
Am 4. November wurde in der Hauptstadt Litauens im neuen Jonas Mekas Visual Arts Center die erste Ausstellung eröffnet. Die Ausstellung „The Avant-Garde: From Futurism to Fluxus“ ist noch bis zum 3. Februar 2008 zu sehen und präsentiert Filme, Installationen, Skulpturen, Objekte sowie Dokumente und Texte. Die Ausstellung feiert die Rückkehr von zwei der bedeutendsten zeitgenössischen litauischen Künstler: Jonas Mekas und George Maciunas (1931-1978).
Das Jonas Mekas Visual Arts Center wird außerdem als führendes Forschungs- und Bildungsinstitut agieren, wo Schüler und Studenten die innovativsten Arbeiten der Avant-Garde Filmgeschichte und Fluxus-Kunst direkt erfahren können. Zu den Interessensgebieten zählen die Erschaffung eines umfassenden Filmarchivs, das alle Materialen im Zusammenhang mit Avant-Garde Kino enthält, sowie eine umfassende Film-Bibliothek. Ein ehrgeiziges Akquisitionsprogramm wurde bereits eingeleitet, um eine Sammlung zu schaffen, die den bedeutenden Platz von Fluxus in der Kunstgeschichte illustriert. Das Zentrum plant außerdem die Errichtung eines Fluxus-Forschungsinstituts mit Ressourcen und Programmen, die direkt
auf die Förderung progressiver Diskurse über die Fluxus-Kunst abzielen. Durch seine Aktivitäten hat das Zentrum eine Zukunft im Auge, in der Litauen international für seine Unterstützung der bildenden Künste anerkannt wird. Die Aktivitäten stehen im Zusammenhang mit der Ernennung von Vilnius als Europäische Kulturhauptstadt 2009.
Am 6. November erhielt Jonas Mekas in Vilnius vom Innenminister einen litauischen Pass. Mekas war nach seiner Deportation und Zwangsaufenthalten in deutschen Lagern, dann nach Ende des Zweiten Weltkriegs als Displaced Person in der amerikanischen Zone (Wiesbaden), in die USA emigriert und lebt seit 1949 in New York. Dort gründete er unter anderem die New York Film-Makers' Cooperative, das Film Culture Magazine und die Anthology Film Archives.
URL: Jonas Mekas Visual Arts Center
Siehe auch im Archiv von shortfilm.de: „Mekas goes online“

Vom 12. bis 17. November 2007 fand in Taghit das erste Kurzfilmfestival „Taghit d’or“ statt. Taghit ist eine Oase in den großen Dünen der Sahara in der westalgerischen Wilaya (Provinz) Béchar. Das Festival wurde von der Fondation Fennec d’Or, die in Algier ein Spielfilmwettbewerb veranstaltet, in Kooperation mit dem Fernsehsender EPTV ins Leben gerufen und wird vom Kulturministerium unterstützt.
Am nationalen Wettbewerb nahmen 32 algerische Kurzfilme aus den letzten beiden Jahren teil. Unter den Filmemachern waren vor allem Teilnehmer eines Drehbuchkurses, die eine öffentliche Förderung erhielten. In einem Panorama-Programm zeigte das Festival außerdem eine kleine Auswahl internationaler Filme. Das Festivalprogramm wird anschließend mittels eines Ciné-Bus auch in anderen Gemeinden der Provinz gezeigt.
An der Abschlussveranstaltung nahm auch der algerische Minister für Kommunikation teil. Das Ereignis fiel mit der Eröffnung der Tourismus-Saison in der Region zusammen. 2007 feiert Algerien seine Algier als Kulturhauptstadt der arabischen Welt.
URL: Taghit d’or
Auf dem 22. Festival Européen du Film Court de Brest (10. - 18.11.07) wurde erstmals das neue Modell „Bourse d’aide au court métrage“ für die Förderung von Kurzfilmen vorgestellt. Das Centre national de la cinématographe (CNC) unterstützt nach diesem Modell die Zusammenarbeit von Langfilm-Produzenten mit Kurzfilm-Herstellern durch die Vermittlung von Filmfestivals. Im Rahmen dieser Maßnahme wird jeweils die Produktion eines Kurzfilms mit einer Summe zwischen 7.600 und 10.000 Euro gefördert.
Das Modell wird auch „bourse des festivals“ genannt, weil bei der Projektauswahl die Strukturen von Festivals, die Kurzfilme zeigen, nutzbar gemacht werden. Das Festival kooperiert mit einem oder mehreren Produzenten und lädt Filmemacher, die im Programm des Festivals vertreten sind oder waren ein, sich zu bewerben. Eine Jury, der auch ein Vertreter des jeweiligen Festivals angehört, entscheidet dann über die Projekanträge.
Das Modell, das jetzt in Brest zum ersten Mal praktiziert wurde, basiert auf den neuen Förderrichtlinien vom Mai 2007 und geht auf einen Vorschlag im sogenannten Rocca-Bericht über Entwicklungsperspektiven zur Verbreitung des Kurzfilms in Frankreich zurück. Ziel der Maßnahme ist eine Annäherung von Festivalstrukturen an Produktionsstrukturen, um Festivals als Abspielort eine größere Rolle bei der Vergabe von Mitteln für die zukünftige Kurzfilmproduktion zukommen zu lassen.
Quelle: CNC
Mitte November hat der Leiter des Danske Filminstitut, Henrik Bo Nielsen, weitreichende Änderungen in der Struktur der Institution bekannt gegeben. Anlass ist eine Kürzung des Betriebsetats um 5 Millionen auf nunmehr 113 Mio. dKr (ca. 15 Mio Euro / 22,5 Mio $). Neben einem Stellenabbau soll die Einsparung vor allem durch eine Umstrukturierung der Arbeitsbereiche erzielt werden, in deren Rahmen ein Drittel der Beschäftigten neue Aufgaben erhalten.
Ab dem 1.1.2008 wird die Abteilung für Produktion & Stoffentwicklung von Kurzfilmen mit der Abteilung für Distribution & Verbreitung zu einer gemeinsamen Abteilung zusammengelegt und der allgemeinen Produktionsabteilung unterstellt.
Ähnliche Rationalisierungsmaßnahmen gibt es bezüglich der übrigen Produktionsförderungen und den Publikumsaktivitäten (Kinos, Ausstellungen, Museum) sowie bei der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Als einziger Bereich gestärkt wird die Online-Distribution des Zentrums für Kinder- und Jugendfilm, insbesondere die Online-Dienste für Schulen (www.filmstriben.dk).
Die Leitung der Kurzfilmabteilung übernimmt Malene Flindt Pedersen. Als Filmkonsulent für Kurz-, Dokumentar- und Kinderfilm wurde Miriam N?rgaard um ein weiteres Jahr bestellt.
Quelle: Det Danske Filminstitut

Die in Kopenhagen ansässige Organisation für die Förderung und Verbreitung nordischer Kurzfilme bekommt eine neue Leiterin. Als Nachfolgerin von Karolina Lidin wurde Karin Johansson-Mex ernannt. Johansson-Mex kommt aus Schweden und war dort als Koordinatorin der Filmproduktion in Schonen (Sk?ne) tätig. Die neue Leiterin beginnt ihre Arbeit im Januar 2008.
URL Filmkontakt Nord
Siehe auch in unserem Archiv: „Filmkontakt Nord Filmkontakt Nord - Das Tor zur unabhängigen nordischen Dokumentar- & Kurzfilmszene“von Karolina Lidin

Das britische Unternehmen Future Shorts Ltd. hat im Oktober 2007 bei dem IPTV-Anbieter Joost einen Channel eröffnet. Zur Verbreitung auf dem Joost-Channel sucht Future Shorts weitere Kurzfilme.
Future Shorts startete 2003 in Großbritannien als Veranstalter von Kurzfilm-Tourprogrammen. Mittlerweile ist Future Shorts international in 16 Ländern aktiv und hat seine Tätigkeiten auf den Vertrieb von Kurzfilmen ausgedehnt. Im Internet ist Future Shorts - neben der eigenen Website - bereits auf MySpace und YouTube mit eigenen Kanälen präsent. Allein auf YouTube hat Future Shorts inzwischen mehr als 1 Million Filmabrufe erzielt.
Joost ist ein Internet-Fernsehanbieter mit Sitz in Amsterdam. Eigentümer sind die Kazaa-Erfinder und Gründer von Skype, Janus Friis und Niklas Zennström. Zu den Partnern der Plattform gehören unter anderem Warner Bros., CBS, Viacom und Turner Broadcasting. Das Programmangebot von Joost ist werbefinanziert und für den Zuschauer kostenfrei. Die Inhalte werden per Peer-to-Peer-Technik (P2P Streaming) verbreitet. Das Abspiel ist nicht browserbasiert und erfordert deshalb eine eigene Desktop-Anwendung.
URL: Future Shorts

13 Kurzfilme von unabhängigen Filmemachern wurden am 18.09.2007 von der staatlichen philippinischen Filmprüfstelle MTRCB (Movie & Television Rating and Classification Board) mit einem Aufführungsverbot belegt. Die mit einem X klassifizierten Filme gehören zu einer Kompilation mit dem Titel RIGHTS, in der in Beiträgen von 30 Sekunden bis 2 Minuten kritisch auf die Menschenrechtssituation in den Philippinen hingewiesen wird. In der Begründung schrieb die Vorsitzende der Prüfstelle, Consoliza Laguardia, Szenen in dem Film seien einseitig und würden den Glauben und das Vertrauen in die Regierung und die Verfassungsorgane untergraben.
Nach dem Verbot der Aufführung wurden die Filme auf verschiedenen Videosharing-Plattformen verbreitet, damit sich die Öffentlichkeit selbst ein Bild von der Fragwürdigkeit der Entscheidung machen kann. Ein Widerspruch gegen die Entscheidung führte – unterstützt durch eine Öffentlichkeitskampagne und die politische Opposition – schließlich am 25.09. in einem Revisionsverfahren zur Zurücknahme des Verbots und der Klassifizierung „R-13“ (freigegeben ab 13 Jahren).
Der Omnibus-Film RIGHTS entstand auf Initiative von Jonas Burgos, dem Sohn des Freiheitskämpfers Jose Burgos, der seit April dieses Jahres als vermisst gemeldet ist. Laut Angaben der Burgos-Familie wurde Jose Burgos von uniformierten Männern entführt. RIGHTS soll laut dem Free-Jonas-Burgos-Movement bei der Suche nach Jose Burgos helfen und auf die gegenwärtige Situation in den Philippinen hinweisen, die von Entführungen, Folter und anderen Menschenrechtsverletzungen geprägt sei.
Die Filme wurden von der Philippine Independent Filmmakers Cooperative in Quezon City produziert. RIGHTS ist nicht die erste Produktion der PIFC, die zensiert wurde. Ein prominentes Beispiel ist das Verbot des Kurzfilms TOXIC MANGO von Khavn Guimara (Thema: Umweltverschmutzung durch Öl), der international auf Kurzfilmfestivals zu sehen war.
Quellen: Global Nation / GMANews.TV / Free Jonas Burgos Movement
RIGHTS im Internet (1): http://sleepyscout.wordpress.com/2007/09/23/free-jonas-burgos-campaign-videos/
RIGHTS im Internet (2): http://www.youtube.com/isabellematutina

On 18 September 2007, 13 short films by independent filmmakers were banned by the Philippine state film board, MTRCB (Movie & Television Rating and Classification Board). Rated X, the films were part of a compilation titled RIGHTS, containing films from 30 seconds to 2 minutes in length that take a critical look at the human rights situation in the Philippines. In the board’s statement, chair Consoliza Laguardia claimed that scenes in the films were one-sided and could have the effect of undermining people’s belief and trust in the government and the organs of the state.
After their screening was prohibited, the films appeared on various video-sharing platforms, allowing the public to form its own opinion on the dubious nature of the board’s decision. A protest against the decision, supported by a public relations campaign and the political opposition, finally led to an appeal resulting in the suspension of the ban and the rating “R-13” (for viewing by children 13 and over).
The omnibus film RIGHTS grew out of an initiative by Jonas Burgos, the son of freedom fighter Jose Burgos, who has been missing since April. According to the Burgos family, Jose Burgos was abducted by men in uniform. The Free Jonas Burgos Movement hopes that RIGHTS will help in the search for Jose Burgos and draw people’s attention to the present-day situation in the Philippines, where abductions, torture and other human rights violations are the order of the day.
The films were produced by the Philippine Independent Filmmakers Cooperative in Quezon City. RIGHTS is not the first PIFC production to be censored. Another prominent example is the banned short film TOXIC MANGO by Khavn Guimara (theme: pollution caused by oil), which was screened at international short film festivals.
Sources: Global Nation / GMANews.TV / Free Jonas Burgos Movement
RIGHTS on the Internet (1): http://sleepyscout.wordpress.com/2007/09/23/free-jonas-burgos-campaign-videos/
RIGHTS on the Internet (2): http://www.youtube.com/isabellematutina
The Union for Short-Film Makers of Muslim Countries (USFMC) was founded at the end of August at the International Short Film Festival in Teheran. The association grew out of an initiative of the Iranian Young Cinema Society, which already suggested its establishment and called for members at last year’s festival.
The association’s aims include promoting the production and spread of the short format in Islamic countries as well as fostering cross-border co-operation. The idea is to seek a common visual language as a way of counteracting the provocations and misrepresentations of Islam and the Muslims, and to develop strategies for how to correctly present Islam in other countries via short film.
Seventeen countries took part in the first official session of the USFMC. Nasser Bakideh, Managing Director of the Iranian Young Cinema Society, was appointed General Secretary. The central committee includes representatives from Afghanistan, Lebanon, Pakistan, Tajikistan and Tunisia. Tehran was chosen as the union’s permanent headquarters.
The Iranian participants emphasized how important the union could be for the dissemination of Iranian cinema since it would help filmmakers to reach an audience of one billion Muslims. The Iranian Minister for Culture and Islamic Guidance was the most prominent official to welcome the founding of the union, promising his support in connection with an admonishment not to diverge from the right path.
Source: http://www.iycs.ir/usfic/

20 Swiss film festivals had to apply for funding for 2008 to 2010 in a public bid procedure held early this year. They requested support totalling 4.7 million franks per year – around double the amount actually available. In August the Bundesamt für Kultur (BAK – Federal Office of Culture) followed the advice of a special commission (see our report http://www.shortfilm.de/index.php?id=3079&L=2) and formulated a new festival policy for the future.
As a consequence of the new ‘politics of priorities’, 80 percent of the available funds (2.08 million franks) are now to go to the so-called ‘A’ festivals in Locarno (10% more than before), Solothurn (same) und Nyon (20% more). Four festivals for young talent will receive a total of 350,000 franks and four additional ‘very specialized occasions’ will not receive a contract, but will be granted promotional patronage totalling 100,000 franks.
Of the newcomer festivals, the Short Film Festival Winterthur will receive 50,000 franks (less than in previous years). Amongst the specialized occasions on which short films are shown, Videoex (Zurich) and the Lausanne Underground Film and Music Festival (LUFF) will each be granted 25,000 franks.
Sources: Independent Pictures / BAK

After several years of preparatory work, a new film festival platform called “Film Festival World” recently went officially online. The platform sees itself as an intermediary between international film festivals and independent filmmakers. Its primary aim is to help filmmakers search for appropriate festivals for their works, but “Film Festival World” was also developed to provide others with information on films and their makers.
The foundation for the platform is a festival database with structured portraits based on information provided by the festivals themselves. The database allows festivals to be searched for and filtered out according to region, film genre and format, or entry deadlines and festival dates. The festival database is linked to a film database made up of films from the programmes of the registered festivals.
For every registered film there is a data set comprising the key technical data, a short synopsis, festival screenings and awards as well as contact data. Films can be viewed as Flash video and a press kit for each film downloaded. The viewer has the option to rate the film and write commentaries. The clearly arranged website in addition contains a festival calendar as well as lists of award-winners and films generated from the data.
All services are free of charge, and “Film Festival World” is to date devoid of advertisements. A ‘business model’ can thus not be discerned. From the small print on the website’s privacy policy one may assume that the operators intend to analyse user demographics and pass the information on to third parties. Users must agree to provide their complete address, credit card number and personal data if asked. The operator/s themselves conversely do not reveal their legal or commercial status. The domain is registered anonymously.
URL: http://www.filmfestivalworld.com

The Hamburg KurzFilmAgentur, whose main activity is the distribution and sale of short films, now not only sells DVDs for private use in its online shop, but also offers users the option to download films from its repertoire to burn their own DVDs.
A selection of films for which the agency has sales rights can now be downloaded for only 3 euros as convenient DVD image file and burned onto a blank DVD-R at home. Since the files come complete with title menu, navigation and subtitle selection, simple burning software can be used with no need for a special authoring programme. As an extra, the films come with a PDF file for printing a matching DVD cover. The short films in the download catalogue are not copy-protected in order to ensure problem-free playback on a variety of DVD players.
To date 16 German short films have been made available, including “Delivery” by Tim Nowak, “Ich und das Universum” by Hajo Schomerus and “Motodrom” by Jörg Wagner. Films with dialogue have English subtitles and are playable in the region-free PAL standard. Payment can be made by credit card or PayPal. Additional titles from the KurzFilmAgentur’s distribution catalogue will gradually join the list.
URL: http://shop.shortfilm.com/
The online festival submission platform www.reelport.com is providing a new business-to-business service. Rights holders can now not only submit their films to festivals, but also offer them for commercial sale. Filmmakers and producers can upload their films and information onto the reelport server, and commercial agents can then download the film data as .xml files and the films themselves in .divx format.
Features of the new service include:
- Hosting of the preview and the master file
- Streaming of the film or its trailer in the online catalogue in DVD quality
- Transcoding of the master files according to the respective form of utilization
- Encryption of the film file with DRM software
- Transfer of the master file to the buyer
- Rights clearance
From now on, rights holders can thus offer their own films for sale. The advantage for buyers is that they can do a targeted search for content and have access to numerous titles in one place.
Im Rahmen des internationalen Kurzfilmfestivals Teheran konstituierte sich Ende August die Union for Short Filmmakers of Muslim Countries (USFMC). Der Verband geht auf eine Initiative der Iranian Young Cinema Society zurück, die bereits auf dem letztjährigen Festival die Gründung vorschlug und zur Teilnahme aufrief.
Zu den Zielen des Verbandes gehört die Förderung von Produktion und Verbreitung des Kurzfilms in islamischen Ländern sowie die länderübergreifende Kooperation. Auch soll eine gemeinsame visuelle Sprache gefunden werden, um den Provokationen und Falschdarstellungen des Islams und der Muslims entgegenzuwirken und sollen Strategien entwickelt werden, wie die korrekte Darstellung des Islams durch Kurzfilme auch in anderen Ländern verbreitet werden kann.
Am ersten offiziellen Treffen der USFMC nahmen Vertreter aus 17 Ländern teil. Als Generalsekretär wurde Nasser Bakideh, Geschäftsführer der Iranian Young Cinema Society, gewählt. Dem Zentralkommitee gehören weiterhin Vertreter aus Afghanistan, Libanon, Pakistan, Tadschikistan, und Tunesien an. Teheran wurde als permanenter Sitz der Union bestimmt.
Von iranischer Seite wurde betont wie wichtig die Union für die Verbreitung des iranischen Kinos sein könne, da sie helfe ein Publikum von 1 Milliarde Muslims zu erreichen. Als prominentester offizieller Vertreter begrüßte der iranische Minister für Kultur und Islamische Führung die Gründung des Verbandes und versprach Unterstützung in Verbindung mit einer Ermahnung nicht vom richtigen Weg abzuweichen.
Quelle: http://www.iycs.ir/usfic/

20 Schweizer Filmfestivals mussten sich Anfang 2007 im Rahmen einer öffentlichen Wettbewerbs-Ausschreibung um eine Förderung für die Jahre 2008 bis 2010 bewerben. Sie beantragten insgesamt Mittel in der Höhe von jährlich 4,7 Millionen Franken – rund doppelt so viel Geld, wie zur Verfügung steht. Daraus hat Im August hat das Bundesamt für Kultur (BAK) nach Beratung durch eine Kommission (vgl. unser Bericht hier) eine zukünftige Festivalpolitik formuliert und Entscheidungen getroffen.
In Folge der neuen ‚Politik der Prioritäten’ gehen 80 Prozent der insgesamt zur Verfügung stehenden Mittel (2,08 Mio. Fr.) an die so genannten A-Festivals in Locarno (10% mehr als bisher), Solothurn (gleichbleibend) und Nyon (20% mehr). Vier Nachwuchs-Festivals erhalten zusammen 350.000 Franken und vier weitere ‚sehr spezialisierte Anlässe’ bekommen keinen Vertrag, aber Förderpatronate im Wert von zusammen 100.000 Franken.
Unter den Nachwuchs-Festivals bekommen die Kurzfilmtage Winterthur 50.000 Franken (das ist weniger als bisher). Zu den spezialisierten Anlässen, bei denen Kurzfilme gezeigt werden, gehören Videoex (Zürich) und das Lausanne Underground Film and Music Festival (LUFF) mit je 25.000 Franken Förderung.

Nach mehrjähriger Vorbereitung ist seit kurzem „Film Festival World“, eine neue Filmfestival-Plattform, offiziell online. Die Plattform versteht sich als Vermittler zwischen internationalen Filmfestivals und unabhängigen Filmemachern. Sie soll vor allem Filmemachern bei der Suche nach passenden Festivals für ihre Filme helfen. „Film Festival World“ wurde aber auch entwickelt, um umgekehrt Informationen über Filme und Filmemacher zugänglich zu machen.
Grundlage der Plattform ist eine Festivaldatenbank mit strukturierten Porträts, deren Angaben von den betreffenden Festivals selbst geliefert wurden. Auf diese Weise können Festivals nach Region, Filmgenre und Gattung oder Einreich- und Festivaltermin herausgefiltert und gesucht werden. Die Festivaldatenbank ist mit einer Filmdatenbank verknüpft, die aus Filmen im Programm der registrierten Festivals besteht.
Zu jedem registrierten Film gehört ein Datensatz, der aus den wichtigsten technischen Angaben, einer kurzen Synopsis, Festivalaufführungen und Auszeichnungen sowie Kontaktangaben besteht. Außerdem können die Filme als Flash-Video gesichtet und kann ein Presse-Kit heruntergeladen werden. Die Betrachter haben die Möglichkeit den Film zu bewerten und Kommentare zu schreiben. Auf der übersichtlich strukturierten Website gibt es außerdem noch Festival-Kalender sowie Preisträger- und Filmlisten, die aus den Daten generiert werden.
Alle Dienste sind kostenlos und bislang ist „Film Festival World“ auch werbefrei. Ein ‚Geschäftsmodell’ ist daher nicht erkennbar. Dem Kleingedruckten zur Privacy Policy lässt sich entnehmen, daß die Betreiber gegebenenfalls demographische Daten der Nutzer auswerten und weitergeben wollen. Die Nutzer stimmen zu, daß die Angabe der kompletten Adresse, eine Kreditkartennummer und persönliche Daten verlangt werden können. Über den rechtlichen und wirtschaftlichen Status des oder der Betreiber gibt es umgekehrt keine Angaben. Die Domän ist anonym angemeldet.
URL: http://www.filmfestivalworld.com

Die Hamburger Kurzfilmagentur, deren Haupttätigkeit der Verleih und Vertrieb von Kurzfilmen ist, bietet jetzt in ihrem Online-Shop neben dem Verkauf von DVDs für den privaten Gebrauch auch die Möglichkeit an Filme aus ihrem Repertoire zum Brennen eigener DVDs herunterzuladen.
Eine Auswahl von Filmen, an denen die Agentur die Vertriebsrechte hält, können jetzt zum Preis von nur 3 Euro als komfortable DVD-Image-Datei heruntergeladen und zuhause auf DVD-R-Rohlinge gebrannt werden. Da die Dateien komplett mit Titelmenü, Navigation und Untertitelwahl programmiert sind, wird kein Autorenprogramm, sondern lediglich eine Brennsoftware benötigt. Als Extra gibt es noch eine PDF-Datei zum Ausdruck eines passenden Covers. Die Kurzfilme aus dem Download-Katalog werden ohne Kopierschutz angeboten, um ein problemloses Abspielen auf unterschiedlichen DVD-Abspielgeräten zu gewährleisten.
Bislang werden 16 deutsche Kurzfilme, darunter „Delivery“ von Tim Nowak, „Ich und das Universum“ von Hajo Schomerus oder „Motodrom“ von Jörg Wagner, angeboten. Filme mit Dialog sind englisch untertitelt und im PAL-Standard region-free abspielbar. Bezahlt werden kann per Kreditkarte oder PayPal. Weitere Titel aus dem Verleihkatalog der Kurzfilmagentur sollen nach und nach folgen.
URL: http://shop.shortfilm.com/
Die online Festival-Einreichplattform www.reelport.com bietet einen neuen Business-to-Business-Service an: Fortan können Rechteinhaber ihre Filme nicht nur für Festivals, sondern auch für eine kommerzielle Auswertung einreichen. Filme und Filminfos werden von Filmemachern und Produzenten auf den reelport-Server hochgeladen; auf der anderen Seite können kommerzielle Auswerter die Filmdaten als .xml.files und die Filme selbst in .divx-Format zur Sichtung wieder herunterladen.
Zu dem neuen Service-Angebot gehören im Einzelnen:
- Hosting von Preview- oder Master-Files
- Streaming des Films oder eines Trailers im Online-Katalog in DVD-Qualität
- Konvertierung des Master-Files nach Maßgabe spezifischer Anwendungsformen
- Verschlüsselung mit DRM-Software
- Übertragung des Master-Files zum Käufer
- Klärung der Rechte
Rechteinhaber können damit ihre Filme selbst für eine Filmauswertung anbieten. Der Vorteil für Auswerter ist, dass sie gezielt nach Inhalten suchen können und Zugang zu zahlreichen Filmen haben.
URL: http://www.reelport.com/index.php?id=54

In Barcelona wurde nach langer Vorbereitungszeit die erste spanische Vertriebsplattform für Videokunst gegründet. Ziel der nicht-gewerblichen Organisation mit dem Namen HAMACA („Hängematte“) ist es die Verbreitung von Video- und Medienkunst zu fördern und Mittel zugunsten der vertretenen Künstler zu erwirtschaften. Dies soll durch den Verleih und den Verkauf an Organisationen, Kulturinstitutionen, Mediatheken, Bibliotheken oder Universitäten erreicht werden.
In der gegenwärtigen ersten Phase widmet sich HAMACA ausschließlich historischen und zeitgenössischen Werken spanischer Autoren. Es ist jedoch vorgesehen, den Katalog in einer nächsten Phase auch auf Autoren aus Lateinamerika und Ländern rund um das Mittelmeer zu erweitern, die bisher im Westen eher vernachlässigt wurden. Ein weiteres Ziel ist die Öffnung des Kultursektors und Kunstmarktes für neue Technologien und Informationsmedien.
HAMACA startet mit einem Verleihrepertoire mit Werken von 80 der wichtigsten spanischen Videokünstler. Die Auswahl traf eine unabhängige Beratergruppe, der Künstler und Kuratoren angehören. Mit den Autoren wurden entsprechende Vereinbarungen getroffen - sie sollen 80% der Einnahmen erhalten. Die Arbeiten können je nach Bedarf des Ausleihers oder Käufers in verschiedenen Formaten, auch untertitelt, geliefert werden.
Das Repertoire kann in einem Online-Katalog eingesehen werden. Dort werden neben den üblichen inhaltlichen und technischen Angaben auch Biografien, Autorenstatements und kritische Rezensionen zu den Werken veröffentlicht. Außerdem stehen untertitelte Ausschnitte der betreffenden Werke als Preview online zur Verfügung. Registrierte Benutzer können die Arbeiten gegen Gebühr auch komplett einsehen. Der Katalog ist zugleich als Datenbank und Online-Shop eingerichtet. Um die Inhalte einem internationalen Publikum zugänglicher zu machen, ist die Website auch in Englisch verfügbar.
HAMACAS Aktivität beschränkt sich jedoch nicht nur auf den Verleih und die Konservierung des Bestandes wichtiger spanischer Videoproduktionen. Das Team von HAMACA steht auch für Präsentationen im In- und Ausland zur Verfügung. Geplant sind unter anderem thematische Zyklen, die gemeinsam mit Kuratoren und anderen Fachleute konzipiert werden. Auch können Programme nach den Bedürfnissen der Kunden zusammengestellt werden, die spezifische historische, kuratoriale oder pädagogische Kriterien erfüllen.
URL: www.hamacaonline.net
Weitere Informationen auch im THEMEN-Artikel „Kurze Geschichte der Verbreitung von Videokunst in Spanien“.

Erstmals hat das Danske Filminstitut (DFI) detaillierte Statistiken zum Vertrieb von Kurz- und Dokumentarfilmen, die vom DFI selbst gefördert wurden, veröffentlicht. Zum einen handelt es sich um eine Verkaufsstatistik über das Jahr 2006 und zum anderen um eine Vertriebsstatistik über die letzten fünf Jahre, also von 2001 bis 2006. Die Statistiken listen die Ergebnisse zu jedem einzelnen Filmtitel im Verkaufs- und Verleihkatalog des DFI auf. Sie stehen als Excel-Dateien zum Download zur Verfügung.
Neben Regisseur und Produzent werden unter anderem die Zielgruppe (Kinder, Jugendliche, Erwachsene), die Art der Förderung und die Filmgattung bzw. der Filmtyp genannt. Hiermit steht also umfangreiches Zahlenmaterial für Auswertungen und Interpretationen zur Verfügung. Ein kleiner Wermutstropfen ist die verwirrende Klassifizierung der Filme nach spezifisch dänischen Förderkriterien. So wird in fünf verschiedene Filmkategorien unterschieden, die sich aber zum Teil überschneiden wie: Animationsfilm, Dokumentarfilm, Kurzfilm und „Novellefilm“, Videokunst- und Experimentalfilm. Auch stehen in den Statistiken - entgegen der Ankündigung - auch Langfilme, so dass es sehr mühsam ist, die Zahlen für den Kurzfilm herauszufiltern.
Die Verkaufsstatistik gibt detaillierten Aufschluss über die Video- und DVD-Verkäufe jedes einzelnen Filmtitels - auch abendfüllende Spielfilme - im Jahr 2006. Der Bericht unterscheidet in elf verschiedene Kundengruppen - wie etwa Bibliotheken, Grundschulen, Universitäten, Institutionen und Private. Von den mehr als 1.700 Titeln im Programm wurden insgesamt 4.530 Filme auf VHS und 17.455 Filme auf DVD verkauft. Unter den Top 10 der Verkaufsstatistik stehen sieben Kurzfilm-Kompilationen.
Die Distributionsstatistik umfasst knapp 500 Filmtitel, die in den Jahren 2001 bis 2006 in den Katalog aufgenommen wurden. Auch hier lassen sich die Ergebnisse für jeden einzelnen Filmtitel ablesen und zwar ab seiner Herstellung, auch wenn dieser Zeitpunkt vor der Aufnahme in den Katalog lag. Unterschieden wird in Verkauf (Video oder DVD), Ausleihe an Bibliotheken, Fernsehausstrahlung, Kinoabspiel und Festivalteilnahmen.
Zum Distributionskatalog (Verleih und Verkauf) des DFI gehören knapp 500 Filme. Es sind überwiegend dänische Filme, darunter sehr viele Kinderfilme, aber auch einige, wenige ausländische Produktionen wie zum Beispiel „Schwarzfahrer“ von Pepe Danquart (D). Mit mehr als 500.000 Ausleihen stehen die Bibliotheken ganz vorne an der Auswertungsspitze, gefolgt von etwa 140.000 Kino- und 85.000 Fernsehzuschauern.
Außer diesen detaillierten Statistiken veröffentlichte das DFI auch eine Jahresübersicht zum dänischen Film in englischer Sprache. Aus diesen „Facts & Figures 2007“ geht unter anderem hervor, welchen Anteil der Kurz- (und Dokumentarfilm) an der Förderung in Dänemark hat. Vom Gesamtbudget der Produktionsförderung sind es immerhin 12 Prozent. Das sind fast 4 Millionen Euro. Der Anteil an der Vertriebs- und Abspielförderung beträgt allerdings nur 3 Prozent (knapp 1 Million Euro). Die Zahl der Kurz- und Dokumentarfilme, die an ausländischen Festivals teilnahmen, ist so hoch wie die der dänischen Spielfilme.
Quelle: Det Danske Filminstitut
Download: http://www.dfi.dk/talogstatistik/kort_dokumentarfilm/kort_dokumentar.htm
Das dänische Filminstitut unterstützt ein Projekt zur Förderung des Dokumentarfilm-Nachwuchses, das von der Filmv?rkstedet ausgerichtet wird. Im Rahmen von DOX Connected können sich junge Filmemacher unter 28 Jahren bewerben. Es werden Vorschläge zum Thema „Netzwerk“ - im Sinne von sozialen Netzwerken in Konkurrenz zu Familie und öffentlichen Institutionen – gebeten.
Jeweils 10 Projekte können bis zu 20.000 dkr Projektentwicklungsförderung und hieraus 5 Projekte eine Produktionsförderung bis zu 50.000 dkr (ca. 6.700 Euro) bekommen. Projektentwicklung und Produktion werden durch professionelle Beratung und technische Beistellungen unterstützt. Anmeldeschluss ist der 27. September 2007. Am 13. September findet eine Einführung statt.
Weitere Informationen: Filmv?rkstedet (Kopenhagen) http://www.filmworkshop.dk

Das seit 26 Jahren anfangs in Kriens und Luzern, zuletzt in Basel veranstaltete Festival für Film, Video und neue Medien sucht einen neuen Standort. Viper fand im Jahr 2006 vorerst zum letzten Mal statt. Zu diesem Zeitpunkt war das Festival bereits in finanzielle Schwierigkeiten geraten - unter anderem, weil sich ein wichtiger Unterstützer zurückzog.
Parallel wurde in Basel eine kulturpolitische Diskussion über die Zukunft des Festivals geführt, in deren Folge der Vorschlag zu einer Fusion mit dem ganzjährig arbeitenden Medienkunstbetrieb [plug.in] auf den Tisch kam. Diese Zusammenarbeit kam allerdings nicht zustande. Jetzt steht wohl fest, dass Viper nicht mehr, zumindest nicht in Basel, stattfinden wird
In einem Communiqué im Juli hat der Vorsitzende des Viper-Trägervereins, Luigi Kurmann, das Ressort Kultur der Stadt Basel kritisiert. Wegen der fehlenden Unterstützung sei das Festival in Basel nicht mehr durchführbar, weshalb ein neuer Standort gesucht werde.
Die heftige Kritik - eine Art Abrechnung mit der Stadt Basel - hat für einigen Wirbel gesorgt und kontroverse Diskussionen über Qualität und Anspruch des Festivals angefacht. Zum Hintergrund gehört, dass Viper im Jahr 2000 von Luzern nach Basel gelockt wurde. Nun ist Bern als neuer Standort im Gespräch.
Stellungnahme von Luigi Kurmann: http://homepage.bluewin.ch/review/901.html
URL des Festivals: http://www.viper.ch
Siehe auch zum Thema in unserem Archiv: http://www.shortfilm.de/index.php?id=2560&L=0

Das amerikanische Labor und Digitalstudio Pro8mm (Burbank) bringt eine neue Filmsorte im Super-8-Format heraus. Dabei handelt es sich um den Fuji-Farbnegativ-Film Eterna Vivid 160, der von Pro8mm in Standard-S8-Kassetten konfektioniert wird. Die Emulsion soll sich durch eine besonders gute Farbsättigung, höheren Kontrast und größere Schärfe auszeichnen. Die 15m-Kassette (50 ft.) kostet in den USA $30 inklusive Entwicklung.
Pro8mm bietet außerdem eine verbesserte 4:2:2-Abtastung der S8-Filme, die als Negativfilme nicht projiziert werden können, an. Neu ist eine direkte Digitalisierung und Abspeicherung im Quick Time Format, wobei die Kompression beziehungsweise der Codec abhängig vom Zielmedium und Einsatzgebiet wählbar ist.
Super-8-Filmmaterial von Pro8mm wird derzeit hauptsächlich bei der Produktion von Musikvideos, aber auch als Special Effect in Spiel- und Dokumentarfilmen, eingesetzt. Weitere Informationen über Super-8 und Pro8mm finden sich in einem früheren Bericht in unserem Archiv http://www.shortfilm.de/index.php?id=2834&L=0
Quelle: http://www.pro8mm.com/main.php

Am 14. Juni hat das norwegische Parlament „Wegweiser“ (veiviser) für die zukünftige Filmpolitik verabschiedet. Grundlage war ein White Paper, das von einem Ausschuß unter Anhörung der Branche erarbeitet wurde. Laut Kirchen- und Kulturministerium, das den Entwurf einbrachte, soll insbesondere erreicht werden, dass die inländische Spielfilm-Produktion auf 25 Langfilme pro Jahr gesteigert wird, die Einnahmen aus der Verwertung norwegischer Filme steigen (25% Anteil am Kinoabspiel), das Produktionsmilieu gestärkt und der Export angekurbelt wird. Die Details müssen auf Grundlage der Leitlinien noch in Haushaltsplänen und Förderverordnungen umgesetzt werden.
Zu den wichtigsten Änderungen und Maßnahmen gehören:
- Die Zusammenlegung der bisher unabhängigen Institutionen Norsk filmfond (Norwegian Film Fund), Norsk filminstitutt (Norwegian Film Institute), Norsk filmutvikling (Norwegian Development Agency) und der Film Commission zu einer einzigen zentralen Institution, die dem Ministerium unterstellt ist.
- Produktionsfirmen sollen durch Paketförderungen gestärkt.
- Im Bereich Produktion soll die Nachwuchsförderung mit besonderen Maßnahmen neu geregelt werden. Hierzu stehen insbesondere Mittel aus der Kurzfilmförderung zur Verfügung.
- Die Kurzfilmförderung soll wie bisher weiterentwickelt werden und stärker in die regionale Filmförderung verlagert werden.
- Die regionalen Filmfonds werden von der Produktion von Langfilmen ausgeschlossen. Die Regionen sollen bei regionalen Projekten mindestens die Hälfte der Mittel beisteuern und den Betrieb der regionalen Filmzentren selbst finanzieren.
- Ausländische Produktionen können mit bis zu 15% ihrer in Norwegen anfallenden Kosten gefördert werden.
- Die Einnahmen aus den DVD- und Filmtheaterabgaben sollen überwiegend für die Digitalisierung der Kinos eingesetzt werden.
- Die Entwicklung norwegischer Computerspiele und interaktiver, digitaler Medien soll gefördert werden.
- Gleichstellung: 40% der Schlüsselpositionen in der Branche sollen mit Frauen besetzt werden.
In der Fachpresse und in der regionalen Presse wurden vor allem der stärkere Regierungseinfluss, die institutionelle Zentralisierung und die Schwächung der Regionen kritisiert. In der Anhörungsphase kritisierte die Kurzfilmszene, vertreten durch das Kurzfilmfestival Grimstad, u.a. den Ausschluss der Videokunst, während gleichzeitig Computerspiele gefördert werden, sowie die Ablehnung von Anträgen aus dem künstlerischen Bereich, etwa von Studierenden an Kunsthochschulen. Auch solle die Förderung des Filmnachwuchses nicht zu Lasten der allgemeinen künstlerischen Kurzfilmproduktion finanziert werden.

Der Norwegian Film Fund (Norsk filmfond) hat im Jahr 2006 knapp 18 Millionen Kronen Förderung für die Produktion von Kurzfilmen bewilligt (2005 13 Mio NKR). Davon wurde der größte Teil, 12 Mio. NKR für 13 Projekte, im Rahmen der Nachwuchs- und Talentförderung vergeben. 40 Kurzfilme erhielten eine ‚normale’ Förderung von durchschnittlich 125.000 NKR - zusammen etwa 6 Mio NKR.
Im gleichen Zeitraum wurden 154 Mio NKR für die Produktion von Langfilmen bewilligt.
In der ersten Hälfte des Jahres 2007 wurden 26 Kurzfilmprojekte mit insgesamt 8,7 Mio. NKR gefördert.
Quelle: Norsk filmfond http://www.filmfondet.no

Die schwedischen Kurzfilmemacher Ola Simonsson und Johannes Stjärne Nilsson drehen ab 2008 ihren ersten Langfilm. Simonsson und Nilsson wurde insbesondere durch ihren Kurzfilm „Music for one apartment and six drummers“ bekannt. In dem international preisgekrönten Film bricht eine Gruppe von Musikern in eine Wohnung ein, um mit Einrichtungsgegenständen ein Noise-Musikstück zu spielen, bevor die Eigentümer wieder zurückkommen.
Das Langspielfilmprojekt von Simonsson und Stjärne mit dem Arbeitstitel „Sound of Noise“ basiert auf einer ähnlichen Idee: eine Gruppe exzentrischer Musiker - sechs Perkussionisten - ‚bespielt’ eine ganze Stadt und verursacht damit Chaos und Unordnung. Der als Thriller angelegte Spielfilm wird von AFM Fiktion (Schweden) und der französischen Produktionsfirma Bliss mit einem Etat von 4 Mio. Euro produziert.

KIMUAK, das Kurzfilm-Förderprogramm der baskischen Kinemathek (Filmoteca Vasca), schreibt auch für dieses Jahr wieder die Veröffentlichung einer Staffel neuer Kurzfilme aus. Das Programm fördert die Herstellung von 35mm-Kopien und deren Promotion und Verbreitung im In- und Ausland.
Teilnehmen können Filme oder Videos aller Genres und Gattungen bis zu einer Länge von 30 Minuten, die nach dem 30. September 2006 im Baskenland produziert wurden. Anmeldeschluss für die neuen ‚kimuak’ (Sprösslinge) ist der 20. Juli diesen Jahres.
Im Jahr 2006 wurden sieben Kurzfilme herausgebracht. Die Staffel steht jeweils auch auf DVD in untertitelten Versionen für Festivalsichtungen und Ankäufer zur Verfügung.
Von der gleichen Organisation wurde im März 2007 das Buch „Breve historia del cortometraje vasco“ herausgebracht, in dem 30 Jahre baskisches Kurzfilmschaffen vorgestellt werden.
Kontakt (Mr.) Txema Mu?oz: kimuak
filmotecavasca.com

Die kolumbianische Filmförderung des Consejo Nacional de las Artes y la Cultura en Cinematografía stellt dieses Jahr 250’000.000 kolumbianische Pesos (ca. 132.000 USD) für die Herstellung von Kurzfilmen bereit. Bis zum 7. September können Projekte für Filme oder Videos in einer Länge zwischen 7 bis 69 Minuten aller Genre und Gattungen eingereicht werden.
Voraussetzung sind unter anderem ein Treatment bzw. Storyboard, eine Kalkulation und der Wohnsitz des Antragsstellers in Kolumbien. Das maximale Budget pro Projekt beträgt 50’000.000.
Der Anteil der Kurzfilmförderung beträgt etwa 5,7 % der Gesamtförderung (Fondo Mixto de Promoción Cinematográfica “Proimágenes en Movimiento”).
Weitere Info: http://www.proimagenescolombia.com/new_site/secciones/fdc/convocatorias/estimulos_concurso.php#realizacioncortos

19 Filmfestivals sind in der Schweiz für die Jahre 2008 bis 2010 geplant - zu viele angesichts der zur Verfügung stehenden Gelder, meint der Filmchef des Bundesamtes für Kultur Nicolas Bideau. Während des Filmfestivals Visions du réel in Nyon rief Bideau im April die Filmschaffenden auf, sich auf eine Reduktion der unterstützten Festivals einzustellen.
Gegenwärtig erhalten acht Festivals eine Unterstützung durch Bundesmittel: Locarno, Solothurn, Visions du Réel Nyon, Festival international Fribourg, Cinéma tout Ecran Gen?ve, Viper Basel, Fantoche Baden, Kurzfilmtage Winterthur und Neuchâtel Fantastic Film Festival.
Für die Periode 2008 bis 2010 unterstellt das Bundesamt für Kultur seine Förderverträge dem Wettbewerb. Würden die 19 geplanten Festivals unterstützt, beliefen sich die Kosten auf 14 Mio. Franken. Der Haushaltsplan enthält jedoch für die nächsten 3 Jahre lediglich 7,5 Mio. Franken. »Es wird eine Wahl getroffen werden müssen, und dies wird eine heikle Aufgabe sein«, sagte Bideau.
Beraten wird Bideau durch eine neue Expertenkommission. Ihr gehören die Filmverleiherin Monika Weibel, der Produzent Christian Davi, der Regisseur Fosco Dubini, die Kommunikationsspezialistin Tina Boillat und der Journalist Antoine Duplan an. Die Kommissionssitzung findet vom 9. bis 11. Juli 2007 statt.
Quellen: www.independent-pictures.ch / Bundesamt für Kultur www.bak.admin.ch

Kroatische Filmemacher beteiligen sich mit Kurzfilmen an der landesweiten Kampagne „Daj mi kino“ zur Rettung der Kinos in Kroatien. Denn, im ganzen Land gibt es nur noch 30 Kinos!
„Daj mi kino“ ist eine Initiative des Verbandes der kroatischen Filmclubs, die breite Unterstützung nicht nur in der Fachwelt, sondern auch bei Kinofans gefunden hat. Hintergrund ist ein Kinosterben, das inzwischen auch die ehemalige inoffizielle Hauptstadt des kroatischen Films, Zagreb, erreicht hat.
Nach der Auflösung Jugoslawien wurden die ehemals staatlichen Kinos entweder in Theater verwandelt oder privatisiert. Die neuen Privateigentümer haben seitdem viele der Immobilien verkauft oder in Shopping Malls konvertiert. Auch Besucher der Filmstadt Zagreb werden Mühe haben ein Kino zu finden. Das letzte große Innenstadt-Kino, das Europa, soll in ein Theater verwandelt werden. Bis auf wenige kleine Häuser sind nur das mit Mühe erhaltene Tuskanac Kino und ein neues Cinestar-Multiplex am Hauptbahnhof übrig geblieben.
Die Initiative appelliert an den kroatischen Staat das Kinosterben landesweit zu verhindern und an die Stadt Zagreb das Europa als Kino zu erhalten. Die „Daj-mi-kino“-Kurzfilme werden zur Unterstützung der Kampagne auf Festivals als Vorfilm eingesetzt.
Quelle: www.dajmikino.org/uvod_eng.html
Das kalifornische Cinequest Film Festival, das sich als ein Festival zur Entdeckung von Außenseiter-Filmen bezeichnet („discovery festival of Maverick films“), hat eine Vertriebsplattform gegründet, von der auch Kurzfilme profitieren sollen.
Unter dem Label Cinequest Distribution bietet das Festival über verschiedene Vertriebswege Filme aus dem eigenen Festivalprogramm als Pay-per-View, zum Downloaden, als Video für Handhelds oder zum Erwerb auf DVD an. Das Repertoire umfasst inzwischen mehr als 100 Kurzfilme.
Die Initiative basiert auf der Erfahrung, daß das eigene Festival für die meisten der Filme im Programm bereits die Endstation ihrer öffentlichen Laufbahn ist. Der Grund seien nicht mangelndes Publikumsinteresse, sondern strukturelle Versäumnisse der Filmindustrie, in der wenige große Vertriebsfirmen entscheiden, welche Filme den Markt erreichen. Der Erfolg von Cinequest und die wachsende Zahl vergleichbarer Filmfestivals seien jedoch ein Beleg, daß es ein großes Publikumsinteresse an Filmen hoher Qualität gibt, die jenseits von Hollywood entstehen. Mithilfe neuer Techniken könnte der Filmvertrieb revolutioniert und auch dieses Publikum erreicht werden.
Das Label setzt dabei auf eine Bündelung verschiedener Strategien und Vertriebswege, wofür jeweils spezifische Kooperationspartner gefunden werden konnten. So arbeitet Cinequest unter anderem im Bereich DVD-Vertrieb mit Netflix und einem Händlernetz zusammen, während sich Jaman.com um die Pay-Per-View-Verbreitung in der Online-Community kümmert. Auf der eigenen Online-Plattform werden außerdem Filme gegen Gebühr zum Download angeboten. So könne für jeden Film ein maßgeschneidertes Vertriebskonzept realisiert werden.

Bereits seit dem Jahr 2005 veröffentlicht das Internationale Kurzfilmfestival in Leuven unter dem Titel „Selected Shorts“ thematische DVD-Sampler mit Kurzfilmen. Seit Mai hat das Label nun einen eigenen Webshop. Dort werden nicht nur die eigenen Veröffentlichungen, sondern auch Kurzfilm-DVDs befreundeter Labels angeboten, wie etwa die Kompilationen von Cinema16.
An den Filmen der eigenen DVD-Edition hält das Kurzfilmfestival auch die Verleihrechte. Kinos, Festivals oder Kulturinstitutionen können sich ihr eigenes Programm aus dem Reportoire zusammenstellen. Die Filme werden dann auf einer DVD ausgeliefert. Die pauschale Leihmiete ist abhängig von der Zahl der Zuschauer gestaffelt (zwischen 13 und 32,50 Euro zzgl. MWSt pro Film).
Selected Shorts: www.selectedshorts.com

Die Internet-Verlagsgruppe Animation World Network (AWN, Hollywood) betreibt seit April 2007 einen für Animationsfilm spezialisierten Filmmarkt. Im AWN Virtual Market Showcase können Filmemacher und Produzenten von Animationsfilmen ihre Produktionen der Branche vorstellen. Der Filmmarkt richtet sich insbesondere an Produzenten und Käufer aus der Fernsehbranche. Als Teaser wird derzeit ein Clip von Bill Plympton gezeigt.
Das weltweit größte Animationsfilm-Portal hat AWN noch ein anderes Projekt in der Pipeline: ein Media Center für unabhängige Filmemacher. Im Unterschied zum virtuellen Filmmarkt für die Branche richtet sich das Media Center als Abspielplattform an die breite, internationale Öffentlichkeit. Die aktiv kuratierte Filmbibliothek ist noch im Aufbau begriffen. Derzeit bemüht sich AWN um nicht-exklusive Lizenzvereinbarungen mit internationalen Filmemachern. Der Fokus liegt nach Aussagen der Betreiber auf Qualität und nicht Quantität. Damit will AWN sich von den Videosharing-Plattformen unterscheiden und Filmemachern mehr Aufmerksamkeit für ihre Arbeiten garantieren. Ein weiterer Vorteil: die Autoren sollen an den Werbeeinnahmen der Plattform beteiligt werden.
Virtual Market Showcase: media.awn.com/virtual-marketplace/
Kontakt Media Center: media@awn.com

Inzwischen gibt es auch in China Websites, die Tools für den Online-Schnitt von Videos im Internet anbieten (s.a. Kurzfilm-Remixing im Internet ). Den drei Anbietern Sayjoy, Moochi und Biku ist gemeinsam, dass registrierte Nutzer ihre eigenen Videos hochladen und sich aus einer Video-Bibliothek Clips für die Weiterverarbeitung auswählen können. Auch bieten alle drei die Möglichkeit des Bild- und Tonschnitts und verschiedene Special Effects.
Sayjoy ist eine Start-up-Firma aus Hangzhou. Als Vorlagen stehen neben Clips von anderen Nutzern auch Ausschnitte aus alten Filmen und MTV-Sendungen zur Verfügung. Besonders bequeme ‚Schnittmeister’ können ihre Videos von einem Programm automatisch random mixen lassen.
Moochi ist die Website eines Fernsehserien-Produzenten in Hongkong und gehört zur Enlight Media Gruppe, dem größten privaten Entertainment-Unternehmen Chinas. Bei Moochi werden Templates vorgegeben, die eine narrative Erzählform vorschreiben. Außerdem bietet Moochi auf seiner Startseite ein Sammelsurium von Musikvideos, Werbung und Amateurfilmen von der Comedy bis zum Mini-Drama an, das recht unübersichtlich ist (besonders für Leute, die kein Kantonesisch verstehen :-)
Am Überzeugendsten ist die Website von Biku, die von dem Wireless-Lan-Unternehmen Hoju aus Beijing betrieben wird. Die Online-Tools bei Biku eignen sich für semi-professionelle Remixes. Im Unterschied zu den beiden anderen Websites können sogar Fotos von Flickr, aber natürlich auch von dem chinesischen Klon Yupoo, und Filmausschnitte aus anderen westlichen Quellen eingebunden werden.
Say Joy: http://www.sayjoy.com/
Moochi: http://www.moochi.com
Biku: http://www.biku.com/

Die Zukunft des Archivs und Verleihs Light Cone (Paris) ist gefährdet. Grund sind eine geringere öffentliche Förderung des gemeinnützigen Vereins und das Auslaufen staatlicher Beschäftigungsprogramme. Der Vorstand von Light Cone hat sich deshalb an die interessierte Öffentlichkeit gewandt und ruft international zur Unterstützung auf.
Light Cone ist nicht nur für Frankreich einer der wichtigsten Verleihe von Experimental- und Avantgardefilmen. Nicht nur durch seine Verleihtätigkeiten, sondern auch durch regelmäßige Screenings trägt Light Cone dazu bei, dass der Avantgarde- und Experimentalfilm in der Öffentlichkeit sichtbar bleibt.
Während der langjährigen, international orientierten Arbeit der Organisation wurde außerdem eine Sammlung aufgebaut, die weltweit von großer Bedeutung ist. Im Archiv befinden sich 3.000 Filme und Videos, darunter die wichtigsten Avantgardefilme aus der Zeit von 1905 bis heute. Falls die Arbeit von Light Cone nicht weiter angemessen gefördert wird, steht damit auch der Zugang zu einem wichtigen Teil der Filmgeschichte auf dem Spiel.
Gegenwärtig versucht Light Cone durch Sparmaßnahmen, wie die Verkleinerung des Mitarbeiterstabs von 5 auf 3 und die Senkung der Lizenzzahlungen, das Schlimmste zu verhindern und die Arbeit aufrecht zu erhalten.
Unterdessen setzt Light Cone auch seine öffentlichen Screenings fort: so wurde Ende März im Centre Pompidou in der Reihe "Scratch Projections" ein japanisches Experimentalfilm-Programm - Super-8- und 16mm-Filme der Jahre 2005 und 2006 - vorgestellt.
Weitere Informationen und Vorlagen für Petitionen: www.lightcone.org/petition/appel.php
Kontakt: soutien@lightcone.org

New Danish Screen dehnt ab dem Jahr 2007 im Rahmen der Talententwicklung seine Förderung auf Dokumentarfilme aus und ändert das Reglement für Spielfilme. Damit will die dänische Filmförderung ihre international viel beachtete Strategie zur Förderung neuer Talente weiter ausbauen.
Nach dem neuen Filmabkommen für die Periode 2007 bis 2010 soll ab sofort im Nachwuchssektor auch die Projektentwicklung und Produktion von Dokumentarfilmen gefördert werden. Hierfür sind vier Förderkategorien für unterschiedliche Filmlängen aufgelegt worden, darunter auch die Kurzfilmlänge 26 bis 28 Minuten. Für jede Förderkategorie gibt es, analog zur Spielfilmförderung, einen festen Höchstbetrag. Damit soll gewährleistet werden, daß sich die Projekte in einem Budgetrahmen bewegen, der mit den Mitteln der Förderung finanzierbar ist. Zur Zielgruppe gehören vor allem neue Talente mit professionellem Niveau. Der nächste Antragschluss ist der 1. April 2007.
Im Spielfilmbereich wird die Slate-Förderung für Projektentwicklung abgeschafft und sollen in der Kurzfilmkategorie (Laufzeit von 10 Minuten) vor allem formale Experimente gefördert werden. Außerdem werden in Zukunft Low-Budget-Projekte bevorzugt unterstützt. Im Zusammenhang mit den neuen Aufgabenstellungen wurde eine Redakteurstelle ausgeschrieben.
Quelle und Kontakt: Det Danske Filminstitut (Vinca Wiedemann) vincaw@dfi.dk
Die in Spanien für den Schutz audiovisueller Urheberrechte zuständige EGEDA (Entidad de Gestión de Derechos de los Productores Audiovisuales) geht in die Offensive. Um im Kampf gegen Piraterie zu verhindern, daß mit Filmrechten im Internet ebenso umgegangen wird wie mit Musikrechten, hat EGEDA das Digitalisierungsprojekt Filmotech gestartet.
Filmotech soll die erste Online-Bibliothek des spanischen Films werden. Inzwischen wurden bereits mehr als 250 Filme digitalisiert und Verträge über weitere 6.000 Titel geschlossen. Über das eigene Internetportal sollen in Zukunft die Filme der Bibliothek gegen eine Gebühr legal heruntergeladen werden können. Filmotech verspricht Langfilme, Animationsfilme, Dokumentarfilme und Kurzfilme in hoher Qualität zu einem Preis unter dem einer DVD frei Haus zu liefern. Einer der Slogans lautet: »El cine sin salir de casa – Kino ohne das Haus zu verlassen«.
EGEDA plant eine europaweite Ausdehnung des Projekts in transnationalen Partnerschaften. Die Europäische Kommission habe sich bereits »sehr interessiert« an dem Vorhaben gezeigt. Zu den Partnern von Filmotech gehört auch die spanische Kurzfilmagentur ACE.

"Rodando Cine" (etwa: Kino auf Rädern) ist ein Wanderkino-Projekt mit dem Ziel argentinische Filme in ländliche Regionen Lateinamerikas, in denen es keine Kinos gibt, zu bringen. Die Filme werden auf DVD gezeigt. Eintrittspreise werden keine erhoben. Die Veranstalter bitten deshalb die Produzenten und Filmemacher um kostenlose Überlassung ihrer Filme. Für die nächste Tour, die im Dezember 2007 in Buenas Aires beginnt und in México enden wird, bitten die Veranstalter jetzt um Unterstützung ihres Projekt und rufen zur Einreichung von Filmen auf.
Kontakt (Ine Kracht & Alex Sly): info@rodandocine.com.ar
Der ehemalige CEO von Disney, Michael Eisner, hat mit seiner Firma The Tornante Company ein Produktionsstudio gegründet, das sich ausschließlich der Herstellung von Filmen und Filmserien für den Vertrieb im Internet und neuen digitalen Verbreitungsplattformen widmet. Unter dem Namen Vuguru soll dieses Studio narrative Stoffe hoher Qualität für das Internet produzieren, wie sie bisher nur im Kino oder Fernsehen üblich waren. Laut Eisner seien bislang die Plattformen und Techniken weiter entwickelt als die Inhalte. Viguru wolle Inhalte aller Genres und Formate produzieren, um den neuen Anforderungen der sich entfaltenden Medienlandschaft zu genügen.
Vuguru’s erste Produktion, "Prom Queen", ist eine Mystery-Serie mit 80 Episoden, die jeweils 90 Sekunden lang sind. "Prom Queen" handelt von den aufregenden Ereignissen in den letzten zwei Monaten im Schuljahr, das in der Prom Night (einem Art Abschlußball) gipfelt. Die extrem kurzen Episoden sind so gestaltet, dass sie auf verschiedenen Plattformen funktionieren und vor allem junge ‚Early Adopters’ ansprechen.
Zur gegenwärtigen Entwicklung der Medienlandschaft meint Michael Eisner, dass die Plattformen mit nutzergenerierten Inhalten, wie YouTube, zwar "den kurzen Sprint" zum Publikum gewonnen hätten, jedoch nur professionell produzierte narrative und emotional motivierte Geschichten "den Marathon gewinnen werden". Die professionelle Herstellung von "Prom Queen" habe zwar weniger als eine Produktion für Fernsehen oder Kino gekostet, sei aber nicht gerade billig gewesen.
"Prom Queen" wird über eine Internetseite mit Web2.0-Charakter (URL: www.PromQueen.tv) beworben und soll sowohl für mobile, drahtlose als auch stationäre Abspielgeräte über Breitbandnetze vertrieben werden. Weitere Serien sind in Vorbereitung.
URL: www.vuguru.com

Die Hamburger Bitfilm Studios GmbH produziert für "watchaTV" unter dem Titel "Das aktuelle Shortstudio" ein Sendeformat mit Kurzfilmen für den Empfang auf Mobiltelefonen. Das fünfzehn-minütige Magazin mit Kurzfilmen aus aller Welt wird mit jeder Sendung ein anderes Thema aufgreifen und Filme der Genres Comedy, Action und Animation bringen. Laut Bitfilm sollen »international prämierte Meisterwerke auf skurrile Undergroundmovies» und »bekannte Kinostars auf durchgeknallte Comicfiguren treffen«. In der Pressemitteilung zum Programmstart heißt es weiter: »Erfolgreiches Mobile-TV bedeutet zunehmend, in der Produktion auf die Besonderheiten dieses Mediums einzugehen. ‚Das aktuelle Shortstudio’ trägt dem sowohl in der Zusammenstellung des Contents als auch im On-
Air-Design Rechnung. Der Zuschauer an der Bushaltestelle wird so best- und schnellstmöglich unterhalten.
"watchaTV" ist ein halbstündiges Programmfenster für innovative Inhalte im Mobile-TV-Programm der europäischen Sendergruppe ProSiebenSat.1. Zu empfangen ist "ProSiebenSat.1 Mobile" über den von Mobiles Fernsehen Deutschland (MFD) produzierten DMB-TV-Dienst "watcha".
Die Bitfilm Studios GmbH (Hamburg) beliefert seit 1999 Internet-und Mobilfunk-Provider mit Entertainment-Inhalten und verfügt über die Rechte an mehr als 700 Filmen - viele davon Kurzfilme.
Quelle: Bitfilm
Das Instituto de la Cinematografía y de las Artes Audiovisuales (ICAA) beim spanischen Kulturministerium hat bekannt gegeben, dass im Jahr 2007 1,2 Mio. Euro Förderung für Kurzfilme bewilligt werden. Davon stehen 500.000 Euro für Projektförderung und 700.000 Euro für fertig gestellte Kurzfilme zur Verfügung. Die Höchstfördersumme beträgt 30.050 Euro pro Film, jedoch maximal 50% der geschätzten Projektkosten beziehungsweise 75% der Herstellungskosten fertiger Filme. Antragsberechtigt sind alle Hersteller, die im amtlichen Registro de Empresas Cinematográficas eingetragen sind. Die erste Antragsfrist beginnt am 6. Januar und die zweite Phase am 11. Juni 2007.
Quelle: Boletín Oficial del Estado núm. 5 de fecha 5 de enero de 2007
weitere Info: www.iaf.es/webiaf.nsf/VerAyudas/FD9FBFD8EE6216DAC125725E003F9285
Die Lee & Gund Foundation (San Francisco) hat einen „Conflict Zone Film Fund“ ins Leben gerufen. In ideeller Anlehnung an die Kooperation zwischen Daniel Barenboim und Edward Said soll die im November 2006 gegründete Initiative den Dialog zwischen Konfliktparteien in Regionen oder Zonen militärischer Auseinandersetzungen durch gemeinsame Filmprojekte fördern.
Die Stiftung unterstützt Spiel- und Dokumentarfilmprojekte von künstlerischer und kultureller Bedeutung mit Zuschüssen bis zu einer Höhe von $10,000. Außerdem hilft die Stiftung bei der Suche nach Partnern bei der Zusammenstellung von Produktionsteams.
Zu den bisherigen Projekten der Lee & Gund Foundation gehörten Solidaritäts-Touren zum Beirut International Film Festival 2006 und die Unterstützung des Beirut International Documentary Festivals.
Anträge zum Conflikt Zone Film Fund können gestellt werden an:
Iara Lee & George Gund
Lee & Gund Foundation/ Conflict Zone Film Fund
30 Mesa Street- Suite 300, The Presidio
San Francisco, CA 94129 USA
Zur Zeit noch in der Beta-Phase seiner Entwicklung verbindet das B2C-Internet-Portal „digital deli“ in Anlehnung an VBlog-Vorbilder Web-2.0-Elemente mit den interaktiven Möglichkeiten eines Online-Shops. „digital deli“ kauft und verkauft in Kommission neben Musik, Büchern und Spielen auch Kurzfilme direkt vom und im Auftrag der Hersteller.
Zu den übersichtlichen und einheitlich strukturierten Angeboten gehört, je nach Option der Rechteinhaber, die Möglichkeit Filmausschnitte kostenlos anzuschauen, den ganzen Film gegen eine Gebühr zu streamen, für ein Download zu kaufen oder als DVD zu bestellen.
Die Hersteller beziehungsweise Autoren erhalten von „digital deli“ die Bruttoeinnahmen der Verkäufe abzüglich der Handlungskosten, die durch den betreffenden Verkauf entstehen, dies sind laut Angaben der Betreiber zur Zeit ca. 20 % des Verkaufspreises, ausgezahlt. Für das Hosten berechnet „digital deli“ allerdings eine Jahresgebühr, die je nach Umfang der Leistungen und des Speicherplatzes gestaffelt ist: ?30 für ein einfaches Leistungspaket, ?350 für Profis und ?3,000 für Vertriebe mit mehreren Titeln unter einem eigenen Label.

Das Museum of Modern Art New York und Creative Time präsentieren vom 16. Januar bis 12. Februar 2007 Doug Aitken’s Film „sleepwalkers“ als Kunst im öffentlichen Raum. Die Episoden des Films werden nach Einbruch der Dunkelheit auf sieben Außenflächen der Fassade des Museums großformatig digital projeziert.
Doug Aitkens drehte „sleepwalkers“ im Sommer und Herbst 2006 in New York. Der Film zeigt Tagesabläufe im städtischen Leben typischer New Yorker aus verschiedenen Gesellschaftsschichten. Die Protagonisten werden von Tilda Swinton, Chan Marshall, Seu Jorge, Ryan Donowho und Donald Sutherland dargestellt.
Der amerikanische Film- und Medienkünstler Doug Aitken (geb. 1968) variert in seinen Installationen Elemente aus Film, Video, Foto und Architektur. Er benutzt das filmische Vokabular Hollywoods und des Werbefilms. Damit setzt er den bekannten Bilderfundus der kritischen Überprüfung aus, ohne ihn jedoch für andere, medienexterne Diskurse einzusetzen. Aitkens Single-Channel-Videos und Filme waren u.a. auf den Festivals in London, Montréal, New York, Rotterdam, Oberhausen und Utrecht zu sehen.
Die New Yorker Ausstellung entstand in Kooperation mit Creative Time - eine Organisation, die international Kunst im öffentlichen Raum präsentiert und bereits zuvor mit Doug Aitken zusammenarbeitete. Von Seiten des MoMa wird „sleepwalkers“ von Klaus Biesenbach (ehemals KW - Institute of Contemporary Art und Gründer der berlin biennale) betreut, der seit Oktober 2006 Leiter des neuen Department of Media am MoMa ist.
Der Veranstalter des Sundance Film Festival, das Sundance Institute und der hauseigene Sundance Channel haben mit Apple einen Vertrag zur Verbreitung von Kurzfilmen über iTunes geschlossen. Während bereits im vergangenen Jahr Kurzfilme auf den festivaleigenen Seiten gestreamt wurden, kann dieses Jahr bei iTunes eine breite Auswahl an Spiel-, Dokumentar- und Animationsfilmen aus dem Programm des Festivals zum Preis von je $1.99 heruntergeladen werden. Zum Angebot gehört auch der deutsche Dokumentarfilm “Motodrom” von Jörg Wagner.
Außerdem bringt Sundance Channel neben Online-Filmserien, Wettbewerben und Spielen kostenlos Podcasts mit Interviews und Hintergrundberichten vom laufenden Festival.
Das von Robert Redford 1981 in Park City, in den Bergen von Utah, gegründete Sundance Institute ist eine ganzjährig arbeitende, gemeinnützige Organisation zur Förderung unabhängiger Filmkünstler und ihrer Arbeit.
Der amerikanische Kurzfilmvertrieb Big Film Shorts schreibt zusammen mit der Fluggesellschaft Frontier Airlines einen Kurzfilmwettbewerb aus. Die ausgewählten Filme werden jeweils einen Monat lang an Bord als Inflight-Programm gezeigt.
Die Ermittlung des monatlichen Gewinners ($ 5.000) erfolgt allerdings über eine Zuschauerabstimmung im Internet. Sollten Gewinne erwirtschaftet werden, erhalten die Filmemacher einen Anteil von 20 Prozent. Screener Tapes oder DVDs von Filmen aller Genres können laufend eingereicht werden. Voraussetzung ist lediglich die Klärung beziehungsweise Freistellung aller Rechte an dem betreffenden Film.
Kontakt: www.bigfilmshorts.com/acquisitions/about_cloud_9.htm