefallen habe, mit denen AtomFilms mit seinen Kunden in Dialog tritt. Aufgrund dieser Informationen, etwa der Popularität einzelner Filme, bringt AtomFilms dann mit großem Erfolg Filme auf DVDs oder VHS-Kassetten auf den Markt. Außerdem, und das ist das zweite Standbein, lassen sich so Filmrechte gewinnbringend an Partner verkaufen, zu denen immerhin Global Player wie Warner Brothers, Blockbuster oder Sony gehören. Dieser Filmhandel im Hintergrund ist dann auch die einzige Möglichkeit der Filmemacher an der ‘Wertschöpfungskette’ teilzunehmen, denn in der Regel zahlt AtomFilms nichts oder nur sehr wenig für die im Internet massenhaft verbreiteten Filme.
Filmemacherorientierte Dienste - zum Beispiel WAB
Withoutabox (WAB) ist in vielfacher Hinsicht eine Ausnahmeerscheinung. Es ist die erste Internetanwendung, in deren Konzeption und Struktur die Bedürfnisse der Filmemacher im Mittelpunkt stehen. Seit dem Sommer 2000 bietet Withoutabox Filmemachern eine zentrale Online-Filmregistrierung an. Der Service besteht darin, dass Filmemacher nach einer einmaligen Datenerfassung über eine Art Master-Entry-Form ihre Filme bei beliebig vielen Festivals ‘per Knopfdruck’ und papierlos anmelden können ("One Form - Once!"). Für die Anmeldung stellt WAB Filterfunktionen und Optionen zur Verfügung, die es erlauben - individuell auf den jeweiligen Film abgestimmt - geeignete Festivals auszuwählen.
Neben dem elektronischen Anmeldeformular ermöglicht WAB außerdem die zentrale Ablage eines "Online Press Kit", das nach Bedarf mit der Anmeldung weitergeleitet werden kann. Dies können einfache Texte zum Film, gestaltete Publikationen oder Bilddateien sein. Seit kurzem können auch Trailer oder Filmausschnitte ins Netz gestellt werden. Ein direkter Upload ist allerdings nicht möglich, d.h. die Filmausschnitte müssen konventionell auf einem Datenträger oder einer Videokassette zu Withoutabox geschickt werden. Hiermit sichert WAB einen Mindestqualitätstandard.
So bleibt Withoutabox auf dem halben Weg zu einem richtigen virtuellen Filmmarkt stehen, der möglich wäre, wenn die Dienste auch für Einkäufer oder auf den Filmmärkten der Festivals online zugänglich sind. Das von Filmemachern gegründete Unternehmen bleibt damit seiner Philosophie treu sich ausschließlich als Vermittler zwischen Filmemachern und Festivals zu verstehen. Obwohl in den USA weitverbreitet, konnte Withoutabox aber bisher außerhalb des eigenen Landes nicht Fuß fassen. (weitere Info über Withoutabox siehe Thema 12/2002).
Eine ähnliche europäische Initiative, die jedoch bezüglich Reichweite, Komfort und Vielseitigkeit nicht mit WAB vergleichbar ist, hat "Sauve qui peut le court métrage" ergriffen. Unter www.shortfilmdepot.com bietet der Veranstalter des Kurzfilmfestivals von Clermont-Ferrand jetzt eine Registrierungsplattform an. Ursprünglich für Einreichungen zum eigenen Festival entwickelt, basiert shortfilmdepot.com ("the ultimate shortfilm registration system") auf einer einheitlichen Anmeldemaske für alle Festivals, die sich beteiligen wollen. Die Betreiber arbeiten dabei mit der französischen Firma Boostup zusammen, die bereits den elektonischen Filmmarkt von Clermont-Ferrand und von Cannes ausgestattet hat.
Verleihorientierte Dienste - zum Beispiel Kurzfilmagentur Hamburg
Die meisten international aktiven Verleihe und Vertriebe sind schon lange mit ihren Katalogen online. In der Regel bieten diese Kataloge im Internet nur Textinformationen und bestenfalls Bilder zur Illustration. Eher selten gibt es kurze Filmausschnitte, wie zum Beispiel bei Lux Online (London), European Media Art Festival (Osnabrück) oder Video Data Bank (Chicago).
Sehr spät, dafür aber mit sehr komfortablen Suchmöglichkeiten und einem integrierten Bestellservice, hat die Kurzfilmagentur Hamburg jetzt ihren Verleihkatalog als Datenbank online gestellt. Der Katalog mit mehr als 300 Titeln richtet sich in erster Linie an die Kunden des Kurzfilmverleihs - ist also eine echte Branchenlösung. Kinos können dort passende Vorfilme zu ihrem Hauptprogramm finden, indem sie die Suche durch die Eingabe Stichworte, Themen, Filmstile, Genre oder Laufzeiten eingrenzen. Die ausgewählten Filme können dann direkt online bestellt werden. Ein besonderes Feature ist die Möglichkeit zu jedem Film ein Ankündigungsplakat zu gestalten, das man individuell gestalten und ausdrucken kann. Außerdem werden Standbilder für die Pressearbeit zur Verfügung gestellt. Ausschnitte aus den angebotenen Filmen gibt es aber bislang nur von einigen wenigen Filmen.
Festivalzentrierte Dienste - zum Beispiel Reelport
Vor einigen Jahren begannen die großen internationalen Kurzfilmfestivals ihre Filmeinreichungen als Videothek professionellen Besuchern ‘offline’, d.h. zur Sichtung vor Ort, zur Verfügung zu stellen. Insofern die Filminformationen ohnehin in Datenbanken erfasst wurden, war es nur logisch diese auch online zugänglich zu machen. Vorreiter für den Online-Zugang waren die Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen, die sehr früh ihren Marktkatalog in einem Passwort geschützten Bereich veröffentlichten. Inzwischen sind dort etwa 40.000 Titel registriert. Auch das Festival von Clermont-Ferrand bietet einen solchen Service mit etwa ebenso vielen Einträgen an. Da keine Filmausschnitte zu sehen sind und über die Recherche hinaus keine weiteren Dienste - etwa die direkte Vermittlung oder Anbindung der Rechteinhaber - angeboten werden, sind dies im Grunde nur Online-Versionen der gedruckten Kataloge.
Einen ganz neuen Weg geht Reelport - ein von MEDIA gefördertes Pilotprojekt europäischer Festivals. Reelport ist sowohl eine digitale Filmeinreichplattform als auch ein virtueller Filmmarktkatalog. In Zukunft will Reelport zusätzlich auch E-Cinema-Funktionen erfüllen. An der von den Internationalen Kurzfilmtagen Oberhausen gegründeten, bislang weitreichendsten Branchen-Plattform für den Kurzfilm sind derzeit das Göteborg Film Festival, die Kurzfilmfestivals Tampere und Vila do Conde sowie das Festival Signes de nuit und Exground Wiesbaden angeschlossen.
Über Reelport können Filmemacher aus aller Welt ihre Arbeiten anmelden und anschließend bei mehreren Festivals einreichen. Wie bei Withoutabox und shortfilmdepot.com gibt es auch hier eine Master-Entry-Form, die von den Filmmachern ausgefüllt werden muß. Die Eingabemaske von Reelport ist aber multilingual (derzeit 6 Sprachen).
Die technisch problematischste Seite aller Online-Einreichplattformen ist die Schnittstelle zu den Systemen der jeweiligen Festivals. Dies hat in der Vergangenheit dazu geführt, dass viele Festival zögerten und eigene Webformulare entwickelt haben. Bei Reelport erfolgt die Übergabe der Daten auf einem Web-Interface, das ermöglicht sowohl die Filmanmeldungen als auch die Datenfelder individuell online auszuwählen und dann als XML-Datei downzuloaden. Wie diese Daten weiterverarbeitet und in eigene Datenbanken eingearbeitet werden - zum Beispiel durch ein Importskript - bleibt den Festivals selbst überlassen.
Der wesentliche Unterschied zu anderen Einreichplattformen ist, dass bei Reelport mit der Anmeldung auch der Film selbst gespeichert wird. Filmemacher oder Produzenten können ihre Filme von ihrem Desktop direkt auf den Server schicken (upload). Damit wird nicht nur das Anmeldeformular übermittelt, sondern steht den beteiligten Festivals auch zugleich der Film zur Sichtung online bereit. Die Bild- und Tonqualität der eingereichten digitalen Filme hängt letztlich von den technischen Möglichkeiten und der Sorgfalt der Filmemacher und Einreicher ab. Bei ausreichender Auflösung kann der so übermittelte Film auch die Vorführkopie sein, die schließlich im Festivalkino projeziert wird.
Erst im Jahr 2004 in Betrieb genommen, hat Reelport schon seinen ersten Praxistest überstanden. So wurden zum diesjährigen Oberhausener Festival 750 Kurzfilme über Reelport eingereicht, von der Auswahlkommission gesichtet und während des Festivals im Filmmarkt zur Sichtung auf Monitoren bereitgestellt. Einer der über Reelport übermittelten Film wurde sogar im Wettbewerbsprogramm auf große Leinwand projeziert.
Reelport ist also mehr als eine Einreichplattform. Das Ziel des Pilotprojekts ist es im Verlauf der nächsten zwei Jahre die gesamte Festivalteilnahme eines Films von der Einreichung bis hin zur Projektion im Kino digital abzuwickeln.
Die dabei entstehende Filmdatenbank bildet schließlich die Grundlage für einen Online-Filmmarkt (derzeit noch nicht in Betrieb). Falls die Rechteinhaber einverstanden sind, kann der professionellen Öffentlichkeit - insbesondere Filmeinkäufern - ein passwort-geschützter Zugang zum Online-Filmmarkt gewährt werden. Da Reelport ein IP-Dienst im Internet ist, kann von überall, wo es einen PC mit Internetanschluss gibt, zugegriffen werden. Benötigt wird lediglich ein herkömmlicher Browser und der kostenlose Open-Source VLC-Mediaplayer.
Der Online-Filmmarkt soll in Zukunft auch Programmanbietern wie etwa Verleihern, Filmschulen oder Filmhändlern offenstehen, um ihr Repertoire weltweit im Netz anbieten zu können. Damit eröffnet Reelport völlig neue, ort- und zeit-ungebundene Vertriebswege für den Kurzfilm und könnte sich zu einem echten virtuellen Filmmarkt entwickeln.
(Anm. Ende Juli erscheint, nach einem Relaunch in neuem Design und mit einer weiter ausgebauten Struktur, Reelport version 2. URL: http://www.reelport.com)
Filmmarktzentrierte Dienste - virtuelle Filmmärkte
Für die Global Players der Film- und Medienwirtschaft gibt es schon seit geraumer Zeit virtuelle Filmmärkte und B2B-Lösungen für den Programmhandel. Deren Netzwerke beruhen in der Regel nicht auf dem öffentlichen Internet.
So hat zum Beispiel die französische Firma SmartJog für den Filmmarkt-Veranstalter Reed MIDEM (Cannes) ein komplett digitales System implementiert, das private Satelliten-Netzwerke zur Verbreitung der Daten nutzt. Im Unterschied zu Systemen, die auf zentralen Servern im dezentralen Internet basieren, sind für SmartJog spezielle dezentrale Client-Server an jedem Ein- und Ausgabepunkt erforderlich. Diese wesentlich kostspieligere Variante ermöglicht nicht nur Breitbandverbindungen hoher Kapazität in Echtzeit, sondern auch direkte Verbindungen zwischen Programmanbietern und Einkäufern. So können sich Einkäufer bei einem bestimmten Programmanbieter einloggen und den Programmkatalog über Datenleitung direkt zuschicken lassen. Über das gleiche System können Verträge abgeschlossen und anschließend auch die Programmware in Broadcast-Qualität ‘ins Haus’ geliefert werden. SmartJog wurde erstmals auf der MIPDOC 2005 in Cannes öffentlich eingesetzt. Die Sichtungsplätze waren mit den Servern von SmartJog und direkt mit dezentralen Programmanbietern verbunden, von denen sich die Einkäufer die Programmangebote auswählten und zur Sichtung auf den Bildschirm holten.
Solch luxuriös ausgestattete e-Filmmarkt-Systeme sind für den Handel mit Kurzfilmen sicher überdimensioniert. Aber auf bescheidenerer Ebene wird es bald auch für den Kurzfilm elektronische Filmmärkte geben. Neben Reelport stehen bereits weitere Projekte in den Startlöchern.
In einer Kooperation zwischen dem Kurzfilmfestival Clermont-Ferrand und dem Short Film Corner in Cannes hat die französische Firma Boostup an einem entsprechenden virtuellen Filmmarkt-System gearbeitet. Ein Vorteil des Systems von Boostup gegenüber anderen Architekturen ist, dass der Streaming-Video-Server verschiedene Ausgabe-Schnittstellen bedienen kann. Wie zum Beispiel PC, Set Top Boxen und die firmeneigene Terminalentwicklung mit dem eigenwilligen Namen "Boobox". In Frankreich wird das Boostup-Video-System bereits von einigen Festivals, allerdings nur lokal und offline, eingesetzt. Da die Kooperation zwischen Clermont-Ferrand und Cannes im Frühjahr aufgekündigt wurde ist noch nicht absehbar welche Folgen dies für die Entwicklung eines eigenen französischen Online-Filmmarkts haben wird.
Eine weitere Initiative hat Filmkontakt Nord angekündigt. Die von unabhängigen Kurz- und DokumentarfilmemacherInnen aus Dänemark, Finnland, Island, Norwegen und Schweden gegründete gemeinnützige Agentur mit Sitz in Kopenhagen plant unter dem Namen "Buyers’ Corner" ebenfalls einen virtuellen Filmmarkt mit Videostreaming-Service für Filmfestivals und Einkäufer. Grundlage ist die eigene Video Library und Filmdatenbank nordischer Kurz- und Dokumentarfilme. Buyers’ Corner soll Ende diesen Jahres online gehen.
(siehe auch Porträt Filmkontakt Nord Thema 03/2003)
Fazit
Bislang sind alle Initiativen für Business-to-Business-Anwendungen im Kurzfilmbereich sehr stark von den jeweiligen Bedürfnissen ihrer Auftraggeber beziehungsweise Träger geprägt. Sie unterscheiden sich durch jeweils spezifische Schwerpunkte und Dienste - ohne sich wechselseitig zu ergänzen oder gar kompatibel zu sein. Reine Einreichplattformen werden vermutlich scheitern, wenn sie sich nicht innerhalb ihres Sektors - geographisch oder zielgruppenspezifisch - ein Monopol erkämpfen. Ebenso sind Video-on-Demand-Systeme, die ausschließlich auf die Verbreitung von Kurzfilmen im Internet setzen, wirtschaftlich nicht tragfähig. Die geschickte Kombination von VoD mit Filmmarkt-Elementen, hingegen, hat Aussicht auf Erfolg. Allerdings steht zu befürchten, dass der Bedarf an Kurzfilmen auf dem VoD-Markt sinkt, sobald die Technik es erlaubt längere Formate in guter Qualität zu streamen. Die beste Lösung aus der Perspektive von Kurzfilmemachern gibt es noch nicht: ein gemeinsam betriebener virtueller Filmmarkt. Hierfür fehlt eine entsprechende Organisationsstruktur, wie etwa ein Verband oder eine Genossenschaft, die keine Partikularinteressen verfolgt. Absehbar hingegen ist, dass es in naher Zukunft mehrere virtuelle Filmmärkte mit unterschiedlichen Akzenten nebeneinander geben wird. Jetzt fehlen eigentlich nur noch viele viele Einkäufer von Kurzfilmen :-)
Reinhard W. Wolf