5 Jahre Festival Scope: Festivalfilme online vermarkten

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Seit fünf Jahren macht die Video-on-Demand-Plattform Festival Scope Pro Filme aus den Programmen internationaler Festivals online zugänglich. Festival Scope richtet sich an die Branche und Professionelle, die in den Bereichen Filmhandel, Vertrieb, Filmabspiel und Filmprogrammierung sowie Filmkritik arbeiten.

In Zusammenarbeit mit etwa 80 Festivals werden ausgewählte Filme aus deren Wettbewerben und Sonderprogrammen – oft nur für eine gewisse Zeit – online gestellt und als Flashvideos gestreamt. Der Zugang wird nach einer Prüfung der Anmeldung mit einem Nutzerprofil und Zahlung einer Gebühr per Passwort gestattet. Jeder Film kann pro Nutzer nur einmal aufgerufen werden. Filmfestivals und Produzenten haben die Möglichkeit weitergehende Berechtigungen für bestimmte Nutzergruppen zu filtern oder individuell einzustellen. Außerdem erhalten sie eine Meldung und die Möglichkeit der Kontaktaufnahme mit den Personen, die einen Film gesichtet haben. Festival Scope dient mit dieser Funktion dem Vertrieb und Marketing von Filmen. Umfangreiche Informationen über die Filme, Hersteller und Festivalteilnahmen unterstützen dies.

Festival Scope hat auch eine große Zahl von Kurzfilmen online gestellt. Im Filmkatalog von Festival Scope Pro waren bei einem Zugriff im Oktober 2016 etwa 1.000 Filme mit einer Laufzeit unter 30 Minuten verzeichnet. Zu den Kurzfilmfestivals, die sich beteiligen, gehören unter anderem Clermont-Ferrand, Vila do Conde, und Tampere. Von manchen Filmemachern – zum Beispiel Ben Rivers – sind bereits mehrere Titel im Katalog und können in einem eigenen ‚Screening Room‘ aufgerufen werden.

Filmemacher können direkt bei Festival Scope einen Antrag auf Aufnahme in den Katalog stellen – dies ist aber bislang die Ausnahme. In der Regel werden Titel von den Festivals selbst ausgewählt. Weltpremieren und Preisträger werden bevorzugt. Seit einiger Zeit lädt Festival Scope auch selbst Filme ein. Unter Scope Expanded stehen auch Filme, die nicht von Festivals vermittelt wurden und es gibt dort sogar eine eigene Kurzfilm-Rubrik – allerdings bislang mit nur wenigen Titeln.

Auch Filmemachern bietet die Plattform die Möglichkeit, ihre Filme zu vermarkten. Indem sie zum Beispiel gezielt Personen zur Sichtung einladen oder in einem Portfolio Promotion-Material bereitstellen können. Für eingeladene Filme ist dieser Dienst übrigens kostenlos (die Plattform finanziert sich aus Mitgliedsbeiträgen).

Festival Scope ist vor 5 Jahren als reine B2B Plattform für Filmfestivals an den Start gegangen. Dieses Jahr wurde aber das Geschäftsfeld erweitert. Genauer gesagt wurden die Aktivitäten in zwei Bereiche mit eigenen Websites aufgeteilt. Während sich Festival Scope Pro weiterhin ausschließlich an die Branche richtet, gibt es nun die Publikumsplattform Festival Scope.

Dort können nach einer Anmeldung ‚virtuelle Tickets‘ für Online-Screenings gekauft werden. Die Zahl der Tickets ist limitiert. So ist aktuell zum Beispiel der Kurzfilm „Quantum“ von Flatform ‚ausverkauft‘ und alle Filme von Curtas Vila do Conde sind gesperrt. Mit diesen, nicht ganz nachvollziehbaren, Einschränkungen soll wohl die Teilnahme an einem Festival im wirklichen Leben simuliert werden. Ein Besuch der Publikumsplattform lohnt sich aber insofern immer, als regelmäßig einige Filme kostenlos angeboten werden.

Die Pro-Version eignet sich im Übrigen auch ohne Anmeldung sehr gut für Recherchen. Der Mitgliedsbeitrag kostet dort 9 € im Monat oder 70 € jährlich.

Festival Scope finanziert sich aus Mitgliedsbeiträgen und Video-on-Demand-Einnahmen. Die beiden Plattformen werden Moving Scope SAS – einem Unternehmen mit Sitz in Paris – betrieben, das unter anderem vom CNC und vom MEDIA Programm Pilot Projects gefördert wird.

 

Festival Scope Pro: https://pro.festivalscope.com/

Festival Scope: https://www.festivalscope.com/