
Ende Juli 2011 kündigte die Leiterin des gemeinnützigen Sundance Institute, Keri Putnam, eine Erweiterung der Artist Services Initiative an. Artist Services ist eine Online-Plattform, die Filmemachern hilft Zuschauer und Finanzierungen für ihre Projekte zu finden. In Ergänzung zur traditionellen Vermittlungsfunktion des Festivals zielt diese Initiative auf den unabhängigen Online-Vertrieb.
Mit der Erweiterung des Dienstes soll Filmemachern die Möglichkeit eröffnet werden, Kunden beziehungsweise Zuschauer direkt und online zu erreichen. Unterstützt von speziellen Marketing Tools sollen Filme auf Konsumenten-Plattformen wie iTunes, Amazon, Hulu, Netflix, SundanceNow und YouTube angeboten werden können. Dabei können die Autoren ihre Eigentumsrechte und die Kontrolle bewahren. Auch können die Filmemacher selbst über unterschiedliche Vermarktungsstrategien je nach Vertriebsweg entscheiden.
Bei der Umsetzung dieser Erweiterung kooperiert das Sundance Institute mit dem Digital Content Aggregator New Video (New York), der seine Marketingerfahrungen einbringt. Außerdem hat das Sundance Institute einen Vertrag mit Topspin Media – einer Selbstvermarktungsplattform mit eigens entwickelter Software für Musiker, Filmemacher und Autoren – abgeschlossen, um deren Direktmarketing Tools aufzusetzen.
Mit der neuen Initiative will das Sundance Institute nicht selbst in das Vertriebsgeschäft einsteigen, sondern unabhängigen Filmemachern lediglich Ressoucen für eine weite Verbreitung ihrer Arbeit unter Wahrung ihrer Rechte zur Verfügung stellen. Die Online Distribution Plattform verstehen die Initiatoren als eine notwendige, digitale Ergänzung in einer sich ändernden Landschaft der Filmverbreitung und Vermarktung.
Artist Services ist zur Zeit noch im „Private-Beta“-Stadium und daher nur für Sundance Institute Alumni und nicht für die Öffentlichkeit zugänglich.
Blog: http://www.sundance.org/festival/blog-entry/artist-services-reaches-out/
URL: http://www.sundance.org/artistservices/

Auf Initiative des niederländischen Filmemachers Rene Daalder entsteht zurzeit eine Internet-Plattform für experimentelle Filme und Videokunst. Das Projekt Instant Cinema – eine Beta-Version ist bereits online – möchte die besten Arbeiten audio-visueller Künstler aller Generationen einem weltweiten Publikum zugänglich machen.
Seit vielen Jahren, so die Initiatoren, werden experimentelle und künstlerische Filme nahezu exklusiv nur noch in Museen und auf Filmfestivals vorgestellt. Instant Cinema beabsichtigt den niedrigen Grad der öffentlichen Sichtbarkeit solcher Arbeiten zu kompensieren. Auf der Online-Plattform sollen Klassiker der jüngsten Geschichte Seite an Seite mit Arbeiten der talentiertesten zeitgenössischen Medienkünstler ausgestellt werden.
Um einen möglichst hohen Grad an Qualität zu bewahren, ist die Mitgliedschaft bei Instant Cinema nur auf Einladung möglich. Jeder teilnehmende Filmemacher erhält fünf Einladungen, die an Filmemacher und Künstler geschickt werden können, die wiederum die Gelegenheit erhalten fünf weitere Personen einzuladen.
Gründer Rene Daalder geht in seiner Einführung zum Projekt davon aus, dass insbesondere reproduzierbare künstlerische Arbeiten auf digitalen Trägern nicht länger dem Prinzip der Knappheit im Kunstsektor entsprechen und mithilfe des neuen Massenmediums Internet jedermann erreichen können und sollten. Daalder beruft sich für die Konzeption von Instant Cinema auf Gerry Schum, der in den 60er Jahren Ähnliches im Massenmedium Fernsehen versucht hatte (TV Gallery).
Das Projekt wird Rene Daalder und dem Eye Film Institute Netherlands getragen und wird von der Mondriaan Foundation gefördert.
URL: http://preview.instantcinema.org/
La Agencia del Cortometraje Español (ACE) hat eine überarbeitete Version eines gemeinsamen Anmeldeformulars für spanische Kurzfilmfestivals veröffentlicht. Das ursprünglich sechsseitige Formular wurde auf zwei Seiten reduziert. Außerdem enthält die Version 2.11 als PDF-Formular Ausfüllhilfen und Felder, die in die Datenverwaltung der Festivals importiert werden können.
Die Initiative soll den Prozess der Filmanmeldung vereinheitlichen, damit Filmemacher und Produzenten, die Filme auf mehreren Festivals einreichen möchten, statt vieler verschiedener nur noch ein einziges Formular ausfüllen müssen. Im vergangenen Jahr und dieses Jahr verwenden vierzehn Festivals mit nationalen Wettbewerben das gemeinsame Formular. Die großen internationalen Festivals haben sich nicht beteiligt.
URL: http://www.acesp.info/descargas/documentos/documentos.htm

Die bereits 2010 angekündigte Video-on-Demand-Plattform Africafilms.tv ist jetzt online! Das Projekt wurde gegründet, um einerseits für eine bessere internationale Verbreitung afrikanischer Filme zu sorgen und andererseits Filmemachern und Produzenten einen Mittelrückfluss zu garantieren, der ihnen wegen der weit verbreiteten Piraterie meist entgeht.
Das Portal richtet sich vor allem an ein weltweites Publikum und an die afrikanische Diaspora. Neben Spielfilmen von afrikanischen Festivals will Africafilms.tv auch Dokumentarfilme, Soaps und Comedy anbieten. Außerdem bietet das Portal Software-Tools an, um Filme professionell online zu vermarkten. Die Filme im DivX-Format kopiergeschützt angeboten. Die Plattform ist zur Zeit noch im Beta-Stadium.
Betreiber von Africafilms.tv ist IDimage, eine französische Produktionsfirma und Agentur mit Sitz in Lille. Das VOD-Projekt wird von der Europäischen Union im Rahmen der ACP-EU Development Cooperation gefördert. IDimage entwickelt zur Zeit noch ein weiteres Projekt, mobiCINE, das direkt in Afrika realisiert werden soll. Auch bei diesem Projekt geht es um die Verbreitung afrikanischer Filme auf legalem Weg und der Sicherung von Einnahmen für die Hersteller. Geplant sind vierzehn mobile, mietbare Kinos, die zunächst in Bamako und Dakar eingesetzt werden sollen.
Video-on-Demand-Plattform: http://www.africafilms.tv
mobiCine: http://www.mobicine.org/
In einem dramatischen offenen Brief appellierte der Geschäftsführer von Canyon Cinema, Dominic Angerame, an die Filmgemeinde die renommierte Filmkooperative zu unterstützen. Angerame teilte mit, dass die als Kapitalgesellschaft organisierte Einrichtung kurz vor dem finanziellen Aus steht. Als Gründe nannte er vor allem Veränderungen in der Film- und Medienlandschaft: viele der Autoren, die mit Filmen bei Canyon Cinema vertreten sind, haben ihre Arbeiten auf digitalen Medien zur Verfügung gestellt und die meisten Ausleiher verfügen nicht mehr über Projektoren für die 16mm-Filme im Verleih von Canyon Cinema. Außerdem sei durch die Finanzkrise eine andere Einnahmequelle, nämlich die Verzinsung von Einnahmen, weggebrochen.
Der Brief, in dem verschiedene Optionen zur Rettung von Canyon Cinema vorgestellt wurden, führte zu einer öffentlichen Diskussion, in der auch kritische Fragen gestellt wurden, wie zum Beispiel, warum sich Canyon Cinema nicht als gemeinnützige Organisation konstituiert habe oder warum es noch in einem teuren Stadtteil von San Francisco mit hohen Mieten ansässig ist (Bay Area). Mitte August ist Canyon Cinema tatsächlich umgezogen (die Miete betrug zuvor $25.000 im Jahr). Die übrigen Probleme sind allerdings noch längst nicht gelöst.
Canyon Cinema ist einer der wichtigsten Verleihe für Avantgardefilme in den USA. Die Organisation hat 320 Mitglieder und verleiht mehr als 3.000 Filme. Von August bis Dezember 2011 feiert Canyon Cinema ihr 50jähriges Bestehen mit einer Reihe von Sonderprogrammen - u.a. mit Bruce Baillie und George Kuchar.
Neue Adresse: Canyon Cinema, Inc.; Yosemite Place, 1777 Yosemite Ave Suite #210; San Francisco, CA 94124
Quelle: http://canyoncinema.com/2011/03/31/important-message-to-the-film-community/
Die Academia de Cine hat einige Regeländerungen für den Wettbewerb 2012 um die renommierten Goya Filmpreise beschlossen. In der Öffentlichkeit wurde vor allem wahrgenommen, dass ein Mindestalter von 16 Jahren für die Schauspielerpreise eingeführt wurde, nachdem in der Vergangenheit auch minderjährige Darsteller mit Goyas ausgezeichnet wurden. Es gab aber auch Änderung im Reglement für die Kurzfilme.
Bezüglich der Kurzfilme wurde die frühere Regelung wieder in Kraft gesetzt, nach der jeweils nur zehn Kurzfilme in den Kategorien Dokumentarfilm, Animation und Spielfilm für die Vorauswahl nominiert werden können. Außerdem wurde der Herstellungszeitraum auf 1. Juni 2010 (bisher 1.12.) bis 30. November 2011 geändert. Filme, die sich bereits zuvor beworben haben, können nicht teilnehmen. Anmeldeschluss ist der 2. November.
Quelle: http://www.academiadecine.com/prensa/nota.php?id_s=5&id_nota=107
Seit seiner Gründung im Jahr 1993 war das Vertigo Magazine mit Sitz in London eine der wichtigsten englischen Publikationen für den unabhängigen Film. Vertigo trat auch als Veranstalter film- und kulturpolitischer Tagungen und Konferenzen auf und veröffentlichte einen E-Mail-Newsletter. Im Jahr 2009 musste das Magazin wegen Unterfinanzierung eingestellt werden. Anschließend erschien noch eine Online-Ausgabe, doch im Februar 2010 verabschiedeten sich die Macher offiziell.
Nun ist eine Lösung für die Fortführung des Magazins gefunden worden. Vertigo wurde vom Close-Up Filmcentre übernommen. Das Magazin soll im Herbst 2011 wieder erscheinen. Die erste Ausgabe unter neuer Leitung ist Jean-Luc Godard gewidmet. Die älteren Online-Ausgaben sind vorübergehend noch unter der alten Internet-Adresse verfügbar.
Das Close-Up Filmcenter in Bethnal Green (East London) verfügt über eine Filmbibliothek mit mehr als 14.000 Titeln (Video und DVD) zur Ausleihe an Mitglieder. Außerdem veranstaltet Close-Up einmal in der Woche Filmvorstellungen mit historischer und zeitgenössischer Filmkunst.
URL Vertigo: http://www.vertigomagazine.co.uk/
URL Close-Up: http://www.closeupfilmcentre.com/
Anlässlich der zehnten Ausgabe des Kecskemét Animation Film Festival (KAFF) in Ungarn hat das Festival in Zusammenarbeit mit Daazo - European Short Film Centre fünfzehn historische Beispiele aus der ‚Goldenen Zeit’ des ungarischen Animationsfilm ins Netz gestellt.
Zu sehen sind unter anderem „Fight“ von Marcell Jankovics (Cannes-Preisträger 1977), „Ashes“ von Ferenc Cakó (Goldener Bär 1994) und „Hungarian Pictures / Slightly Tipsy“ von Miklós Varga (1998).
Das Animationsfilmfestival KAFF geht auf eine jährliche Werkschau des vor vierzig Jahren gegründeten Pannonia Film Studios in Kecskemét zurück. Seit 2005 findet KAFF alle zwei Jahre mit einem europäischen Wettbewerbsprogramm statt.
Daazo.com ist eine Community-Website für junge europäische Filmemacher, die vom MEDIA-Programm der Europäischen Union gefördert wird und ihren Sitz in Budapest hat.
Das britische Künstlerduo Semiconductor, Ruth Jarman und Joe Gerhardt, wurde von FACT zu einer Solo-Ausstellung eingeladen, die vom 1. Juli bis 11. September 2011 in Liverpool zu sehen ist.
Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die Premiere der Installation „Worlds in the Making“. Die Three-Channel-Installation verbindet Aufnahmen von Vulkanologen bei der Arbeit mit Animationen und seismischen Daten.
Semiconductor produzieren seit Jahren Arbeiten, die Film mit wissenschaftlichen Daten, Performance und Animation verbinden. Zu ihren bekanntesten Arbeiten gehört der Kurzfilm „Magnetic Movie“.
Ausstellungs-Info: http://www.fact.co.uk/about/exhibitions/2011/semiconductor-worlds-in-the-making
Semiconductor: http://www.semiconductorfilms.com/
Noch bis 3. September sind im MoMA PS1 Arbeiten des Filmemachers und Künstlers Ryan Trecartin zu sehen. Die Ausstellung „Any Ever“ präsentiert sieben Filme in benachbarten Räumen, die sich bezüglich ihrer Charaktere, Plots und formalen Motiven aufeinander beziehen.
Ryan Trecartin, 2009 vom Guggenheim zum Besten neuen Künstler des Jahres gewählt, arbeitet in seinen Filmen expressiv, laut und schrill mit Mitteln der Videokunst, digitaler Medien, theatralischer Performance und dem Repertoire zeitgenössicher Bildender Kunst. Zentrales Thema seiner Arbeit ist das Verhältnis von Technologie, Narration und Identität in der Konsumkultur und Aufmerksamkeitsgesellschaft.
Ausstellungsinfo: http://ps1.org/exhibitions/view/323
(siehe auch Rubrik Faits Divers: „Kurzfilm online“)
Zwei Jahre, nachdem in Osnabrück die Ausstellung "BILDERSCHLACHTEN – Nachrichten aus dem Krieg" in Kooperation des EMAF mit dem Erich-Maria Remarque Friedenszentrum und dem Industriemuseum Osnabrück gezeigt wurde, sind nun wichtige künstlerische Exponate ab dem 6. Oktober 2011 auch in den vier größten Städten Mexikos zu sehen. In Zusammenarbeit mit dem Goethe Institut Mexiko eröffnet das EMAF die Ausstellung am 6. Oktober in der „Cineteca“ in Monterrey im Norden Mexikos und anschließend im November in Guadalajara passend zur Internationalen Buchmesse. Die letzten Stationen im Februar und März sind das "Centro de las Artes" in San Luis Potosi und schließlich die „Cineteca Nacional“ in Mexico City. Außerdem wird in allen vier Städten das Tourprogramm des European Media Art Festivals 2010/2011 vorgestellt.
Info zur Ausstellung: http://www.emaf.de/index.php?id=189&L=2
L’Abominable ist ein gemeinnütziger Verein, der ein außergewöhnliches Filmlabor betreibt. In dem Labor können mit einer zum großen Teil selbstentwickelten Technik dank langjähriger Erfahrung Super-8, 16mm und 35mm-Filme entwickelt und kopiert werden. Seit seiner Gründung vor fünfzehn Jahren konnten sich insbesondere Künstler und Experimentalfilmemacher auf dieses Filmlabor verlassen. Das Besondere an L’Abominable ist nicht nur, dass es zu den wenigen noch existierenden Laboren für Super-8 und 16mm-Film gehört, sondern auch, dass dies ein künstlergeführter Verein ist, in dem Filmemacher das Laborhandwerk selbst erlernen und an andere weitergeben.
Jetzt ist die Association L’Abominable wegen der Kündigung von Räumen, die sie bislang günstig gemietet haben, in ihrer Existenz gefährdet. Der Verein bittet deshalb um Unterstützung und um die Unterzeichnung einer Petition. In der Petition heißt es unter anderem: »In einer Zeit, in der die Digitalisierung des kommerziellen Kinos stark gefördert wird, muss es einer Einrichtung wie L’Abominable ermöglicht werden diesen Wandel zu überleben«. Nichtzuletzt auch, weil trotz des Niedergangs des analogen Films in der Filmindustrie, immer mehr Filmemacher und Künstler dessen spezifische Qualitäten entdecken.
Petition: http://www.l-abominable.org/petition/index.php?langue=uk
Jedes Jahr veröffentlicht UniFrance Films eine Studie über die Verbreitung französischer Kurzfilme im Ausland. Grundlage ist eine Befragung von mehr als hundert Produzenten und Vertriebsfirmen. Jetzt liegen die Zahlen für das Jahr 2009 vor.
Demnach haben im Verlauf des Jahres 130 Einkäufer 734 Akquisitionen getätigt. Dies ist eine Steigerung um 25% gegenüber dem Vorjahr. 443 verschiedene Filme wurden verkauft. Der Umsatz betrug knapp 500.000 € (etwas weniger als 2008). Die Verträge mit klassischen Vertriebskanälen gingen zurück. Stattdessen stieg der Verkaufsanteil für neue Plattformen, wie u.a. Video-on-Demand und Mobiltelefonie, gegenüber dem Vorjahr um bemerkenswerte 52%.
Quelle: http://www.unifrance.org/
In Argentinien ist eine neue Online-Plattform für den Kurzfilm gestartet: „Indiestribucion“ veröffentlicht unter anderem Meldungen über neue Filme, Festivalausschreibungen und Filmemacherporträts. Es ist die erste Initiative dieser Art in Argentinien, die sich ausschließlich dem Kurzfilm widmet.
Indiestribucion wurde von Nicolás Carelli, einem Absolventen der Universidad del Cine in Buenos Aires, gegründet und ist international ausgerichtet. Die fünf Rubriken Filmemacher, Filme, Festivals, Technik und In Progress werden in zwei Sprachen - spanisch und englisch - angeboten. Unabhängige Filmemacher und Veranstalter können bei Indiestribucion ihr Porträt, ihre Filmbeschreibungen oder Ausschreibungen per Webformular eintragen. Im Mai soll die Plattform um weitere Dienste erweitert werden.
URL: http://www.indiestribucion.com
Im Juni reist das Balkans Beyond Borders Short Film Festival nach Athen. Gezeigt werden Filme von Jugendlichen aus den Ländern des Balkans, die an einem Wettbewerb mit dem Thema „Who’s afraid of the Big Bad Crisis?“ teilnahmen.
Balkans Beyond Borders (BBB) ist ein Verein mit Sitz in Athen, der von neun jungen Aktivisten aus Südosteuropa gegründet wurde. Ziel von BBB ist der interkulturelle Dialog und die Kooperation in den Balkanländern. Zu den Aktivitäten gehören auch Filmworkshops, Networking und Seminare. Die Festivalveranstaltungen finden jedes Jahr in einem anderen Land statt.
URL: http://www.balkansbeyondborders.eu/
Trotz breiter Proteste und vieler Einwände wurde Animate Projects der Portfolio-Status beim Arts Council verweigert. Dies bedeutet, dass die Einrichtung ab 2012 drei Jahre lang keine institutionelle Unterstützung bekommt. Die Ablehnung wurde damit begründet, dass es andere Kulturorganisationen gäbe, »deren Beitrag besser in die nationale Landschaft passt«.
Von einer völligen Einstellung der Portfolio-Förderung sind noch weitere Institutionen betroffen, die in kulturellen oder künstlerischen Grenzbereichen, insbesondere im digitalen Sektor arbeiten – nämlich Mute, Lumen, Lovebytes und Onedotzero.
Animate Projects war aber mit der Wiedereinreichung eines zuvor abgelehnten Antrags auf Projektmittel aus dem Programm „Grants for the arts“ erfolgreich. Mit diesen Mitteln kann Animate Projects bis ins kommende Jahr das Projekt der Online Exhibitions fortsetzen. Damit kann jedoch der laufende Betrieb von Animate Projects, also der Träger, nicht finanziert werden. Und eine Wiedervorlage des Portfolio-Antrags, wie beim Antrag für „Grants for the Arts“ ist formal nicht möglich.
Kommentar von Mute: http://www.metamute.org/en/mute_100_per_cent_cut_by_ace
Kommentar von Onedotzero: http://www.onedotzero.com/blog/2011/04/onedotzero-arts-council-england-decision/
Animate Projects: http://www.animateprojects.org
siehe auch unser Bericht
Anlässlich des 125jährigen Geburtstags von Vancouver präsentiert das Kulturzentrum On Main künstlerische Kurzfilme auf Bildschirmen in den Skytrain-Zügen der Bahngesellschaft Canada Line. Für das Projekt „10 Seconds“ haben On Main und Paul Wong (Kurator) Künstler aus Vancouver beauftragt stumme, ultrakurze Videos zu produzieren. Jeden Monat wird eine andere Arbeit vorgestellt und alle zwei Minuten auf den Monitoren der Stadtbahnen wiederholt. Jeden Tag werden diese Filme von etwa 100.000 Pendlern gesehen.
Den Anfang machte im April die Künstlerin Dana Claxton mit der Found-Footage-Arbeit „Hippie Chick“. Der Clip feiert Vancouvers Geschichte der Gegenkultur und besteht aus bearbeitetem Archiv-Material der ersten illegalen Be-Ins, die an Ostern 1967 im Stanley Park veranstaltet wurden.
„10 Seconds“ wurde im Rahmen der 125-Jahr-Feier aus Projektmittel für Kunst in der Öffentlichkeit von der City of Vancouver gefördert. „10 Seconds“ ist vor Ort vom April 2011 bis März 2012 zu sehen. Außerdem ist eine Veröffentlichung auf anderen Plattformen (YouTube/DVD) geplant.
On Main initiiert und kuratiert Ausstellungen, Filmvorführungen, Vorträge und Gespräche von kanadischen Künstlern sowie internationalen Gastkünstlerin auf dem Gebiet der Bildenden Kunst, der Medien und der interdisziplinären Kunst, deren Arbeit wegen ihres politischen, sozialen oder künstlerischen Charakters marginalisiert wird.
(siehe auch Rubrik Faits Divers: „Kurzfilm online“)
Unter dem Titel „Der spanische Kurzfilm in 100 Namen“ ist ein Buch erschienen, das einen Überblick über das aktuelle spanische Kurzfilmschaffen und Einblicke in die Kurzfilmszene Spaniens bietet. Die hundert Namen stehen für die wichtigsten Personen und Institutionen des spanischen Kurzfilms. In der Publikation werden einhundert Filmemacher, Produzenten, Verleihe, Verbände, Institutionen und Festivals vorgestellt.
Jedem Namen ist ein Kapitel gewidmet, das jeweils nach der gleichen Struktur aufgebaut ist und unter anderem aus folgenden Elementen besteht: ein Foto, ein Profil der betreffenden Person oder Institution, ein redaktioneller Artikel und Antworten auf zehn Fragen, die allen Porträtierten gestellt wurden sowie Adresse und Kontaktangaben.
Herausgeber und Redakteur des Buches ist der Dokumentarfilmemacher und Mitarbeiter bei zahlreichen Festivals und Kurzfilminitiativen Eduardo Cardoso. Das Buch entstand unter der Schirmherrschaft des Kurzfilmfestivals Aguilar de Campoo (Castilla y León) mit Unterstützung des Instituto de la Cinematografia y de las Artes Audiovisuales ICAA.
Die spanisch-sprachige Publikation wird auf CDs verbreitet und steht als 150seitiges PDF-Dokument kostenlos zum Download zur Verfügung.
URL: http://www.elcortometrajen100nombres.com/
Anlässlich des Kurzfilmfestivals in Clermont-Ferrand im Februar 2011 hat ARTE France sein Engagement für den Kurzfilm mit konkreten Maßnahmen bekräftigt. Der Tarif für Ankäufe soll um 10 % erhöht werden und zwar für Ankäufe auf 550 Euro pro Minute und für Vorankäufe auf 1100 Euro für die ersten fünfzehn Minuten. Auch wird die Sendezeit des Magazins Kurzschluss um zehn Minuten auf 52 Minuten verlängert. Außerdem sind zwei neue Mini-Serien sehr kurzer Filme mit je zehn bis fünfzehn Episoden geplant.
Quelle: artepro.com

The Soho Film Lab ist das einzige 16mm-Filmlabor in Großbritannien. Nach der Übernahme des Labors durch die US-Firma Deluxe gab das Labor bekannt, daß infolge einer Anweisung der neuen Eigentümer ab sofort keine 16mm-Filmkopien mehr hergestellt werden.
In Reaktion hierauf hat die britische Künstlerin Tacita Dean die Kampagne „Save 16mm in the UK“ gestartet. Für sie und etwa 170 Filmemacher und Künstler, die regelmäßig bei Soho Film Lab arbeiten ließen, bedeutet dies nämlich, dass sie in Zukunft nur noch im Ausland Kopien herstellen lassen können. Aber auch andernorts sieht die Zukunft der 16mm-Kopie nicht rosig aus. Deluxe selbst hat bereits an den Standorten New York und Toronto die Produktion eingestellt.
Tacita Dean weist darauf hin, dass nicht nur Filmemacher dem Format treu bleiben, sondern insbesondere jüngere Künstler die 16mm-Projektion für Ausstellungen neu entdecken. Gemeinsam mit anderen Künstlern ruft Dean nun weltweit zur Unterzeichnung einer Online-Petition auf, die sich an Ron Perelman, Eigentümer von Deluxe, der auch ein bekannter Kunst-Mäzen und „Philanthrop“ ist, richtet.
URL der Petition: http://www.gopetition.com/petition/43288.html
YouTube hat ein Creator Institute als neue Schule für Content Creators ins Leben gerufen wurde. Das Creator Institute ist ein Sommer Crash-Kurs für Filmemacher, die sich von Dozenten und Fachleuten aus Filmschulen und der Branche fortbilden lassen wollen. Das Creator Institute wird zunächst in den USA gestartet.
Der erste Crash-Kurs findet vom 25. Mai bis 22. Juni an der USC School of Cinematic Arts in Los Angeles statt. Dort sollen alle Aspekte vom Drehbuchschreiben über Produktion bis zum Marketing zur Sprache kommen. Anmeldeschluss ist der 25. März.
Ein weiterer Kurs mit anderem Schwerpunkt findet vom 31. Mai bis 22. Juli am Columbia College in Chicago statt. Dort stehen Inhalte für mobile Medien, insbesondere Mobisodes, Webisodes und Viral Videos, im Mittelpunkt. YouTube übernimmt für ausgewählte Teilnehmer die Ausbildungs- und Aufenthaltskosten.
Info: http://www.youtube.com/creatorinstitute
CINE por la RED ist das führende spanische Online-Nachrichtenmagazin für Film und Kino. Seit zwölf Jahren stellt die Redaktion mit Sitz in Madrid Nachrichten aus dem In- und Ausland auf ihrem Portal ins Netz. Der ursprünglich kostenfreie Zugang war in den letzten Jahren auf ein kostenpflichtiges Abosystem umgestellt worden. Nun haben die Betreiber beschlossen ihre Geschäftspolitik zu ändern. Ab Anfang diesen Jahres sind wieder alle Rubriken und Sektionen des Magazins frei zugänglich.
CINE por la RED verbreitet ungefiltert Nachrichten und Pressemeldungen aus der Film- und Kinobranche. Das Magazin wird täglich aktualisiert. Eine neue Suchfunktion erlaubt die Recherche im umfangreichen Archiv des Magazins. Eine Rubrik ist speziell dem Kurzfilm gewidmet.
Alle Rubriken und Sektionen können jetzt direkt, ohne Anmeldung und Einloggen, aufgerufen werden. Als zusätzlichen Service wird der E-Mail-Versand tagesaktueller Schlagzeilen angeboten. Weitere neue Funktionalitäten sind für die nächsten Wochen angekündigt.
URL: http://www.porlared.com
Vom 6. Bis 9. April wird parallel zum Buenos Aires Festival de Cine Independiente der sechste Talent Campus Buenos Aires ausgerichtet. Eingeladen sind junge Filmprofis, Filmkritiker und Journalisten aus Südamerika.
Während vier Tagen werden Seminare und Workshops angeboten, die von lokalen und internationalen Fachleuten und Dozenten geleitet werden. Das Thema des diesjährigen Talent Campus, der in der Universidad del Cine stattfindet, lautet „El cine y las formas“. Dabei geht es unter anderem um die Frage, wie sich in der Filmgeschichte bestimmte Formen durchgesetzt haben, und, ob neue Technologien auch neue filmische Formen hervorrufen.
URL: http://www.ucine.edu.ar/talent_campus/index.php
Das norwegische Kurzfilmfestival in Grimstad hat Zentropa International Norway als neuen Sponsor gewonnen. Zentropa stiftet das Preisgeld für die Auszeichnung The Golden Chair in Höhe von 50.000 norwegischen Kronen (ca. 6.500 Euro).
Die Nominierungen zum Golden Chair für den besten internationalen Kurzfilm 2011 werden im Mai während des Cannes Film Festivals bekannt gegeben. Die Preisverleihung findet am 19. Juni in Grimstad statt.
Quelle: http://www.kortfilmfestivalen.no/en/articles/2011/Zentropa.html
Kirgisische Filmemacher haben ein neues Projekt lanciert, das sie "Kirgisistan - das Land der Kurzfilme" nennen. Es handelt sich dabei um eine Filmfördermaßnahme kirgisischer Filmstudios, die von "Aytysh Movie" angestoßen wurde. Im Rahmen des Projekts sollen Mittel für die Herstellung von jährlich zehn Kurzfilmen bereitgestellt werden.
Laut dem Leiter des Studio Aytysh Movie, Sadyk Sher-Niyaz, stehen dem Land nicht genügend Mittel zur Verfügung, um mehr als ein bis zwei abendfüllende Spielfilme im Jahr zu produzieren. Andererseits gäbe es viele talentierte Regisseure in Kirgisien. Indem man Kurzfilme produziere könne man dies aber würdigen.
Zur Zeit arbeiten 60 Personen in dem Projekt zusammen und wurden 90.000 Dollar an Mittel bereitgestellt. Die Fördermaßnahme unterstützt auch Filmemacher bei der Teilnahme an Festivals. Für das Kurzfilmfestival, European Film Festival, in Bishkek, wurden 25.000 Dollar bereitgestellt. Filmkritiker und Journalisten sind ebenfalls in die Kampagne eingebunden.
Quelle
Die Finnish Foundation hat ein neues Förderprogramm aufgelegt, um die Produktion von Kurzfilmen als sogenannte Visitenkarten für den professionellen Nachwuchs zu fördern. Für das Förderprogramm stehen besondere Mittel zur Verfügung. Die finnische Regierung hat für die Maßnahme 1,5 Millionen € bewilligt.
Die Unterstützung richtet sich insbesondere an Kurzfilme, jedoch können unter bestimmten Voraussetzungen auch abendfüllende Projekte junger Filmemacher gefördert werden. Mindestens 30% der Mittel sind für junge Leute unter 30 Jahren vorgesehen.
Die Finnish Film Foundation ist eine staatlich geförderte Institution, deren Aufgabe es ist Produktion, Vertrieb und Abspiel des finnischen Films zu fördern.
Weitere Informationen
Aus Swansea (Wales) kommt das kleine Kino der Welt, das mit Sonnenenergie betrieben wird. In einen Wohnwagen eingebaut tingelt das Kino durch England und zeigt bis zu 9 Erwachsenen oder 12 Kindern Kurzfilme - überwiegend zu Umweltschutzthemen.
Das Sol Cinema ist ein Projekt von Undercurrents, einer nicht-gewerblichen gegen-kulturellen Medienorganisation. Das Mini-Kino wurde von dem Künstler Jo Furlong entworfen, der hierfür einen alten Caravan mit allen Insignien eines klassischen Kinos inklusive Polstersitzen, griechischen Säulen und rotem Vorhang umbaute. Projiziert wird mit einem LED-Video-Projektor.
Filmemacher sind eingeladen Beiträge von einer bis zehn Minuten Länge einzureichen.
Website
VERSUCH ist ein Magazin- und Ausstellungsprojekt. Jede Ausgabe des Journals begleitet eine gleichzeitig stattfindende Ausstellung. Das Journal soll kein Katalog zur Ausstellung sein und die Ausstellung keine Illustration der Texte im Journal. Vielmehr versucht werden, dass sich die jeweiligen Arbeiten ihre eigenen Voraussetzungen im Licht der anderen Beiträge ausdrücken. Der Titel des Projekts ist dem deutschen Wort Versuch – im Sinne von Essay – entlehnt.
Das Journal VERSUCH wird im Internet als Blog mit Texten, Bilden und Filmen veröffentlicht. Per dato stehen drei Kapitel online. Redakteurin des Journals ist Gil Leung (Distribution Manager bei Lux).
Website
Der deutsch-französische Kulturkanal ARTE TV geht Anfang 2011 mit einer neuen Internetplattform online. Laut Pressemitteilung ist ARTE Creative "ein internationales, redaktionell betreutes und interaktives Netzwerk für Künstler, Kreative, Kulturproduzenten und alle, die sich gerne überraschen und inspirieren lassen. ARTE Creative präsentiert qualitativ herausragende Arbeiten aus den Bereichen Kunst, Popkultur, Design und Architektur: Alle kreativen Felder von Fotografie, Malerei, Street Art, New Media, Netzkunst, Videokunst über Musik, Werbung, Gaming bis hin zu Grafik-, Produkt- und Webdesign, Typografie werden abgedeckt. Zusammen mit unserer Community entwickeln wir neue redaktionelle Formate und experimentieren an der Schnittstelle Web/TV – außerdem arbeiten wir mit den wichtigsten Hochschulen, Festivals, Museen und Institutionen zusammen."
Am Start der Plattform beteiligen sich aus Deutschland die Zentrale Intelligenz Agentur, der Street-Artist-Blog JUST und die Transmediale. In der ersten Ausgabe sollen Projekte von Ubermorgen.com und Ignan.TV vorgestellt werden. Außerdem kooperiert ARTE Creative mit dem Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM), der Neue Berliner Kunstverein und Arsenal – Institut für Film- und Videokunst, die jeweils jeden Monat Schlüsselwerke aus ihrer Sammlung vorstellen.
Für ein weiteres Projekt der Plattform mit der Bezeichnung "Die Streberprämie" (Striver Bonus) sucht die Redaktion Kunststudenten, die sich und ihre Arbeiten, vorzugsweise Videos, im wöchentlichen Wechsel vorstellen wollen. Die Beteiligung wird mit 300 Euro honoriert.
In Kooperation mit der Kinoplattform Allociné veranstaltet Unifrance im Januar 2011 unter dem Titel „my French Film Festival“ ein Online-Filmfestival. Mit dieser Initiative möchte Unifrance die jüngsten Entwicklungen beim Medienkonsum nutzen, um ein neues internationales Publikum für französische Filme erreichen.
Für das erste Online Festival wurden zehn Spielfilme und zehn Kurzfilme ausgewählt, die an einem Wettbewerb um drei Preise konkurrieren: einem Publikumspreis, einem ausländischen Blogger-Preis und einem Preis der Internationalen Presse.
Ausschnitte der Filme sowie Interviews mit den Filmemachern können kostenlos betrachtet werden. Die kompletten Filme werden als Video-on-Demand in Originalfassung mit Untertiteln in Deutsch, Englisch, Arabisch, Spanisch, Italienisch, Portugiesisch und Russisch kostenpflichtig angeboten.
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