Im aktuellen Themenartikel beschäftigen wir uns diesmal ausnahmsweise mit uns selbst. Anlass ist ein Relaunch von shortfilm.de, der durch eine Kooperation der Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen mit der AG Kurzfilm, dem Bundesverband Deutscher Kurzfilm, und durch die Unterstützung der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) und der German Films (ehemals: Export-Union des Deutschen Films) möglich wurde.
Ab sofort bieten wir hinter dem gemeinsamen Portal zwei Bereiche an: das internationale Kurzfilmmagazin und die Kurzfilmszene Deutschland. Die beiden Flügel von shortfilm.de unterscheiden sich optisch durch eine je eigene Farbgebung. Zu der bisherigen grünen ist eine rote Farbumgebung für die Kurzfilmszene Deutschland hinzugekommen. Inhaltlich ist der rote Bereich - überwiegend in deutscher Sprache - ausschließlich dem deutschen Kurzfilm gewidmet, dem in Zukunft mehr Platz eingeräumt werden kann. Im grünen, durchgängig zweisprachigen Bereich haben - wie bisher - neben Meldungen aus Deutschland vor allem internationale Nachrichten und Themen Vorrang. Verknüpft sind die beiden Flügel durch gemeinsame Rubriken wie Linklisten und das Forum. Eine gemeinsame, aber personell erweiterte, Redaktion garantiert Kontinuität in der Erneuerung. Und wie bisher arbeitet und berichtet die Redaktion unabhängig von den Trägern, die ihre jeweils eigene Internetplattform haben.
Die gemeinsame Trägerschaft stärkt und stabilisiert das Kurzfilmmagazin durch die effiziente Bündelung von Ressourcen für die Zukunft. Zugleich wird shortfilm.de auch inhaltlich auf eine breitere kommunikative Basis gestellt und noch stärker in die Kurzfilmszene vernetzt.
Für den Leser bedeutet der Relaunch also vor allem: noch mehr Informationen, Nachrichten, Hintergrundberichte und vielfältigere Serviceangebote als zuvor.
Seit dem Launch vor drei Jahren richtet sich das Kurzfilmmagazin sowohl an ein internationales wie auch nationales Publikum. Äußerer Ausdruck dieser Orientierung ist die Zweisprachigkeit aller Rubriken des Magazins. Bei der Auswahl der Nachrichten und Themen stellte sich deshalb immer die Frage, ob eine Nachricht oder ein Thema auch von internationalem Interesse ist. Nachrichten von nationaler oder gar nur regionaler Bedeutung blieben im Zweifelsfall unveröffentlicht. Dies betraf zum Beispiel Details deutscher Filmpolitik, die einen Filmemacher auf einem anderen Kontinent nicht betreffen, oder etwa Ankündigungen von Ereignissen in Deutschland mit nur regionaler Reichweite. Andererseits gab und gibt es für Meldungen aus der deutschen Szene hierzulande natürlich ein großes Interesse, zumal es im Kurzfilmsektor ansonsten nur wenige, auf verschiedene Medien zerstreute Informationsmöglichkeiten gibt. So war es eigentlich schade, dass ein Kurzfilmmagazin, das in Deutschland veröffentlicht wird, diese Lücke nicht schließen konnte. Ein anderer Grund war eine quantitative Beschränkung des Magazin-Umfangs wegen der limitierten Ressourcen und Arbeitskapazitäten. Shortfilm.de wurde schließlich von den Internationalen Kurzfilmtagen Oberhausen allein finanziert und betrieben, obwohl das Magazin nicht zu den Kernaufgaben des Festivals gehört.
Während schon seit dem Launch von shortfilm.de Kooperationspartner für das Magazin gesucht wurden, eröffneten sich mit der Gründung des Bundesverbands Deutscher Kurzfilm im Mai 2002 neue Perspektiven. Zu den selbstgesetzten Zielen und Aufgaben des Verbandes gehört die Unterstützung und Promotion des deutschen Kurzfilms im In- und Ausland. Dem Verband war von Anfang an klar, dass zur Erreichung dieser Ziele auch Publikations- und Informationsmöglichkeiten für den deutschen Kurzfilm geschaffen werden müssen. Nachdem Überlegungen für ein Printmagazin von der Geschäftsstelle der AG Kurzfilm aus Kostengründen verworfen werden mussten, lag es nahe eine Zusammenarbeit mit dem bereits existierenden Online-Magazin shortfilm.de zu suchen. Im April 2003 wurde dann von der Geschäftsführerin der AG Kurzfilm, Sylke Gottlebe, in Absprache mit den Internationalen Kurzfilmtagen Oberhausen, ein gemeinsames Konzept für ein entsprechend erweitertes Magazin auf der Grundlage von shortfilm.de erarbeitet. Seitdem arbeiten das Kurzfilmmagazin und die Geschäftsstelle der AG Kurzfilm, nicht zuletzt Michael Jahn, der als zusätzlicher Redakteur für shortfilm.de gewonnen wurde, an der praktischen Umsetzung. Wir freuen uns jetzt, nach einjähriger Vorbereitung, das Ergebnis präsentieren zu können!
Neu bei shortfilm.de: Kurzfilmszene Deutschland
Kurzfilmszene Deutschland fokussiert auf den deutschen Kurzfilm und ist in verschiedene Rubriken unterteilt. Die Rubriken "Nachrichten" und "Berichte" richten sich an ein deutschsprachiges Publikum. Mit dem ausführlichen Informationsangebot soll der Kommunikationsfluss innerhalb der Kurzfilmszene verbessert werden und somit eine längst überfällige Öffentlichkeit für den deutschen Kurzfilm hergestellt werden. Die Rubriken "Schulen, Filmemacher, Kurzfilmkatalog und Service" hingegen peilen sowohl die deutsche als auch die internationale Leserschaft an. Damit wird shortfilm.de seiner Aufgabe gerecht, gezielt die Interessen des deutschen Kurzfilms im In- und Ausland zu vertreten und eine systematische Darstellung der deutschen Kurzfilmszene zu ermöglichen.
Die Rubrik "Nachrichten" auf Kurzfilmszene Deutschland widmet sich - weit ausführlicher als dies bisher möglich war - aktuell und zeitnah dem Kurzfilmgeschehen in Deutschland. Der Aktualisierungsrhythmus unterscheidet vom Kurzfilmmagazin, insofern die Nachrichten wöchentlich aktualisiert und ergänzt werden und teilweise sofort nach Eingang online gestellt werden können. Die Nachrichten unterteilen sich in vier Submenüs: Aktuelles, Filmpolitik, Festivalteilnahmen und Szene. In "Aktuelles" erfährt man am schnellsten Neuigkeiten aus der Kurzfilmszene, beispielsweise Festivalnews, Förderentscheidungen, Hochschulmeldungen und Neuigkeiten aus der Produktion. Im Unterpunkt "Festivalteilnahmen" nennen wir deutsche Kurzfilme, die in internationalen Wettbewerben renommierter Festivals aus dem In- und Ausland zu sehen sind. "Filmpolitik" beschäftigt sich mit Gesetzesänderungen und politischen Debatten. Dort werden auch in regelmäßiger Folge ausgewählte Förderentscheidungen und prädikatisierte Kurzfilme veröffentlicht. Eine Neuheit in der Kurzfilmwelt ist sicherlich die Nachrichtenrubrik "Szene". Angedacht als "Klatsch-und-Tratsch-Spalte" sollen hier unter Beteiligung der Leser interne Branchendiskussionen aufgegriffen und in Form von kurzen Nachrichten verarbeitet werden. Sollte sich die Rubrik etablieren, könnte sie in ganz besonderer zu einer Plattform für Kurzfilmprofessionelle werden und die wichtigsten Neuigkeiten versammeln.
In der zweiten Rubrik "Berichte" sollen ähnlich dem Thema im KURZFILMMAGAZIN wichtige Ereignisse nachbetrachtet, Veränderungen in der Kurzfilmlandschaft dargestellt, interessante Initiativen aus der Welt des Kurzfilms vorgestellt, bestimmte Genres behandelt und nationale Kurzfilminstitutionen porträtiert werden. Im ersten Monat beispielsweise erwartet Sie ein Bericht über die Präsenz deutscher Festivals und Förderer auf dem Kurzfilmfestival "Expresión en Corto" in Mexiko.
Die weiteren Rubriken werden sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch zur Verfügung stehen. Dort erhält man einen Überblick über die Bandbreite des Kurzfilms in Deutschland. Außerdem stellen wir dort einige Protagonisten der deutschen Kurzfilmszene vor. Der Bereich "Schulen" gibt - neben einer übersichtlichen und informativen Präsentation der Hochschulen und deren Studienbereiche - einen Einblick in studentische Arbeiten. Wir stellen 5 bis 15 Beiträge pro Hochschule vor. Der deutsche Kurzfilm zeichnet sich auch durch eine Vielzahl innovativer Filmemacher und Filmemacherinnen aus, die sich bewusst für eine unabhängige Produktionsweise entschieden haben oder neben Langfilmprojekten immer wieder Kurzfilme drehen. shortfilm.de porträtiert monatlich einen dieser Filmemacher. Und - last but not least - soll hier auch ein Teil der jährlich rund 1.000 Kurzfilme, die in Deutschland entstehen, vorgestellt werden. Eine Auswahl der wichtigsten und interessantesten deutschen Kurzfilme der letzten Jahre werden im "Kurzfilmkatalog" präsentiert. Der Katalog richtet sich an all jene, die an deutschen Kurzfilmen interessiert sind oder sich professionell damit beschäftigen. Vor allem Einkäufer und Festivalrepräsentanten aus dem Ausland können sich hier über die aktuellsten Produktionen informieren.
Im ebenfalls zweisprachig angebotenen Service-Bereich erwartet Sie ein einzigartiger Informationspool. Der Bereich umfasst Informationen über Festivals, Filmförderungen, Produzenten, Verleih- und Vertriebsfirmen, Fernsehanstalten, Filmverbände sowie Museen und Archive, die für den Kurzfilm von Belang sind. Neben den Adressen und Kontaktdaten der dort aufgeführten Institutionen werden diese auch kurz beschrieben. So lassen sich, beispielsweise, bei den deutschen Kurzfilmfestivals neben den Trägerinstitutionen und dem Wettbewerbsprofil auch statistische Daten zu Einreichungen und Preisgeldern finden. Auch, wenn der Servicebereich erst im Aufbau begriffen ist, wird er sich hoffentlich bald als das wichtigste Nachschlagewerk für alle, die sich mit dem deutschen Kurzfilm beschäftigten, etablieren.
Gemeinsam angeboten und gepflegt werden die internationale Kurzfilm-Linkliste und das Forum. Eine Neuerung gibt es auch beim Newsletter: Künftig bieten wir sowohl eine HTML- als auch eine Text-Variante des Newsletters an, der für die deutschsprachigen Abonnenten auch die Artikelüberschriften der Kurzfilmszene Deutschland zusammenfasst.
Wir hoffen, dass die Erweiterung von shortfilm.de und die zusätzlichen Informationsangebote nicht nur positiv aufgenommen werden, sondern auch zur aktiven Nutzung und Beteiligung, etwa durch Zuschriften und Beiträge, einladen und anregen.
Reinhard W. Wolf & Micha Jahn
(Redaktion)
An der Realisierung des Relaunch wirkten mit
Projektmanager: Iris Pfleging (Kurzfilmtage)
Grafik-Design: Dipl. Des. Marie-Susann Kuehr (Köln)
Programmierung CMS: pixell daten & design GmbH (Bonn)
Datenübertragung und -pflege: Annekatrin Reinsch