Neuerdings vergeht kaum eine Woche, in der nicht eine neue DVD mit Kurzfilmen angeboten wird. Mit der Durchsetzung der DVD als wichtigstem Trägermedium auf dem Consumer-Markt, gewinnt auch die Verbreitung von Kurzfilmen auf DVD immer mehr an Bedeutung. Die Videokassette ist inzwischen als Verbreitungsmedium für Filme fast vollständig von der DVD verdrängt worden.
Seit auch die Herstellung von DVDs dank preiswerter Authoring-Programme und erschwinglicher Hardware kostengünstiger geworden ist, eröffnen sich auch für die Verbreitung von Kurzfilmen neue Optionen.
Im diesem ersten Teil des Artikels werden die jüngsten Marktentwicklungen und das Angebot an DVD mit Kurzfilmen dargestellt. In einem späteren zweiten Teil soll dann - eher aus der Perspektive der Filmemacher und Produzenten, als aus der Sicht des Konsumenten - über die Möglichkeiten der DVD für den Vertrieb und die Promotion des Kurzfilms berichtet werden.
Festival-, Preisträger- und Jubiläums-DVDs
Immer häufiger veröffentlichen Filmfestivals DVDs mit Filmen aus ihrem Programm. Oft ist ein Jubiläum der Anlass wie zum Beispiel die DVDs zum 20jährigen Jubiläum der Kurzfilmtage Hamburg (Juni 2004) und zum ebenfalls 20. Jubiläum des Kasseler Dokumentar- und Videofest (November 2003). Auch das Festival du Court Métrage de Clermont-Ferrand brachte, im Februar 2004, zu seinem 25. Jubiläum eine DVD heraus. Solche Jubiläums-DVDs versammeln meist eine 'bunte Mischung' von Filmen verschiedener Genre und Produktionsjahre. Auf der Doppel-DVD des Kurzfilmfestivals Clermont-Ferrand findet man unter anderem Kurzspielfilm-Klassiker wie "Foutaises" (Jean-Pierre Jeunet, 1989), "Ilha das Flores" (Jorge Furtado, 1989), den Dokumentarfilm "Lift" (Marc Isaacs, 2001), aber auch den Experimentalfilm "Copy Shop" (Virgil Widrich, 2000) und "Härlig är jorden" (Roy Andersson, 1991) - letztere sind Titel, die sich übrigens auch auf anderen DVD-Kompilationen finden.
Die DVDs der europäischen Kurzfilmfestivals sind eher Zugaben und Souvenirs für die Festivalbesucher und werden von den Herstellern selbst vertrieben. Sie sind entsprechend preiswert (zwischen 10 und 20 Euro) und ihr territorialer Einsatz ist meistens nicht durch einen Regionalcode beschränkt.
In Nordamerika hingegen gehören Festival-DVDs meist zur Marketingstrategie eines Festivals oder dienen der Erwirtschaftung von Zusatzeinnahmen. Zu den Festivals, die schon seit längerem Kompilationen veröffentlichen, gehört das Slamdance Film Festival (Park City). Zum Slamdance-Festival 2004 erschien bereits die fünfte Ausgabe der DVD-Serie "The Dirty Dozen", wie die 1999 gegründete Edition heißt. Die Serie richtet sich vor allem an Kurzfilm-Liebhaber, die nicht zum Festival kommen. Im Slamdance-Online-Shop werden die "Dirty Dozen" mit dem Satz beworben: »They're an inexpensive way to watch the best of Slamdance shorts over and over, without a ticket to Park City«.
Andere Festivals in Nordamerika kooperieren bei der Herstellung von DVDs mit spezialisierten Produzenten und Vertriebsfirmen. Der Vorteil ist eine größere Reichweite, da diese DVDs dann eine Chance haben in die Ladenketten und Online-Shops zu kommen. Ein Beispiel hierfür ist die "Film-Fest"-Serie von Repnet mit Filmen der Festivals in Sundance, Cannes, Toronto, Hawaii, Santiago und anderen. Diese DVDs (Regionalcode 1) haben Magazin-Charakter mit redaktionellen Beiträgen über die betreffenden Festivals und werben mit den glamourösen Seiten der betreffenden Festivals beziehungsweise mit Celebrities und bekannten Filmemachern wie zum Beispiel mit George Lucas, Jim Jarmusch oder Stanley Kubrick.
Auch Filmschulen beginnen jetzt damit Studentenfilme auf DVD zu verbreiten. So veröffentlichte, auch wieder anlässlich eines Jubiläums, die Hochschule für Gestaltung und Kunst in Zürich eine DVD mit 17 Kurzfilmen. Und die Hochschule für bildende Künste Hamburg brachte Anfang 2004 eine DVD mit 24 Animationsfilmen heraus, die in den letzten 15 Jahren an der Schule unter der Leitung von Franz Winzentsen entstanden sind. Darunter auch der Oscar-Gewinner "Balance" von den Brüdern Lauenstein (Preis 25 Euro). Beide Schul-DVDs bieten außer den Kurzfilmen Hintergrund-Informationen und Begleit-Material an.
Neu ist die Produktion von DVDs im Auftrag von Institutionen, die Kurzfilme auszeichnen oder Wettbewerbe veranstalten. Schon seit längerem gibt es in Deutschland die Preisträger des Internationalen Medienkunstpreises (international media art award) auf DVD. Die vom ZKM und dem Südwestfunk herausgebrachten DVDs enthalten die Preisträger und Ausschnitte aus den nominierten Arbeiten (Die 50 Besten/The Top Fifty) und kosten nur eine Schutzgebühr von 5 Euro.
Im Februar 2004 kam erstmals eine DVD mit den Oscar-Gewinnern der 75. Academy Awards heraus, die für $19.99 (Listenpreis) erhältlich ist. Vielleicht handelt es sich bei dieser DVD um ein "spin off" der Sichtungs-DVD im Nominierungsverfahrens?
Ähnlich ließ nämlich die französische Académie des Arts et Techniques du Cinéma im Februar 2004 erstmals eine DVD mit den nominierten Kurzfilmen herstellen, die sie den 3200 Mitgliedern der Académie zur Sichtung der Filme zusandte. Diese Doppel-DVD, die in Kooperation mit der Agence Court métrage entstand, wurde allerdings (noch nicht?) veröffentlicht. Lediglich für den Gewinner des César du Meilleur Court Métrage ("L'homme sans t?te" von Juan Solanas) wurde - nach einer kurzen Frist für die Kinoauswertung - Ende Mai von MK2 eine DVD produziert. Wohl, weil nur 1 Kurzfilm auf einer DVD kaum verkäuflich ist, auch, wenn sie weniger als 6 Euros kostet, gibt es auf dieser DVD als "Bonus" einen drei Minuten Ausschnitt von der Preisverleihung und der Dankesrede und ein "Making of" von 75 Minuten Länge!
Etwas schneller war man in Spanien, wo nominierte und ausgezeichnete Kurzfilme der Goya-Verleihung bereits im Februar auf einer von Mare Films produzierten DVD in den spanischen FNAC-Filialen für 11,95 Euro erhältlich waren ("Los mejores cortos del cine - Volumen 4").
Kurzfilm-Kompilationen im Handel oder Online-Shop
Der Aufwand und die Marktnachfrage rechtfertigen in der Regel nicht die Herstellung einer DVD mit nur einem einzelnen Kurzfilms. Zu den wenigen Ausnahmen, wie der bereits genannte César-Gewinner, gehören Kurzfilme, die einen hohen Bekanntheitsgrad erreicht haben und auf Eigeninitiative der Filmemacher veröffentlicht werden. In Deutschland ist dies zum Beispiel der Film "Staplerfahrer Klaus" von Jörg Wagner und Stefan Prehn. Die DVD enthält neben dem nur 9 Minuten langen Film etwa 70 Minuten Begleitmaterial und wird von den Filmemachern selbst, aber auch von der Kurzfilmagentur Hamburg, verkauft (10 Euro).
Die Regel sind aber Kompilationen mehrerer Kurzfilme auf einer DVD. Es sind Filme in einem thematischen Kontext oder Werksammlungen einer Epoche oder Retrospektiven eines Filmemachers. Pionierarbeit leisteten dabei vor allem Labels in den USA. Nicht alle bahnbrechenden Ideen waren dabei auch wirtschaftlich erfolgreich. Umgekehrt kann Erfolg aber auch selbst zum Nachteil werden, nämlich dann, wenn kleinere Initiativen und Gruppen von jeweils größeren Firmen aufgekauft werden und dabei die Ursprungsidee auf der Strecke bleibt oder eine gute Konzeption aus kommerziellen Gründen verwässert wird.
Ein Kurzfilm-Magazin auf DVD: vom Short Cinema Journal zur Warner Short Serie
Bahnbrechend und als Konzept auch heute noch überzeugend war die Idee einer Gruppe von Kurzfilm-Fans in Kalifornien, die sich nach der Hausnummer ihres Firmensitzes "2014" nannten (2014 Pacific Avenue, Venice, Cal). Noch im selben Jahr, in dem die ersten DVD-Player auf den Consumer-Markt kamen, 1998, gründeten sie mit dem "Short Cinema Journal" ein DVD-Magazin, das neben aktuellen Kurzfilmen und Klassikern auch redaktionelle Beiträge, Aufzeichnungen von Performances und Regisseurporträts enthielt. Für jede Ausgabe wurde ein Thema gewählt, wie "Invention", "Dreams" und "Authority" für die ersten drei Ausgaben. Die erste Ausgabe, das "Short Cinema Journal 1:1", enthielt 13 Kurzfilme mit einer Laufzeit von 2 Stunden - darunter finden sich Filme wie "The Big Story" von Tim Watts und "Der Schwarzfahrer" von Pepe Danquart.
Die Magazin-Konzeption erinnert sehr an die des ARTE-Kurzfilm-Magazins - mit dem Unterschied, dass das "Short Cinema Journal", wie eine Zeitschrift, abonniert werden konnte und nur auf DVD verbreitet wurde. "2014" erkannte auch sehr früh das Potential der DVD mit 'interaktiven' Möglichkeiten mehr zu sein als nur ein Verbreitungsmedium oder ein neues Speichermedium für lineare Filme. So bietet das "Short Cinema Journal" vielfältige Navigationsmöglichkeiten an und macht u.a. von den technischen Möglichkeiten verschiedener Sprachversionen und Sound-Optionen Gebrauch.
Herausgebracht wurde die Scheibe von Polygram zum Einzelpreis von zunächst $ 24 . Im Abonnement des Herausgebers DVD-Mag war sie aber für weniger als 10 Dollar erhältlich. Nach drei Ausgaben wurde das "Short Cinema Journal" von Quickband Networks (Hollywood) übernommen und von Warner Home Video unter dem Serientitel "Short" vertrieben (später wurde Quickband von einer anderen Firma, dem Spezialisten für Breitband-Anwendungen On2, aufgekauft). Ehemalige Mitarbeiter und Gründer des "Short Cinema Journal" verließen zum Teil die Redaktion. Einer von ihnen, Scott Epstein, ging zur Broadcast DVD und konzipierte dort die Kurzfilm-Serie "Film-Fest" (siehe oben).
Ab der "Short 7" im Jahr 2000 bis zur letzten Ausgabe "Short 11 - Ecstasy" (2001) war Kim Adelman als Redakteurin für den Inhalt des DVD-Magazins zuständig (s.a. Faits Divers: Buchveröffentlichungen). Trotz der Firmenübernahmen, Streit um die Frage, ob das DVD-Magazin Werbung enthalten darf, und, trotz des Vertriebs durch den Branchenriesen Warner Bros. konnte Adelman die ursprüngliche Konzeption weitgehend fortführen. Wie die inzwischen legendären ersten drei Ausgaben enthielt auch das jetzt einfach nur "Short" genannte Magazin eine Mischung aktueller Kurzfilme und älterer Klassiker verschiedener Genre. So gab es in allen Ausgaben neben dem zu erwartenden, amerikanischen Kurzspielfilm auch immer internationale Beiträge sowie Experimental- und Dokumentarfilme. Zu den aktuellen Kurzfilmen gehörten sowohl bekannte, preisgekrönte Filme als auch Filme von Nachwuchsfilmemachern. In den späteren Ausgaben wurden allerdings die Klassiker immer häufiger durch ältere Filme bekannter Spielfilm-Regisseure, die sich wohl besser für die Werbung eignen, ersetzt. So enthielt das "Short Cinema Magazin 1:2" zum Beispiel "La Jetée" von Chris Marker und das Magazin 1:3 "Nacht und Nebel von Alain Resnais. Auf "Short 8" wurde dann Leni Riefenstahl's "Tag der Freiheit" veröffentlicht und bei "Short 10" stand George Lucas Studentenfilm "THX 1138" werbewirksam im Vordergrund.
Technisch wurde ab "Short 10" mit weiteren interaktiven Möglichkeiten - wie etwa optional wählbare Kameraeinstellungen - experimentiert. Die letzten Ausgaben der Serie - mit denen man gut 10 Stunden am Computer verbringen konnte - wurden im neuen DVD-9 Format veröffentlicht, das wesentlich mehr Kapazität und größere Interaktivität bietet, aber auch größere Anforderungen an die Abspielgeräte stellt und damit die Zahl der potentiellen Nutzer einschränkt.
Schließlich erschienen in der Short-Serie noch zwei internationale Ausgaben für den Export: Auf "Short: Release 1" wurde u.a. "Du Côte de la Côte" von Agnes Varda und auf Release 2 ein einstündiges Porträt der Regisseurin Jane Campion veröffentlicht.
Weitere Labels in den USA
Das erste Label, das die Magazin-Form der Short-Serie wieder aufgriff, war die Resfest Media Group - eine internationale operierende Organisation, die digitale Wettbewerbe veranstaltet und global als Festivalveranstalter auftritt, aber auch einen E-Mail-Newsletter und das Print-Magazin "Res" herausgibt. Resfest veröffentlicht zwei DVD-Serien: "Best of Rest Fest" und "Res DVD". Letztere als Beilage zum gleichnamigen Printmagazin. Die erste Best-of-Ausgabe enthält u.a. "Snack & Drink" von Bob Sabiston und "Deformer" von Mike Mills sowie Hintergrund-Berichte und Interviews mit den Filmemachern der Auswahl. Volume 2 enthält u.a. "Copy Shop" von Virgil Widrich, Mark Osborne's "More" (war auch auf der Short-Serie) und "Dog" von Suzie Templeton. Auf der dritten und bislang letzten Ausgabe sind u.a. "Terminal Bar" von Stefan Nadelman, "Jubilee Line" von Tim Hope und "Home Road Movies" von Robert Bradbrook zu sehen.
Auf der Zeitschriften-Beilage Res DVD überwiegen digitale Experimente, Audiospuren und Musikvideos (wie z.B. von Radiohead und Björk).
Die Resfest-DVDs werden mehrsprachig und mit allen Regionalcodes verbreitet (Preis: $17.95).
Auch Microcinema, eine andere Organisation, die unter dem Titel "Independent Exposure" mit Kurzfilmprogrammen tourt, veröffentlicht seit kurzem unter dem Label "The Blackchair DVD Collection" eigene DVDs und Importe aus Europa. Neben Dokumentar- und Spielfilmen werden u.a. Kurzfilm-DVDs mit Filmen von Zbig Rybczynski, Craig Baldwin, Miranda July und Kasumi sowie Kompilationen von Independent-Exposure-Programmen herausgebracht.
Einige interessante Kurzfilm-Klassiker finden sich beim Arthouse-Label Criterion - wie zum Beispiel "by Brakhage - an anthology" mit 26 Filmen von Stan Brakhage ($39.95).
Beispiele für unabhängige Labels in Europa
Lowave
Lowave ist ein unabhängiges Label für innovative Filmemacher mit Sitz in Paris. Lowave versteht sich als Drehscheibe für zeitgenössische audiovisuelle Produktionen, wie sie in den klassischen Distributionskanälen selten oder nie auftauchen. Nach der Kompilation "Stadtvisionen" ("Urban Visions", 2002) hat Lowave im März 2004 seine zweite DVD herausgebracht: "Lust : 12 Sexy Shorts". Die Lowave-DVDs enthalten neben den Filmen, Biographien der Künstler und Interviews. Eine Besonderheit ist die Untertitelung in 5 verschiedenen Sprachen und der Verzicht auf einen Regionalcode. Lowave richtet sich damit an ein internationales Publikum, das die kleine Edition vor allem im Kunstkontext sucht. Die DVDs werden deshalb vor allem über Museumsshops vertrieben - z.B. im Centre Pompidou (Paris), ICA und Tate Modern (London) oder im ZKM (Karlsruhe). "Urban Visions" ist in Deutschland aber auch bei der Kurzfilmagentur Hamburg erhältlich (26 Euro).
cinema16
In Großbritannien brachte Luke Morris, Produzent des Kurzfilms "Je t'aime John Wayne", letztes Jahr 16 britische Kurzfilme auf DVD heraus. Auf der DVD "British Short Films" finden sich bislang unveröffentlichte oder ältere 16mm-Kurzfilme bekannter Spielfilmregisseure wie Ridley Scott, Peter Greenaway, Mike Leigh und Chris Nolan. Aber auch Kurzfilme von Filmemachern, die bereits vor ihrer Spielfilmkarriere erfolgreich waren - wie Lynne Ramsey mit "Gasman", und, schließlich Beispiele von Künstlern, die dem Kurzfilm treu blieben, wie John Smith mit "Girl Chewing Gum". Interessant an dieser DVD ist auch, dass es zu den jeweiligen Filmen optional Voice-Over-Kommentare ihrer Macher gibt.
Morris' Strategie, mit sehr verschiedenen Beiträgen die Bedeutung des Kurzfilms für das (britische) Kino exemplarisch zu belegen und durch die bekannten Namen hervorzuheben, ging auf. Die DVD wurde in Großbritannien bereits in den ersten 12 Monaten nach ihrem Erscheinen mehr als 5.000 Mal verkauft (PAL, codefree, ?17.99 - bei der KFA Hamburg für 24.90 Euro).
Vom Erfolg der "British Short Films" bestätigt und gestärkt bringt Morris jetzt, im Juni 2004, unter seinem Label CINEMA16 eine zweite Kurzfilm-DVD mit Filmen europäischer Regisseure heraus. Auch auf der DVD "European Short Films" gibt es Frühwerke bekannter Spielfilmregisseure (Kieslowski, Godard, Lars van Trier, Tykwer), zeitgenössische Klassiker ("Härlig är jordan"/World of Glory von Roy Andersson) und aktuelle preisgekrönte Kurzfilme junger Filmemacher (mehr dazu siehe: FAITS DIVERS).
Antiprod
In Frankreich veröffentlicht das Gay&Lesbian-Label Antiprod bereits seit Jahren, neben Spielfilmen, auch internationale Kurzfilm-Kompilationen. In der Reihe "Courts mais gay" wurden zum Beispiel veröffentlicht: "Freunde" (The Whiz Kids) von Jan H. Krüger, "Far West" von Pascal-Alex Vincent und "W" von Luc Feit. Die siebte Ausgabe, "Courts mais gay tome 7", erscheint im Juni 2004 - unter anderem mit "Les Majorettes de l'Espace" von David Fourier (PAL, Regionalcode 2, 23,99 Euro).
Ebenfalls im Juni 2004 erscheint bei Antiprod die zweite Ausgabe der Serie "Courts mais lesbien", u.a. mit den Filmen "Amidonnée (Starched)" von Cath Le Couteur, "L'homme ideal" von François Ozon und "Odd Sock" von Collette Cullen (PAL, Regionalcode 2, 31,56 Euro).
Zum Schluss noch ein Blick auf die Szene in Deutschland. Hier haben Escapi Media in Kooperation mit dem Interfilm Festival Berlin und die Kurzfilmagentur Hamburg einen Anfang gemacht. Interfilm veröffentlichte letztes Jahr "Short Cuts Vol. 1" mit neuen und älteren Filmen, die im internationalen Wettbewerb des Festivals liefen, wie "God@Heaven" von Joe Neulight und "Covered with Chocolate" von Ansgar Ahlers (120 Min, 20 Euro). In Hamburg vertreibt die KurzfilmAgentur neuerdings nicht nur einige der oben genannten DVDs anderer Labels, sondern tritt mit einer Kinderfilm-DVD und einer Retrospektive der Animationsfilme von Franz Winzentsen auch selbst als Herausgeber auf ("Der Porzellanladen", DVD-9 mit Booklet, codefree, 25 Euro). Und einen besonderen Animations-Leckerbissen hat das Stuttgarter Studio Film Bilder herausgebracht: 50 Minuten Kurzfilme von Phil Mulloy!
Im zweiten Teil dieses Artikels wird es um die DVD als Mittel für Marketing, Vertrieb und Promotion gehen. Insbesondere soll die Entwicklung auch aus der Perspektive der Filmemacher und Produzenten dargestellt werden. Bis dahin sind Erfahrungsberichte und Meinungen zum Thema Kurzfilm auf DVD sehr willkommen!
Reinhard W. Wolf
Links: