Im ersten Teil des Artikels ging es um Spitzenauszeichnungen, die Bedeutung dotierter Preise für die Ökonomie der Kurzfilmproduktion und die Rolle von Sponsoren bei der Ausschreibung von Preisen. In diesem zweiten Teil geht es überwiegend um Kurioses, aber auch Ärgerliches im Zusammenhang von Festivalpreisen und Auszeichnungen.
Am Ende des letzten Artikels hatten wir die Leser dazu aufgerufen uns ihre eigenen Erfahrungen mit Preisen mitzuteilen. Erwartet hatte ich eher Zuschriften über merkwürdige, lustige oder unnütze Preise. Doch es kam ein besonders drastischer Fall zu Tage, der überhaupt nicht lustig ist und uns veranlasst dem Artikel das Resultat eines Stücks investigativen Journalismus voranzustellen.
IndieKino-Online-Festival verweigert Auszahlung der Geldpreise
Paul Lee, Filmemacher aus Toronto, schrieb uns, dass er im Jahr 2001 mit seinem Film "The Offering" beim IndieKino International Festival (Korea) den Hauptpreis gewonnen, aber das Preisgeld bis heute noch nicht bekommen hat. Daraufhin habe ich die Hintergründe recherchiert und versucht, vor dieser Veröffentlichung, die Angelegenheit auf diplomatischem Weg mit den Veranstaltern zu klären - in der Hoffnung, dass Paul seinen Geldpreis noch ausgezahlt bekommt. Leider waren aber die Verantwortlichen nicht zu einem Dialog bereit, das heißt, sie haben schlicht nicht auf Fragen und Bitten geantwortet.
Die mehr als dreiwöchige Recherche ergab kurzgefasst folgendes: Im Jahr 2001 wurde das IndieKino International Festival zum zweiten Mal veranstaltet. Für den Online-Wettbewerb wurden Preise mit einer Gesamtsumme von 15.000 USD ausgeschrieben. Die Dotierungen liegen zwischen 800 und 5.000 USD, die von sieben Filmen gewonnen wurden. Die Preise und Preisträger sind im Internet veröffentlicht: http://www.iiff.org/iiff-2001/main_en/hylights/thewinner1.htm. Von vier der sechs anderen Preisträgern konnte ich die Anschriften der Filmemacher beziehungsweise Produzenten ermitteln, drei davon antworteten und teilten mit, dass sie wie Paul Lee ebenfalls bis heute ihre Geldpreise in Höhe von jeweils 2.000 USD nicht erhalten haben. Einige Filmemacher, wie Ugyen Wangdi aus Bhutan ("Yonten Gi Kawa/The Price of Knowledge") haben vergeblich von zuhause aus versucht ihren Preis zu bekommen, oder sind, wie Dino Sato aus Japan ("Treedom"), noch immer damit beschäftigt.
Ein Blick auf die Internetseiten von IndieKino zeigt, dass dem ersten Augenschein nach das Festival seriös ist. Insbesondere namhafte Sponsoren wie Samsung Unitel und Partner oder Medienpartner wie Festivals.com, Reelmind, die Korean Film Commission und andere unterstützen diesen Eindruck. Nicht sofort erkennbar, aber auch nicht verschleiert, ist, dass es sich dabei nicht um einen kulturellen oder öffentlichen Träger, sondern um eine Dotcom, IndieKino Inc., handelt. Auf deren Website gibt es unter anderem eine Shopping Mall, eine Webzine und eine Investment-Seite. Auch bietet sich IndieKino als Produzent koreanischer Filme und Distributor internationaler Arthouse-Filme an. Irritierend ist, dass zumindest auf den englischsprachigen Seiten nur eine Person mit vollem Namen als Ansprechpartner, Tony Kim, genannt wird.
Ziemlich frech ist, dass IndieKino bis heute die Preisträgerfilme aus kostenlose Mediaplayer-Filme zum Download anbietet und damit vermutlich bis heute am Traffic Geld verdient, gleichwohl wir nichts über den gegenwärtigen Zustand der Firma wissen. Wir wollen deshalb die Angelegenheit weiterverfolgen und vielleicht mit dieser Veröffentlichung und mit Hilfe der Leser doch noch zu einem zufriedenstellenden Ende führen. Auch einige der Partner bzw. ehemaligen Partner von IndieKino, wie Festivals.com und Reelmind, haben ihre Hilfe angeboten. Und Paul Lee, Hauptpreisträger des IndieKino-Wettbewerbs, wird zu diesem Thema in unserem Forum eine Diskussionsliste eröffnen!
Auch das gibt es: Auszeichnungen und Wettbewerbsteilnahmen, die Geld kosten!
In Deutschland gibt es eine amtliche Institution, die Filme nach ihrer Qualität bewertet und sogenannte Prädikate ausstellt. Der Vorteil sich dieser Prüfung der "Filmbewertungsstelle Wiesbaden" zu unterziehen, beruht auf Klauseln im Filmfördergesetz, nach denen die Auszeichnung mit einem Prädikat "besonders wertvoll" dieser Institution die Zulassung zur nationalen Filmförderung ermöglicht. Dies ist im Grunde die wichtigste Funktion dieser Filmbewertungsinstanz (die übrigens momentan im Rahmen der Novellierung des Gesetzes kontrovers diskutiert wird, s.a. Nachrichten). Der Haken dabei: die Prüfung kostet Geld! Pro laufenden Meter 35mm-Film wird fast 1 Euro Gebühr erhoben und die Bestätigung für das Prädikat kostet je Urkunde, eine gedruckte Karte, 1,55 Euro - bei einer Mindestabnahme-Menge von 100 Karten!
In den USA kaum noch hinterfragt und in Europa leider schleichend im Kommen, ist die Erhebung einer Anmeldegebühr für die Teilnahme an Festivals ("entry fees"). Die zum Teil hohen Gebühren entlasten die Budgets der Festivalveranstalter und wälzen die Bearbeitungskosten der Anmeldung auf die Filmemacher ab - unabhängig davon, ob ihr Film ausgewählt wird oder nicht.
Preisvergleiche kann man sehr gut in der Datenbank von Withoutabox recherchieren, in der fast alle namhaften nordamerikanischen Festivals registriert sind. Eine komfortable Suchfunktion erlaubt die gezielte Abfrage verschiedener Festivalkonditionen. Die Hitliste der Spitzenpreise für die Anmeldung eines Kurzspielfilms in den USA (jeweils der Standardpreis für die 'late entry') sieht - nach den Eintragungen in Withoutabox - wie folgt aus: Malibu Film Festival 75$, Newport Beach Film Festival 85$, Dances with Films, Santa Monica, 95$, Director's View Film Festival in South Salem (NY) und San Francisco International Film Festival 105$. Vielleicht ist es ein Zufall, aber es scheint, dass die Anmeldegebühren mit der Nähe des Festivals zu einem Strand korrelieren - so wie in Deutschland die Kurtaxen in Heil- und Kurorten! Auch fällt auf, dass in den USA die Festivals in Kalifornien grundsätzlich teurer sind.
Anmeldegebühren in dieser Höhe sind eine Hürde für die Verbreitung von Kurzfilme. Die geringe Teilnahme und entsprechend niedrige 'visibility', aber auch fehlende Kenntnisnahme internationaler Produktionen in den USA überraschen daher nicht.
Die Erhebung von Anmeldegebühren lässt auch Missbrauch zu. So gibt es einige 'Festivals', die heftige Anmeldegebühren kassieren, aber nichts oder nur wenig für die Filme und Filmemacher tun. Berühmt-berüchtigt waren die Geschäfte des "New York International Independent Film and Video Festival" (NYIIFVF, gegründet von Stuart Alson - Achtung Namensähnlichkeit mit anderen, seriösen Festivals!). Sie wurden in Publikationen und Foren wie "The Independent" und "hi-beam.net", insbesondere aber auch auf der speziellen Scam-Festival-Seite von "Filmfestivals.com" diskutiert. Dort nachlesen kann man unter anderem die Geschichte des Filmemachers Pierre Yves Clouin, der einmal das 'Angebot' erhielt sein zehnminütiges Video zum Preis von 300$ anzumelden und zu zeigen. Oder es wurden Filmemachern Anmeldegebühren und Internetwerbeverträge zwischen 250$ und 1.000$ angedient - für ein Ereignis, das im Wesentlichen aus einer Party bestand, während die Filme im Keller einer Bar als Video projiziert wurden: »das einzige Festival in der Welt mit einer Wettbewerbskategorie ‘Skulpturen’ und einem Zwei-Drinks-Verzehrzwang«, beklagte sich eine teilnehmende Filmemacherin in einer älteren Ausgabe von The Village Voice.
Inzwischen ist dieses Festival schon so erfolgreich, dass es neben der New Yorker Veranstaltung auch noch Ableger in Los Angeles und Las Vegas gibt. Wer seinen Film gleich für alle drei Festivals anmeldet erhält einen Rabattpreis von $750!
Abgesehen von Wucherpreisen zeigt sich leider, dass die Möglichkeit Anmeldegebühren zu verlangen, auch die kriminelle Fantasie anregt. So warnen Filmemacher, ebenfalls im Scam-Forum von "filmfestivals.com" vor einem Festival in Florida, das unter immer neuen Namen auftritt (Cinevue, Silver Sprocket, Golden Palmetto, Golden Images and Sci Fest), aber überhaupt nicht existiert: »They are not a festival. They have no jury or documented public screening ever. They seem to be a few guys in a basement in Florida who sell their "gold-sealed" awards to anyone who enters. You pay $45. US and you buy a (worthless) award« (posted 13.06.2002).
Preise, für die man etwas tun muss....
Wir haben schon einmal über den Wettbewerb "Perrier Across America" berichtet, der den Teilnehmern abverlangt, dass sie ein Drehbuch einreichen, in dem das Element Wasser und Amerika in einem Road Movie gefeiert werden (»celebrating America«). Der Preis besteht aus einer Reiseausstattung inkl. Fahrzeug. Am Ende entsteht im Grunde ein billiger Werbefilm für das Selterswasser-Unternehmen.
Spendabler geht es hingegen bei 13th Street zu: Im Jahr 2001 gewann der 32-jährige Filmemacher Sebastian Winkels ("Oberstube", KHM Köln) »einen Backstage-Pass für das erfolgreichste Major-Studio«. Konkret: er durfte bei Wettbewerbspräsentationen und Pre- und Post-Production-Konferenzen der Universal Studios teilnehmen - Flug, Unterkunft und Taschengeld inklusive! Laut Ausrichter 13th Street: »unschätzbare Erfahrungen«.
Sicher sehr gefreut haben wird sich auch Carsten Strauch über einen Preis für seinen Film "Das Taschenorgan" von Shorts-Welcome (noch zu Zeiten von Kirch Media - vor der Übernahme durch Tiscali). Völlig zurecht erklärten die damaligen Veranstalter in ihrer Pressemitteilung, »Die Wahl der besten Kurzfilme des vergangenen Jahres bei Shorts-Welcome nahm im Rahmen der Jurysitzung einen überraschenden Ausgang. Die prominente Jury entschied sich zur Vergabe eines zweiten zusätzlichen Preises!« Die Überraschung war, dass der gestandene Diplom-Designer und Filmemacher ein Praktikum bei einer aktuellen Filmproduktion der Roxyfilm gewann! Davon war offenbar der Veranstalter so angetan, dass er gleich selbst nachlegte und »spontan entschied«, dass die Regisseure des (inzwischen) Oscar-nominierten Animationsfilms "Das Rad - Rocks" auch etwas zu tun bekommen: »ein einmonatiges Praktikum bei einer aktuellen Sat.1-Produktion«. Vielleicht bei "The Prize is Right"?
Ob die Preise auch abgearbeitet wurden, ist mir leider nicht bekannt ....
Trophäen, Urkunden, Medaillen - dabei sein ist alles!
Gerade die höchsten Auszeichnungen der Filmwelt sind oft nicht dotiert. Von den Oscars der Academy Awards in den USA bis zu den Academy Awards anderer Länder bestehen die Preise oft nur aus einer Urkunde und einer mehr oder weniger hässlichen Statue oder Trophäe.
Bei den britischen Academy Awards gibt es zum Beispiel die "BAFTA Mask" - das Replika einer goldfarbenen Maske der Künstlerin Mitzi Cunliffe, die man immerhin von zwei Seiten betrachten kann (»The hollow, reverse of the mask bears an electronic symbol round one eye and a screen symbol round the other«).
Lustiger ist da schon der "Guldbagge (dt. Goldkäfer), der renommierte Preis des Schwedischen Filminstituts (»The award, in the form of a fantastical beetle, was designed by the artist Karl Axel Pehrson«).
Auch bei Festivals, die Geldpreise vergeben, sind Statuen, Medaillen und Trophäen beliebt. Sie lassen sich in zwei Gruppen oder Klassen einteilen: abstrakte oder figurative Skulpturen. Bei letzteren sind Anleihen aus der Tierwelt besonders beliebt, in Osteuropa gerne Figuren aus der Welt der Mythen und Märchen (Einhörner, Drachen, Zentauren und ähnliche Fabelwesen). Das Dokfilm Festival in Leipzig verleiht Goldene und Silberne Tauben. Beim Sao Paulo Festival gibt es als Mix Brazil Award einen süßes silbernes Kaninchen ("Silver Rabbit").
Warum die Dresdener Auszeichnung "Bogenschütze" heißt, bleibt wohl das Geheimnis der Staatlichen Porzellan-Manufaktur Meissen. Es ist wohl eine der 'eigenwilligsten' modernen Trophäen unbekannten Stils, die man in Deutschland gewinnen kann. Mit den dazu gehörigen 3.000 Euro Preisgeld kann man sich jedoch ein passendes Möbelstück für die dezente Aufbewahrung des Preises leisten! Auch aus Dresden, aber richtig elegant im Vergleich zum "Bogenschützen", ist das metallene Fragezeichen als Dresdner Jugend-Oscar - eine Trophäe der abstrakten Spielart.
Porzellan, leider nicht aus Meissen, dafür aber mit einem praktischen Mehrwert hat Pierre Monnard mit "Swapped" bei den diesjährigen Grenzland-Filmtagen in Selb gewonnen: eine rund 30 cm hohe "Love-Vase" eines lokalen, also oberfränkischen Porzellanherstellers.
Überhaupt keinen praktischen Wert und als Mitbringsel unmöglich war der Preis, den ein Hamburger Filmemacher vor Jahren beim Arsenal-Festival in Riga gewonnen hat: eine mannshohe Skulptur, die nie beim Empfänger ankam, also vermutlich nie ihren Herstellungsort verlassen hat oder beim Transportversuch auf den Meeresboden gesunken ist.
Ein reiner Ehrenpreis ist der Preis der deutschen Filmkritik. Mehr als einen Händedruck oder einen Blumenstrauß kann man vom armen Filmkritikerverband leider nicht erwarten. Für die Sparte Bester Experimentalfilm wurde vor einigen Jahren in Osnabrück einmal unter den Jury-Mitgliedern des Verbands gesammelt, um dem Gewinner wenigstens eine Flasche Sekt zu spendieren...
Eine Subkategorie der Ehrenpreise ohne Dotierung sind selbst verliehene Auszeichnungen. So hat sich zum Beispiel Harun Farocki 1978 für den Film "Zwischen zwei Kriegen" mit dem "Prix Carosse d'or" ausgezeichnet - ein Fake-Preis, der jetzt fester Bestandteil der Biografie des Filmemachers ist.
Sach- und Materialpreise - Was soll ich damit tun?
Filmmaterial als Preis ist sehr weit verbreitet und zweifellos nützlich. Doch auf vielen Festivals gibt es, meist aus spendabler Sponsoren-Hand, Sachpreise, die man lieber stehen (oder liegen) lässt oder schlimmstenfalls überhaupt nicht mitnehmen kann.
Zwischen nützlich und unbrauchbar liegt die weite Grauzone der Dienstleistungspreise. Besonders häufig sind Serviceleistungen in Filmstudios, Postproduktionsleistungen oder Kopierwerksleistungen zugunsten des Preisträgers. Hierzu sei nur ein Beispiel genannt: beim Filmfestival Aix-en-Provence gewann Pjotr Sapegin für "Aria" den Grand Prix. Der Preis bestand unter anderem aus folgendem Servicebündel: »processing and duplication works, film-to-tape transfer«, und »three days of free renting (electric material, excepting consumables, cons. H.M.I., generator truck...). All dies, selbstverständlich, nur an der Côte d'Azur abzuholen und einsetzbar. Was macht der Animationsfilmemacher Sapegin, der in Norwegen wohnt und seinen Film in Kanada produziert hat, damit? Vielleicht half ihm die Dreingabe als »help in kind« - was immer das bedeutet - eines »talkie walkie«! (O-Ton Festival Aix-en-Provence)
Hintergründig ist der Preis des Festival Film Scientifique auf der Insel La Reunion. In der Catégorie professionnels besteht der erste Preis in einer: »voyage aller/retour Réunion/Paris d'une valeur de 760,00 Euro environ«, und in einem »téléphone portable d'une valeur de 400,00 Euro environ«. So muss man für die Nutzung oder Ausübung des Preises wieder kommen und kann dann nach Hause telefonieren!
Ein interessante Komponente in der Diskussion über die Nützlichkeit von Sachpreisen bringt das Kinofest Lünen (D) ein: Dort gibt es neben Geld, Filmmaterial und Kopierwerksleistungen unter anderem den Melitta-Kurzfilmpreis. Gewonnen hat diesen schönen Preis im November 2002 Philipp Fleischmann für seinen Kurzfilm "Mehmet" - bereits Preisträger von Teddybären, Eulenspiegeln und anderen Trostpreisen. Der Melitta-Kurzfilmpreis ist eine Gastronomie-Kaffeemaschine! Mit dem Nebensatz »Kaffee, Zucker und Milch satt für die nächste Produktion« wird der Nutzwert des Preises empfohlen. Ob das nicht etwas am Bedarf einer kleinen Kurzfilmproduktion, für die vielleicht eine Thermoskanne ausreicht, vorbei geht? Viel realistischer scheint mir, dass ein armer Filmemacher den Preis durchaus gewinnbringend einsetzt: als Startup-Investition in die Eröffnung einer Kaffeestube! (Link zum Bild ganz unten).
Kleiner Wermutstropfen nur: Wert und Größe der Kaffeemaschine wurde beim letzten Festival im Vergleich zum Vorjahr von 1.000 Euro (eine Industriekaffeemaschine) auf 500 Euro halbiert. Darf man spekulieren, ob der Sponsor dieses Jahr nur einen Melitta-Filtertrichter spendiert?
Schließlich noch ein Beispiel für einen Filmpreis, den man weder trinken, an die Wand hängen, verbrauchen, noch mitnehmen kann: Auf dem Taos Talking Picture Film Festival gewann Campbell Scott mit seinem Film "Off the Map" 5 Morgen Land in New Mexico! Bei der Preisverleihung bekam er symbolisch einen Händedruck mit einer Hand voll Staub. Scott beschloss daraufhin sich mit früheren Land-Gewinnern zusammenzutun und vor Ort - in der Wüste womöglich - einen Filmemacher-Workshop zu gründen.
Giveaways und Trostpreise
Gesponserte Taschen, Tüten, Kugelschreiber, Schreibblöcke, Nützliches und Überflüssiges - all' das gehört inzwischen zur Standardausrüstung jedes größeren Festivals. Doch als Teil einer Preisverleihung oder gar als Preis selbst, wirkt das heute nur noch lächerlich. Auf eigene Erfahrungen rückblickend, war der absolute Spitzenreiter für Giveaways und Werbegeschenke wohl das Internationale Super-8-Filmfestival in Brüssel. Zur Preisverleihung wurde das gesamte Repertoire in einer imposanten Bühnenschau aufgebaut und von Go-Go-Girls überreicht. Ganz beliebt waren noch Utensilien wie Kodak-Filmkühltaschen, in die auch Sixpacks passen. Etwas bizarr hingegen die Kosmetikprodukte von "Docteur Renaud Paris" (Istanbul). Da konnte es schon einmal passieren, dass eine Filmemacherin Docteur Renaud Paris Shaving Colognes und ein Filmemacher Wimperntusche mit nachhause bekam ...
Doch gibt es auch ganz charmante Kuriositäten in dieser Preis-Kategorie. Wie zum Beispiel die Auszeichnungen des Golden Shower Video Festivals in San Antonio, Texas. Als Preise gab es: »a low rider bicycle, a miniature accordion, and a flea market surprise«. Am Schönsten finde ich aber die Idee der "24 Stunden von Nürnberg". Dort können die Festivalbesucher Filmemachern Preise geben. So erhielt, zum Beispiel, der Offenbacher Filmemacher Bernhard Lenz von einem begeisterten Fan ein paar Langhaar-Moonboots. Und das Festival selbst verleiht nicht den Filmemacher, sondern den Zuschauern einen Preis. Im Jahr 2000 waren es zwei Festivalbesucher, die als einzige das ganze Programm anschauten. Für diese tapfere Leistung wurden sie mit dem "Heimchenrundguckpreis" ausgezeichnet. Die Auszeichnung haben sie verdient! Doch der Preis dazu bestand darin, am Ende des 24-Stunden-Marathon-Programms noch einen zusätzlichen Programmblock moderieren zu dürfen.
Reinhard W. Wolf
Nachspann:
Leider erlaubt die Maske dieser Internetseite es nicht, mehrere Fotos zu platzieren. Stattdessen hier Links auf einige sehenswerte Abbildungen der o.g. Preise:
Melitta-Kurzfilmpreis: http://www.kinofest-luenen.de/2002/das-festival/bildergalerie/kfl-2002_069.jpg
Dresdner Bogenschütze http://filmfest-dresden.contx.info/bilder/preis%2002a.jpg
Academy Awards 1999 - Best Actors http://www.eonline.com/Features/Awards/Oscars99/Blow/Images/bestactors.jpg
Student Academy Award: http://www.indiewire.com/biz/photos/biz_030519academy.jpg
Shocking-Shorts-2002-Preisträgerin Tanja Brzakovic in den Universal Studios http://www.absolutshockingshorts.de/05_event/2002/pics/universal.jpg
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